Alles Geschichte! 8, Schulbuch

104 2.5 Weltmacht USA Laden, griffen die Vereinigten Staaten ohne UN-Mandat an. Heute weiß man, dass die Berichte über angebliche Massenvernichtungswaffen falsch waren. Die Auswirkungen des Irakkrieges auf die gesamte Region waren verheerend und ebneten letztlich den Weg für die Entstehung neuer Terrorgruppen. Barack Obama 2008 wurde Barack Obama als erster Afroamerikaner zum Präsidenten der USA gewählt. Mit seinen Wahlslogans „Change“ und „Yes, we can“ sprach er all jene an, die sich Reformen wünschten. Außenpolitisch versprach er den Abzug der militärischen Truppen aus Afghanistan und dem Irak. Stattdessen wurden zur Bekämpfung des Terrorismus Spezialeinheiten entsandt. Innenpolitisch hatten die USA mit der Finanzkrise zu kämpfen. Der „American Recovery and Reinvestment Act“, ein Konjunkturprogramm mit einem Gesamtvolumen von 787 Mrd. US-Dollar, sollte helfen, die Finanz- und Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Ebenfalls in Obamas Amtszeit fiel der „Affordable Care Act“ („Obamacare“), eine Gesundheitsreform, die über 32 Millionen bislang unversicherte Amerikaner/innen krankenversichert. Die Reform ist jedoch (in Bezug auf Finanzierung und Effektivität) auch sehr umstritten. Obama trat seit Beginn seiner Berufslaufbahn für Bürgerrechte und den Schutz von Minderheiten ein und setzte dies auch während seiner Amtszeit fort. M2: Jacquelyn Martin: Marsch über die Edmund Pettus Bridge in Selma, Alabama, zum 50. Jahrestag des sogenannten „Bloody Sunday“. Präsident Barack Obama hält die Hand von Amelia Boynton (Mitte), die am „Bloody Sunday“ von Polizisten schwer verletzt wurde. Fotografie, 7.3.2015 Globaler Führungsanspruch nach 1990/91 Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion (s. Alles Geschichte! 7, S. 119) war die USA wirtschaftlich und militärisch die einzige Supermacht und stellte den Führungsanspruch innerhalb ihrer Bündnisse. Während der Präsidentschaft von George Bush Sen. (1989– 1993) und Bill Clinton (1993–2001) versuchten die USA, ihre politischen und wirtschaftlichen Ansichten in der Welt zu verbreiten. Der deutsche Historiker Andreas Rödder über die Rolle der USA ab 1989 Nach Ende des Kalten Krieges verfügten die USA über einzigartige und unangefochtene Macht. Die Frage war, ob die USA eine aktive globale Führungsrolle spielen und ihre Macht aktiv ausüben oder sich auf die eigenen Belange zurückziehen und ihre Politik international einbetten sollten. […] Sie erwiesen sich im Golfkrieg von 1991 und mit den cruise-missile-Einsätzen gegen den Irak oder mit dem Eingreifen auf dem Balkan 1995 militärisch als unbesiegbar überlegen. Diese Erfahrung und das damit verbundene Selbstbewusstsein beförderten einen zunehmenden Unilateralismus, nicht zuletzt im Verhältnis zu Russland. Zur Jahrtausendwende standen die USA im Zenit ihrer globalen Dominanz – und waren zugleich eine „Supermacht ohne Mission“. Zugleich wurde bereits unter der Präsidentschaft Clintons das Konzept der „Schurkenstaaten“ (rogue states) entwickelt, das mit der Orientierung gegen den islamischen Fundamentalismus einherging. Die Agenda der Regierung George W. Bush jr. war mithin vorbereitet. M1: Rödder: 21.0: Eine kurze Geschichte der Gegenwart, 2016, S. 351. Krieg gegen den Terrorismus Der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington, D.C., am 11. September 2001 (s. S. 100 und S. 122) erschütterte das Selbstbewusstsein der USA. Die Anschläge wurden vom islamistischen Terrornetzwerk Al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant. Fortan war die US-Politik vom „Krieg gegen den Terror“ geprägt. Die unmittelbare Folge der Anschläge war der Krieg der USA und mit ihnen verbündeter NATO-Truppen gegen das Taliban-Regime in Afghanistan. Im März 2003 begannen die USA einen weiteren Krieg gegen den Irak, mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Unter dem Vorwand, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen und habe Kontakte zu Osama bin Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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