Alles Geschichte! 8, Schulbuch

76 Die technischen Grundlagen für unsere heutige digitale Welt entwickelten sich ab der Mitte des 20. Jh. Die zunächst stationären elektromechanischen analogen Rechenmaschinen verkleinerten sich durch die Entdeckung und Entwicklung von Halbleitern zu mobilen Digitalgeräten, die in jede Hosentasche passen. Der erste Universalrechner Der für militärische Ziele entwickelte und 1946 in Betrieb genommene Electronic Numerical Integrator and Computer (ENIAC) war der erste rein elektronische, frei programmierbare Rechner. Er hatte eine Rechenleistung von 5 000 Operationen pro Sekunde, benötigte eine Fläche von 170 Quadratmetern und wog 27 Tonnen. Smartphones der neuesten Generation schaffen fünf Billionen Operationen pro Sekunde. M1: Unbekannt: Mathematikerinnen beim Programmieren des ENIAC. Kolorierte Fotografie, 1946 Vom Arpanet über das Internet zum WWW Die Idee der Verbindung von und Kommunikation zwischen Computern an unterschiedlichen Standorten geht auf den amerikanischen Psychologieprofessor und Informatiker J. C. R. Licklider Anfang der 1960er-Jahre zurück. 1969 wurde diese Vision im Arpanet Wirklichkeit, als die Computer von vier US-amerikanischen Universitäten per Telefonleitungen miteinander verbunden wurden. 1971 versendete der Ingenieur Ray Tomlinson zu Testzwecken die erste E-Mail zwischen zwei mit einem drei Meter langen Kabel verbundenen Computern. In den nächsten beiden Jahrzehnten entwickelten sich weitere technische Grundlagen der Kommunikation zwischen Computern, die auch heute noch angewendet werden. 1989 kann als das Geburtsjahr des World Wide Webs (WWW) gesehen werden. Der britische Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee entwickelte die Auszeichnungssprache (http), die Adressenstruktur (URL) und die erste Suchmaschine (Browser). In Österreich wurde die erste Standleitung zwischen der Universität Wien und dem Genfer Kernforschungszentrum (CERN) 1990 eingerichtet. Kommerzialisierung des Internets Mit dem im Alltag nutzbaren, für Privatpersonen leistbaren Personal Computer (PC) und ersten kommerziellen Internetprovidern wuchs das Internet ab 1990 exponentiell. 1995 bekam die Universität Wien ihren ersten Webserver. Das Internet wurde durch den Verkauf der Geräte, des Zubehörs und der Programme, die Dienstleister und den beginnenden Onlinehandel ein zunehmender Wirtschaftsfaktor. Internet über Mobilfunk war schon seit den 1990er-Jahren auf bestimmten Handys möglich. 2007 brachte das erste Smartphone mobiles Surfen mit einem vollwertigen Browser und Touch-Bedienung. Web 2.0 wird zu Social Media Der Begriff Web 2.0 aus dem Jahr 2003 bezeichnet die Veränderungen in der Nutzung des Internets. Waren bisher grundlegende Programmierkenntnisse notwendig gewesen, ermöglichte eine neue Generation von Anwendungen den Alltagsnutzerinnen und -nutzern, eigene Inhalte zu erstellen. Das erste soziale Netzwerk wurde 1997 veröffentlicht. Der Onlinedienst ermöglichte es, individuelle Profilseiten zu erstellen, Freundschaften mit anderen Benutzerinnen und Benutzern einzugehen, die Freundeslisten anderer Benutzer/innen (User/innen) anzusehen, einander Botschaften zu schicken und Diskussionen zu führen. Viele weitere Unternehmen brachten erweiterte Versionen auf den Markt und machten das Internet zum sozialen Medium. Chancen der digitalen Welt Die neuen technischen Möglichkeiten haben viele positive Effekte. Alltagsnutzer/innen können selbst in Blogs, Wikis und sozialen Netzwerken aktiv werden und neue Inhalte erstellen, verbreiten und kommentieren. Mit dem Internet können sich Menschen auf der ganzen Welt kennenlernen und in Echtzeit miteinander kommunizieren. Algorithmen können durch die Analyse der Nutzungsdaten die Suchergebnisse an die Interessen der User/innen anpassen. Das hat aber nicht nur Vorteile, sondern birgt auch die Gefahr, dass keine anderen Themen und Meinungen mehr aufscheinen und man in einer sogenannten Filterblase bleibt. 5.4 Vom Arpanet zu Social Media Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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