Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Steuerung und Information Dauerstress kann krank machen Stress ist für den Körper zunächst hilfreich. Problematisch wird er erst, wenn er über längere Zeit anhält. Dann wird vermehrt das Hormon Cortisol aus der Nebennierenrinde freigesetzt. Cortisol wirkt entzündungshemmend und hält den Körper leistungsbereit. Eine dauerhaft erhöhte Konzentration kann jedoch gesundheitsschädlich sein. Dauerstress kann das Herz-Kreislauf-System, die Verdauung und das Immunsystem belasten. Mögliche Folgen sind Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten. Solche Warnsignale des Körpers sollten ernst genommen werden. Der Körper benötigt Erholungsphasen. Anhaltender Dauerstress kann schließlich zu einem Zustand völliger körperlicher und seelischer Erschöpfung führen, dem sogenannten Burnout-Syndrom. Betroffene fühlen sich oft ausgebrannt, leiden an Müdigkeit und Schlafproblemen, sind weniger belastbar und ziehen sich häufig sozial zurück. Schilddrüsenhormone beeinflussen den Energiestoffwechsel Die Schilddrüse gibt mehrere Hormone ins Blut ab, die den Stoffwechsel beschleunigen und dadurch den Grundumsatz erhöhen. Das bekannteste Schilddrüsenhormon ist das Thyroxin. Um die Hormone in ausreichender Menge produzieren zu können, benötigt die Schilddrüse Jod. Jodmangel bewirkt, dass zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Dies führt unter anderem zu einer geringeren körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Mitunter beginnt die Schilddrüse unkontrolliert zu wachsen. Es bildet sich ein so genannter Jodmangelkropf. Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann aber auch andere Ursachen haben. So kommt es gar nicht selten zur Tumorbildung. Durch lokale Zellvermehrung entstehen mehr oder weniger große Knoten in der Schilddrüse. Meistens sind sie gutartig und beeinflussen die Funktion der Schilddrüse nicht. Ein heißer Knoten produziert zu viele Schilddrüsenhormone, was den Stoffwechsel beschleunigt. Symptome können unter anderem starkes Herzklopfen, Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit und Gewichtsabnahme trotz gesteigertem Appetit sein. Ein kalter Knoten bildet gar keine oder zu wenig Hormone. 6 bis 10 % der kalten Knoten sind bösartig (Krebs). Schilddrüsenkrebs kann auch durch die Strahlenbelastung mit radioaktivem Jod entstehen. Gelangt es zum Beispiel aufgrund eines Atomkraftwerksunfalls gemeinsam mit anderen radioaktiven Stoffen in die Atmosphäre, wird es eingeatmet und in der Schilddrüse gespeichert. Tritt ein solcher Unfall ein, bei dem radioaktives Material freigesetzt wird, kann die rechtzeitige Einnahme von KaliumjodidTabletten die Einlagerung des radioaktiven Jods verhindern. 5 Dauerstress macht krank. Nerven-, Hormon- und Immunsystem – drei Systeme arbeiten zusammen Nerven-, Hormon- und Immunsystem arbeiten bei Stress eng zusammen, um den Körper zu steuern und an Belastungen anzupassen. Das Nervensystem ermöglicht bei Gefahr eine sofortige Reaktion, das Hormonsystem sorgt für die langfristige Anpassung und das Immunsystem reagiert auf Belastungen des Körpers durch anhaltenden Stress. Kenn ich das? 6 Kropfbildung Thyroxin bewirkt unter anderem in Herbst und Winter einen verstärkten Abbau von Traubenzucker (erhöhte Wärmeproduktion als Anpassung an die niederen Temperaturen) Jod Spurenelement, das hauptsächlich mit dem Trinkwasser (als Jodverbindungen) und dem Speisesalz (wird speziell mit Jod angereichert, um einer Unterversorgung vorzubeugen) aufgenommen wird. Tumorbildung Ein Tumor ist eine unnatürliche (nicht vorgesehene) Ansammlung von Zellen. 103 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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