67 Jetzt bist du dran: 1. Vergleiche die Karten M1 und M3 hinsichtlich eines Zusammenhangs des politischen Systems eines Staates und eines aktuellen bewaffneten Konfliktes. 2. Rekonstruiere anhand deines Wissens über Österreichs Entwicklung zu einer stabilen Demokratie, welche Faktoren diesen Weg beeinflusst haben. 3. Erstelle auf Basis von M2 ein Schaubild, in dem du die drei politischen Systeme (demokratisch, hybrid und autoritär) gegenüberstellst. 0 <1 10 100 1,000 10,000 M3: Militärische und zivile Todesopfer in bewaffneten Konflikten 2024, nach ihrem Sterbeort (Schätzungen des Uppsala Conflict Data Program). Als bewaffneter Konflikt gilt eine Auseinandersetzung zwischen organisierten Gruppen oder zwischen einer organisierten Gruppe und Zivilpersonen. Nicht berücksichtigt sind Todesfälle aufgrund von Krankheiten und Hunger, die durch einen Konflikt verursacht wurden. Was haben politische Systeme mit Krieg zu tun? Eine wissenschaftliche Theorie besagt, dass Demokratien weniger anfällig dafür sind, bewaffnete Konflikte oder Kriege zu beginnen. Gründe dafür seien zum einen, dass die Kosten und Risiken eines Krieges von der Bevölkerung getragen werden und diese sich daher gegen Kriege aussprechen würde. In einer Demokratie kann man nicht gegen die Mehrheit regieren. Zum zweiten seien Demokratien eher an Frieden und Kompromissen interessiert als andere politische Systeme. Doch auch andere Faktoren bestimmen, ob ein Staat sich in einem bewaffneten Konflikt befindet: z. B. wirtschaftliche, gesellschaftliche und geopolitische Faktoren. Und stabile Demokratien entstehen erst, wenn Staaten längere Zeit in Frieden leben können. Formen politischer Systeme im Democracy Index Vollständige Demokratien: Länder, in denen nicht nur die politischen Grundfreiheiten und die bürgerlichen Freiheiten geachtet werden, sondern in denen auch eine politische Kultur herrscht, die dem Gedeihen der Demokratie förderlich ist. Die Regierung funktioniert zufriedenstellend. Die Medien sind unabhängig und vielfältig. Es gibt ein wirksames System der gegenseitigen Kontrolle. Die Justiz ist unabhängig und Gerichtsentscheidungen werden vollzogen. Die Funktionsweise der Demokratien weist nur wenige Probleme auf. […] Hybride Regime: Wahlen weisen erhebliche Unregelmäßigkeiten auf, sodass sie häufig weder frei noch fair [= für alle gleich] sind. Häufig übt die Regierung Druck auf Oppositionsparteien und -kandidaten auf. Gravierende Schwächen sind häufiger als in fehlerhaften Demokratien – in der politischen Kultur, der Funktionsweise der Regierung und der politischen Beteiligung. Korruption ist allgemein weit verbreitet und die Rechtsstaatlichkeit ist nicht gewährleistet. Die Zivilgesellschaft ist schwach. In der Regel werden Journalistinnen und Journalisten drangsaliert und unter Druck gesetzt, und die Justiz ist nicht unabhängig. Autoritäre Regime: In diesen Staaten gibt es keinen staatlichen politischen Pluralismus oder er ist stark eingeschränkt. Viele Länder in dieser Kategorie sind Diktaturen. Es kann zwar formale demokratische Institutionen geben, aber diese haben wenig Gewicht. Wenn Wahlen stattfinden, dann sind sie nicht frei und fair. Missbräuche und Verstöße gegen die bürgerlichen Freiheiten werden nicht geahndet. Die Medien befinden sich in der Regel in Staatsbesitz oder werden von Gruppen kontrolliert, die mit dem herrschenden Regime verbunden sind. Kritik an der Regierung wird unterdrückt und es herrscht eine weit verbreitete Zensur. Es gibt keine unabhängige Justiz. M2: Economist Intelligence Unit: Democracy Index 2023, S. 66 (eigene Übersetzung). Die Staaten werden mit Punkten bewertet. Autoritäre Regime weisen bis zu 4 Punkte auf, Demokratien maximal 10 Punkte. 2023 lebte nicht einmal die Hälfte der Weltbevölkerung in demokratischen Systemen, knapp 40 % lebten in autoritären Regimen. Als hybrid werden Regierungen bezeichnet, die zwischen den beiden liegen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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