Alles Geschichte! 8, Schulbuch

117 Privatisierung von Wasser? In Österreich ist die Wasserversorgung in öffentlicher Hand, liegt also bei Bund, Ländern und Gemeinden. In vielen Staaten wurde die Wasserversorgung jedoch privatisiert. Man erhoffte sich Einnahmen für den Staat, der sich gleichzeitig die Kosten für die Infrastruktur ersparen würde. Französische Städte z.B. übertrugen die Wasserversorgung bereits am Beginn des 20. Jh. an Privatunternehmen. Doch da viele Konzerne die Preise in die Höhe trieben und, wie in Großbritannien, keine Erhaltungsmaßnahmen (z.B. Austausch der Rohre) durchführten, ist dieses Modell in Kritik geraten. UNO-Resolution: Recht auf Wasser (2010) Die Generalversammlung (…) 1. erkennt das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als ein Menschenrecht an, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist; 2. fordert die Staaten und die internationalen Organisationen auf, im Wege der internationalen Hilfe und Zusammenarbeit Finanzmittel bereitzustellen, Kapazitäten aufzubauen und Technologien weiterzugeben, insbesondere für die Entwicklungsländer, um die Anstrengungen zur Bereitstellung von einwandfreiem, sauberem, zugänglichem und erschwinglichem Trinkwasser und zur Sanitärversorgung für alle zu verstärken; […] M2: Online auf: https://www.un.org/german/de/media/2255 (21.4.2026). M3: Channi Anand: Mädchen in Indien holen Wasser von einer undichten öffentlichen Wasserleitung. Fotografie, 2024. Indien ist eine rasch wachsende Volkswirtschaft, jedoch ohne flächendeckende Wasserinfrastruktur. Die Länder des Globalen Nordens Während Länder des Globalen Nordens es sich leisten können, ihr Abwasser kontrolliert zu entsorgen und wiederaufzubereiten, Stauseen anzulegen und Grundwasserpumpen einzusetzen, ist dies für wirtschaftlich schwache Länder oft nicht möglich. Darüber hinaus können Industrieländer auf die Wasserreserven anderer Länder zugreifen. Dies geschieht durch den Import von Produkten, für deren Herstellung das Wasser im Produktionsland verwendet wird. Zukunftsperspektiven Nachhaltiger und bewusster Umgang mit der Ressource Wasser wird in Zukunft von zentraler Bedeutung sein, da es sich um eine endliche Ressource handelt. Ihre effiziente Nutzung muss unter Berücksichtigung von ökologischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen erfolgen. Mithilfe internationaler Zusammenarbeit müssen die Wasserressourcen erhalten, aufbereitet und gerecht verteilt werden, um den globalen Wasserbedarf zu decken. M4: Unbekannt: Komposition mit verschiedenen Sorten von Mineralwasserflaschen. Fotografie, undatiert Jetzt bist du dran: 1. Analysiere die Karte M1 in Bezug auf das weltweite Vorkommen von Wasserstress. Gib die Erkenntnisse in deinen eigenen Worten wieder. 2. Lies den Quellentext M2. Formuliere konkrete Appelle, um die Forderungen der UNO praktisch umzusetzen. 3. Arbeite mithilfe des Autorentextes, M1, M2 und M3 mindestens fünf konkrete Beispiele heraus, die aufzeigen, dass Wasserversorgung ein internationales Problemfeld ist. 4. Analysiere M4: Beschreibe zuerst Form und Anordnung der Wasserbehältnisse sowie die Farbgestaltung des Bildes. Dekonstruiere das Bild hinsichtlich der Aussageabsicht der Fotografin oder des Fotografen. Beschreibe dann die Wirkung dieses Bildes auf dich. 5. Viele Wassersorten werden teuer als Lifestyle-Produkte verkauft. Betrachte bei deinem nächsten Einkauf im Supermarkt das Wasserregal kritisch. Vergleiche die Preise. Nimm kritisch Stellung zu diesem Phänomen. Analysiere, mit welchen Mitteln die Firmen ihre Produkte populär und teuer machen. 6. Miss deinen Wasserfußabdruck unter https://wfd.de („Wasserampel“). 7. Schau dir den Trailer zum Film „Bottled Water“ an (https://www.youtube.com/watch?v=gF54VzievVE). Nimm zu mindestens zwei Aussagen der darin vorkommenden Personen kritisch Stellung. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==