Alles Geschichte! 8, Schulbuch

114 3.2 Rohstoffe Seit der ersten industriellen Revolution im 19. Jh. sind die Verteilung und der Verbrauch von Rohstoffen weltweit ein wichtiges Thema. Benötigte man damals beispielsweise Kohle zur Erzeugung von Dampf, um Maschinen betreiben zu können, brauchen wir heute zahlreiche verschiedene Rohstoffe in unserem Alltag, um Elektroautos, Energiesparlampen, Festplatten, Windräder, Flachbild-Fernseher, Laser, Glasfaserkabel oder medizinische Geräte wie Röntgengeräte oder Kernspintomografen herstellen und bedienen zu können. Probleme … Die Gewinnung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen sowie der Handel damit beeinflussen maßgeblich die ökologische (umweltbezogene) und wirtschaftliche Situation von Staaten. Es ergeben sich nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geopolitische und soziale Konfliktsituationen. … für rohstoffarme Länder Rohstoffe – insbesondere mineralische Ressourcen wie Erdöl, Erdgas, Kohle, Metalle und seltene Erden – sind weltweit nicht gleichmäßig verteilt und nur in begrenzter Menge vorhanden. Dies führt zu einem Machtungleichgewicht, da Unternehmen von den Rohstoffen abhängig sind. Somit ist die internationale Wirtschaft stark von der Verteilung der Rohstoffe geprägt: Länder, die Rohstoffe importieren und weiterverarbeiten, sind von zuverlässigen Quellen abhängig. Wenn sie diese aufgrund von geopolitischen Schwankungen (z.B. durch Konflikte, Kriege oder Klimakatastrophen) verlieren, können sie auch ihre eigenen industriellen Strukturen häufig nicht aufrechterhalten. … für rohstoffreiche Länder Auf der anderen Seite sind Staaten des Globalen Südens mit großen Rohstoffvorkommen von Investitionen und damit von internationalen oder ausländischen Unternehmen abhängig, um die Ressourcen abbauen zu können. Oftmals leidet die Bevölkerung dort unter schlechten Arbeitsbedingungen, da sie von ihrer eigenen Regierung sowie von ausländischen Unternehmen ausgebeutet wird. Der Abbau und die Verteilung von Rohstoffen wirken sich darüber hinaus oft nachteilig auf die Umwelt aus. So kommt es beispielsweise zu Raubabbau, Landraub („Landgrabbing“) und dem Roden von Wäldern. Auch die Verwendung von Chemikalien beim Abbau und die Entsorgung von Abfallprodukten sind belastend für die Umwelt. Metalle Metalle wie Gold, Silber, Platin, Kupfer, Eisen und Aluminium sind wichtige Ressourcen für die moderne Industrie-, Bau- und Elektronikwirtschaft. Diese Metalle werden oft in wirtschaftlich benachteiligten Ländern abgebaut. Indonesien ist zum Beispiel der wichtigste Exporteur von Zinn, während in der Demokratischen Republik Kongo etwa viel Coltan und Kobalt gefördert werden. Ihr Abbau und ihre Aufbereitung greifen nicht nur in die natürliche Umgebung, sondern auch in den Lebensraum der Bevölkerung ein (z.B. durch hohen Wasserverbrauch und toxische Abfälle). Spezialfall: Metalle der Seltenen Erden Zu den Metallen der Seltenen Erden zählen 17 chemische Elemente, die vor allem wichtig für das Funktionieren unserer alltäglichen Technologie sind (z. B. Akkus, erneuerbare Energiequellen, medizinische Apparate). Die hohe Nachfrage nach Produkten, in denen Seltene Erden verarbeitet werden, verstärkt den Druck auf die begrenzten Ressourcen. Ein Großteil der globalen Produktion und Verarbeitung wird von China kontrolliert. Andere Länder sind von den chinesischen Lieferungen abhängig. M1: Weltweite Reserven an Seltenen Erden und Anteil führender Länder an der weltweiten Minenproduktion 2021, Diagramme Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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