Begegnungen mit der Natur 1, Schulbuch

Katzen und Hunde Katzen sind Einzelgänger Auch ein Zusammenleben von Mensch und Katze gibt es wahrscheinlich schon sehr lange. So fand man beispielsweise in einem etwa 9 200 Jahre alten Grab auf Zypern neben einem menschlichen Skelett auch das einer Nubischen Falbkatze. Forscher gehen davon aus, dass das Tier getötet und mit seinem Besitzer begraben worden ist, was als Hinweis auf eine enge Beziehung zu Lebzeiten gedeutet wird. Man nimmt an, dass sich die Wildkatzen als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhielten. Die Menschen erkannten, wie nützlich Katzen als Ratten- und Mäusefresser sind. Sie begannen dann vermutlich damit, die Katzen zutraulich zu machen. Vor wahrscheinlich 2 000 Jahren brachten die Römer diese Hauskatzen nach Europa. Dort haben sich die Tiere möglicherweise auch mit der Europäischen Wildkatze gepaart. Wildkatzen leben nicht wie die Wölfe im Rudel, sie sind Einzelgänger. Deshalb gehen Katzen auch nicht so enge Beziehungen zum Menschen ein wie Hunde. Das Haus oder die Wohnung, in der sie leben, betrachten sie als ihr Revier. Katzen, die ins Freie dürfen, markieren ihr Territorium. Dazu verspritzen sie Harn und Duftstoffe aus Drüsen, die sich auf der Schwanzoberseite nahe des Schwanzansatzes befinden. Nubische Falbkatze Wildkatze, die ursprünglich aus Nubien stammt, einer Gegend am Nil zwischen Assuan in Ägypten und Khartum im Sudan Kulturfolger Tiere und Pflanzen, die dem Menschen gefolgt sind und dort günstige Lebensbedingungen (zB ausreichend Nahrung) finden Römer vor 2000 Jahren das mächtigste Volk der Welt Europäische Wildkatze war früher auch in österreichischen Wäldern beheimatet. Intensive Bejagung führte Mitte des 20. Jahrhunderts zur Ausrottung. In den letzten Jahren wurden wieder Tiere im Waldviertel (Niederösterreich), in der Wachau (Niederösterreich), im Mühlviertel (Oberösterreich), in der Steiermark, im Tiroler Paznauntal sowie im südlichen Kärnten beobachtet – offensichtlich Zuwanderer aus den Nachbarstaaten. Dies lässt hoffen, dass die Wildkatze in Österreich wieder heimisch wird. Territorium andere Bezeichnung für Revier (lat. „terra“ = Land, Gebiet) 12 Nubische Falbkatze 13 Europäische Wildkatze Alle Haustiere haben wildlebende Vorfahren Die allmähliche Veränderung von Wildtieren zu Haustieren durch den Menschen wird als Domestikation bezeichnet. Der Begriff Domestikation kommt aus dem Lateinischen. Latein ist eine alte Sprache, die unter der Herrschaft der Römer weit verbreitet war. „Domesticare“ bedeutet „in das Haus bringen“. Durch gezielte Auswahl von Tieren und kontrollierte Fortpflanzung wurden über Generationen hinweg die für den Menschen nützlichen Eigenschaften der Tiere verstärkt und unerwünschte Eigenschaften weggezüchtet. Allmählich entstanden so Tiere, die sich im Aussehen und im Verhalten von ihren wildlebenden Vorfahren unterscheiden. Heute gibt es mehr als 800 Hunderassen, die sich in ihrem Aussehen und im Verhalten mehr oder weniger stark voneinander und auch vom Wolf unterscheiden. Hauskatzen unterscheiden sich von ihrer Stammform nicht so stark wie Hunde. Bis heute wurden etwa 50 Katzenrassen gezüchtet. Viele Hauskatzen sind nicht eindeutig einer Katzenrasse zuordenbar. Kenn ich das? M Arbeitsheft Seite 4, 6, 7 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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