Alles Geschichte! 8, Schulbuch

118 3.4 Abfall Der weltweite Müll und unser Umgang damit ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Durch die Zunahme der Weltbevölkerung und ihr Konsumverhalten wachsen die Müllberge stetig. Einwegprodukte aus Plastik und Industriemüll, aber auch Elektroschrott und Fast-Fashion, also die beschleunigte Bekleidungsproduktion, treiben die Abfallmengen in die Höhe. Das Abfallmanagement ist weltweit unterschiedlich. Viele Länder haben kein effizientes Abfallentsorgungs- und -verwertungssystem, weshalb dort illegale Mülldeponien entstehen. Unsachgemäße Müllentsorgung führt auch zu gesundheitlichen Problemen bei der Bevölkerung. Vielfach entsorgen die Länder des Globalen Nordens Tonnen ihres Mülls in Ländern des Globalen Südens. M1: Antonio Cossio: Müllhalde aus Kleidung in der Atacama-Wüste, Chile. Fotografie, 25.11.2021. Jeden Tag werden Tonnen von Bekleidung aus der ganzen Welt geliefert. Ein Teil wird wiederverkauft oder -verwertet, der Rest, vor allem Polyester, landet auf der Halde. Ein Problem in Tourismusgebieten ist, dass Reisende ihren Müll (z.B. Verpackungen) oft nicht umweltgerecht entsorgen. M2: Prakash Mathema: Arbeiterinnen in Kathmandu sortieren Müll vom Mount Everest, der von Bergtouristen hinterlassen und von nepalesischen Bergsteigern gesammelt wurde. Fotografie, 12.6.2024 Plastik Plastik ist allgegenwärtig, landet besonders häufig in der Natur und schädigt durch seine lange Halbwertszeit das Ökosystem nachhaltig. Auch Ozeane sind von der steigenden Plastikflut betroffen. Große Gefahren für die Umwelt birgt Mikroplastik. Darunter versteht man winzige Kunststoffpartikel, die kleiner als 5 Millimeter sind. Man findet sie beispielsweise als Zusätze in Kosmetik- und Reinigungsprodukten, in Form von zerkleinerten Kunststoffprodukten (z. B. aus Plastikflaschen) oder Reifenabrieb. Vor allem Tiere können durch die Aufnahme von Mikroplastik durch Nahrung im Fortbestand beeinträchtigt werden. Menschen nehmen Mikroplastik beispielsweise über Nahrungsmittel wie Fisch in den Körper auf. M3: Silvia Izquierdo: Fischer säubern im Rahmen des Projektes „fishing for litter“ (Müllfischen) gegen Bezahlung den Mangrovenwald in der Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro, Brasilien. Fotografie, 2022 EU-Richtlinie aus dem Jahr 2019 Ziel dieser Richtlinie ist es, die Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt, insbesondere die Meeresumwelt, und die menschliche Gesundheit zu vermeiden und zu vermindern und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft mit innovativen und nachhaltigen Geschäftsmodellen, Artikeln und Werkstoffen zu fördern, um auf diese Weise auch zum reibungslosen Funktionieren des Binnenmarkts beizutragen. M4: Richtlinie (EU) 2019/904. Online auf: https://eur-lex.europa.eu (10.9.2024). Elektroschrott Ein weiteres Problem für die Menschen und ihre Umwelt ist sogenannter „E-Waste“ (Elektroschrott). Dieser entsteht durch die stetig fortschreitenden technischen Innovationen, die dazu führen, dass Konsumgüter eher ersetzt werden, anstatt sie zu reparieren (z. B. Handys, Fernsehgeräte, Laptops). Vermeintlich alte oder kaputte Produkte werden dann häufig unsachgemäß entsorgt, wodurch Chemikalien und Schwermetalle in die Umwelt gelangen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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