Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Organsysteme des Menschen Die Bauchspeicheldrüse reguliert den Blutzuckerspiegel Die Bauchspeicheldrüse ist nicht nur Verdauungsdrüse ( Begegnungen mit der Natur, Band 1), sondern auch Hormondrüse. Sie bildet zwei Hormone, die für die Regulierung des Blutzuckerspiegels im menschlichen Körper von Bedeutung sind: Insulin, das die Glucosemenge im Blut senkt, und Glukagon, das die Glucosemenge hebt ( Abb. 7). Durch die Nahrungsaufnahme, v.a. von kohlenhydratreichen Speisen, erhöht sich der Blutzuckerspiegel. Durch körperliche und geistige Tätigkeiten wird er aufgrund des Energiebedarfs gesenkt. Hat man auf Dauer zu viel Zucker im Blut, schädigt das die Blutgefäße und Organe. Im Gegensatz kann ein zu niedriger Blutzuckergehalt lebensbedrohlich sein. Das bedeutet, dass nur eine bestimmte Menge an Glucose im Blut gelöst sein darf, nämlich zwischen 0,6 und 1,1 g pro Liter. Insulin und Glukagon sorgen dafür. Bei Diabetes mellitus ist der Blutzuckerwert krankhaft erhöht Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Es gibt zwei Formen des Diabetes. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung ( S. 98), bei der die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, zerstört werden. Da zu wenig bis gar kein Insulin erzeugt wird, ist der Blutzuckerspiegel zu hoch. Zur Behandlung muss Insulin gespritzt werden. Typ-1-Diabetes tritt oft bereits im Kindes- oder Jugendalter auf. Die Ursache von Typ-2-Diabetes ist in den meisten Fällen in einer ungesunden Ernährung und einem ungesunden Lebensstil zu suchen. Deshalb wird diese Form des Diabetes oft auch als „ernährungsbedingter Diabetes“ bezeichnet. Die Bauchspeicheldrüse muss „auf Hochtouren“ Insulin produzieren. Der ständig erhöhte Insulingehalt im Blut bewirkt, dass die Zellen allmählich unempfindlich für Insulin werden. Dadurch wird die Zuckeraufnahme in die Zellen vermindert, der Blutzuckerwert bleibt erhöht. In der Folge schüttet die Bauchspeicheldrüse weiter Insulin aus. Dies führt allmählich zu einer „Erschöpfung“ der Insulin produzierenden Zellen und damit zu einer verminderten Insulinproduktion. Ältere Menschen sind häufiger von Typ-2-Diabetes betroffen, da eine „Erschöpfung“ der Insulin produzierenden Zellen auch aufgrund des Alters eintreten kann. Zu Beginn verläuft Typ-2-Diabetes meistens ohne Symptome und bleibt unbemerkt. Blutzuckerspiegel Glucosemenge im Blut Insulin Steigt der Blutzuckerspiegel, gibt die Bauchspeicheldrüse Insulin ab. Es bindet an Rezeptoren der Körperzellen, besonders an Leber-, Muskel- und Fettzellen. Dadurch nehmen sie Glucose aus dem Blut auf. Diese wird zur Energiegewinnung genutzt oder als Glykogen gespeichert. Starke Unterzuckerung kann zu Bewusstlosigkeit führen. Glukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Es bewirkt die Spaltung von Glykogen zu Traubenzucker, der dann ins Blut abgegeben wird. Diabetes mellitus wird im Volksmund als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet. ernährungsbedingter Diabetes Zu viel Zucker in der Nahrung und daher auch im Blut erhöht die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse. Fettleibigkeit und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um ein Mehrfaches. 7 Blutzuckerregulation (Schema) Körperzellen nehmen Glucose auf; Leber- und Muskelzellen speichern sie als Glykogen Leber- und Muskelzellen bauen Glykogen zu Glucose ab und geben sie ins Blut ab Bauchspeicheldrüse misst den Blutzuckerspiegel Blutzuckerspiegel zu hoch Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus Bauchspeicheldrüse schüttet Glucagon aus Blutzuckerspiegel zu niedrig Blutzuckerspiegel sinkt Blutzuckerspiegel steigt 104 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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