105 Donald Trump – „America first“ Schon während der ersten Präsidentschaft von Donald Trump (2017–2021) hat das Bild der Supermacht vor allem in Europa gelitten. Mit seinem Wahlslogan „Make America great again“ (MAGA) und seiner „Amerika First“-Politik versprach er die Schließung der Grenze zu Mexiko, den Wiederaufbau und die Stärkung der heimischen Wirtschaft und die Schwächung von China. Er stellte Freihandelsverträge und die NATO infrage, stieg aus dem Pariser Klimaabkommen und dem mühsam ausgehandelten Nuklearabkommen mit dem Iran aus. Immer wieder suchte er die Nähe zu autokratischen Herrschern, wie Wladimir Putin oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, während sich die Beziehung der USA zu Europa verschlechterte. Trumps rassistische und menschen- und frauenverachtende Rhetorik spaltete die Gesellschaft in den USA. Tatsächlich stieg das Budgetdefizit unter Trumps Präsidentschaft an. Seine Steuerreform kam in erster Linie Spitzenverdienern zugute. Die Corona-Jahre verstärkten das Defizit zusätzlich. Bei den Präsidentschaftswahlen 2020 unterlag Donald Trump dem demokratischen Kandidaten Joe Biden und weigerte sich, dessen Sieg anzuerkennen. Im Jänner 2021 erlitt die amerikanische Demokratie ihren bislang schwersten Schlag, als hunderte gewaltbereite Trump-Anhänger/ innen das Kapitol in Washington stürmten, den Sitz von Senat und Repräsentantenhaus. Der in der US-Geschichte einzigartige Vorfall wurde von Strafverfolgungsbehörden wie dem FBI als inländischer Terrorismus und von vielen politischen Beobachtern als Teil eines versuchten Staatsstreichs Trumps gewertet. Fast alle Personen, die im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol von einem Gericht verurteilt worden waren, wurden von Trump jedoch am Beginn seiner zweiten Amtszeit begnadigt. Darunter waren auch Mitglieder rechtsextremer Gruppen. Präsidentschaftswahlen 2024 Trotz zahlreicher anhängiger Gerichtsverfahren kandidierte Donald Trump 2024 erneut für die Präsidentschaft und konnte die Wahl für sich entscheiden. Sowohl innen- als auch außenpolitisch führt Trump seine „America first“-Politik der ersten Amtszeit fort, allerdings mit noch mehr Nachdruck. Er verschärfte die Einwanderungspolitik und ließ irregulär Eingewanderte medienwirksam abschieben, auch in Kriegsgebiete wie den Sudan oder die Ukraine. Als sich dagegen Proteste formierten (z. B. in Kalifornien), ließ er die Nationalgarde und das Militär in diesen Gebieten aufmarschieren. M3: Olivier Douliery: Zusammenstoß mit der Polizei in Washington am 6. Jänner 2021, als Anhänger/innen von Donald Trump das Kapitol stürmten. Eine weitere Maßnahme war die willkürliche Kündigung von tausenden Bundesbediensteten unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus. Viele Kündigungen mussten zurückgenommen werden, da sie entweder nicht rechtmäßig waren oder weil die einzelnen Behörden ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen konnten. In der Handelspolitik setzte Trump im Zuge seiner „America First“-Politik auf eine extreme Erhöhung der Zölle, was zu Handelskonflikten mit betroffenen Staaten und der EU, einer Abwertung des Dollars und zu weltweiten Rückgängen der Aktienkurse führte. Außenpolitisch entfernen sich die USA immer mehr von ihren westlichen Verbündeten hin zu antidemokratischen Systemen. Jetzt bist du dran: 1. Arbeite aus M1 die Ausrichtung der US-Außenpolitik der 1990er-Jahre heraus. Erörtere den globalen Führungsanspruch der USA. 2. Nimm Stellung zur Frage, welche Folgen der Terroranschlag vom 11. September für die Politik der USA unmittelbar hatte und bis heute hat. 3. Diskutiert den Begriff „Krieg gegen den Terror“. 4. Recherchiere das Originalbild, das hier (M2) nachgestellt wird. Vergleiche die beiden Bilder. 5. Analysiere M3. Bewerte die Bedeutung eines solchen Ereignisses für das Demokratieverständnis in den USA und ihr Ansehen in der Welt. 6. Schau dir das Video „So funktioniert die US-Präsidentschaftswahl“ an und beantworte die Interaktiven Aufgaben. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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