9 Vom Eisernen Vorhang zur EU-Außengrenze Das marktwirtschaftlich dominierte Westeuropa und das kommunistische Osteuropa waren bis Anfang der 1990er-Jahre durch eine nahezu unüberwindbare Grenze quer durch Europa räumlich und wirtschaftlich getrennt (s. Alles Geschichte! 7, S. 107–111). Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ermöglichte ab 1951 einen Neuanfang der Beziehungen zwischen diesen Staaten (s. S. 54). Mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge wurden 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) gegründet (s. S. 55). 1967 wurden EGKS, EWG und Euratom zur Europäischen Gemeinschaft (EG) zusammengeführt (s. S. 56). Nach Erweiterungen durch Länder Nordeuropas und Südeuropas bildete sich 1993 im Vertrag von Maastricht die Europäische Union (EU). 1995 trat auch Österreich der EU bei (s. S. 28). Im ersten Jahrzehnt des 21. Jh. kam es zur großen EU-Osterweiterung (s. S. 57 und S. 60/M1). Vereinigte Staaten von Europa? Durch die Zusammenarbeit der europäischen Länder kam es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bisher zu keinen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Staaten der EU. Die EU steht aber nach dem erstmaligen Ausscheiden eines Landes (Großbritannien, s. S. 52) vor der Frage, wie sie sich in Zukunft weiterentwickelt. Die unterschiedlichen Fraktionen im EU-Parlament streben einerseits eine stärkere politische und militärische Vernetzung an, andererseits eine Stärkung der Nationalstaaten mit rein wirtschaftlichen Verbindungen. Medien und Mediendemokratie Medien – sowohl klassische (s. S. 72) als auch digitale (s. S. 76) – nehmen eine wichtige Rolle in einer Demokratie ein, da sie auf gesellschaftliche und politische Themen aufmerksam machen und diese reflektieren. Pressefreiheit und Medienfreiheit (s. S. 74) sind die Grundlagen einer unabhängigen Berichterstattung. Digitale Medien werden darüber hinaus genutzt, um Geschichte darzustellen, in vielen Fällen sehr spezielle Geschichtsthemen (s. S. 78). Jetzt bist du dran: 1a. Recherchiere anhand der Karte M1 Spuren der Besatzungszeit in deiner Heimatgemeinde/deinem Bundesland. 1b. Gehe auf mediathek.at/onlineausstellungen/staatsvertrag/der-weg-zum-staatsvertrag/besatzung/befreiung-und-besetzung und beurteile einen ausgewählten Zeitzeugenbericht hinsichtlich der Auswirkungen der Besatzung auf die Bevölkerung. 2. Ermittle mit Hilfe des Textes die fehlenden Informationen und ergänze die Tabelle. Wann? Was? Wo? Details und Hintergründe 1945–1955 Marshallplan (European Recovery Program) Zur Stärkung der Wirtschaft wurden auf Kohle und Stahl keine Zölle eingehoben. Gründung der Europäischen Gemeinschaft Maastricht 1995 Staaten des ehemaligen Ostblocks treten der EU bei. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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