151 […] die neue österreichische Ausstellung mit dem Titel „Entfernung – Österreich und Auschwitz“ […] soll die Erinnerung an das Schicksal der österreichischen Opfer und den Widerstand von österreichischen Häftlingen wachhalten und zugleich die Involvierung von Menschen unseres Landes als Täter und Täterinnen darstellen. Meine Damen und Herren! Es ist unser Wille und unsere Verpflichtung, die Erinnerung an die Opfer zu bewahren. Und es ist unser Wille und unsere Verpflichtung, daran zu erinnern, dass nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter und Täterinnen Teil unserer Gesellschaft waren und von ihr geprägt waren. Insoferne trägt Österreich „Mitverantwortung für das Leid, das zwar nicht Österreich als Staat, wohl aber Bürger dieses Landes über andere Menschen und Völker gebracht haben“, wie das Bundeskanzler Franz Vranitzky 1991 vor dem Nationalrat einbekannte. Dem Andenken der Opfer des Holocaust werden wir nur gerecht, wenn wir dafür sorgen, dass Menschenverachtung, Sündenbockdenken und Gewalt niemals wieder als politisches Instrument eingesetzt werden. • ‚Niemals wieder‘ bedeutet, dass wir uns jeglichem Versuch der Zerstörung des Rechtsstaates und der liberalen Demokratie entschieden entgegenstellen und die Grund- und Freiheitsrechte verteidigen. • ‚Niemals wieder‘ bedeutet, sich den Versuchen nationalistischer Selbstüberhöhung entgegenzustellen und für ein gleichberechtigtes Miteinander einzutreten. • ‚Niemals wieder‘ bedeutet aber vor allem: keine Toleranz gegenüber Rassismus, keine Toleranz gegenüber Antisemitismus. Denn: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren! M2: Online auf: https://www.bundespraesident.at/aktuelles/detail/es-ist-unser-wille-und-unsere-verpflichtung-die-erinnerung-an-die-opfer-zu-bewahren (12.9.2024). Angaben zum Bildmaterial in den Maturaaufgaben Die antike Welt M1: Cheng Tingting Xinhua: Kapitolinische Wölfin. Fotografie, 14.5. 2022 M2: Jacopo Ripanda: Fresko, das Hannibal bei seiner Ankunft in Italien darstellt. Spätes 16. Jahrhundert. Palazzo des Conservatori, Rom M3: Vincenzo Camuccini: Der Mord an Gaius Iulius Caesar. Gemälde, 1804 Gesellschaft im Mittelalter M2: Holzschnitt von Jacob Meydenbach aus Prognosticatio von Johannes Lichtenberger, 1488. Christus auf dem Regenbogen segnet die drei Stände Klerus (links), Adel (rechts) und Bauern (unten). Aufschrift: „Tu supplex ora, tu protege, tuque labora“ (Du bete demütig, du schütze, und du arbeite). M3: Sebastian Gabriel: Ritterturnier in Neuried (Oberbayern). Fotografie, 2022 M4: Weingartner-Foto: Stadtgericht zu Eggenburg, Mittelalterfest in Eggenburg NÖ am 11.9.2022. Fotografie, 2022 Absolutismus M1: Hyacinthe Rigaud: Louis XIV (1638–1715), Roi de France. Louvre, Paris. Ölgemälde, 1701 M2: Unbekannt: Spiegelsaal im Schloss Versailles. Fotografie, 17.5.2021 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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