Genetik und Sexualität Gentechnik – verändertes Erbgut Gentechnik bedeutet, dass Wissenschafterinnen und Wissenschafter gezielt die Erbinformation von Lebewesen verändern. Dazu werden einzelne Gene, also Abschnitte der DNA, verändert, entfernt oder neu eingefügt. Auf diese Weise lassen sich bestimmte Eigenschaften beeinflussen. CRISPR-Cas9, eine Art „genetische Schere“ Ein modernes Werkzeug in der Gentechnik ist CRISPR-Cas9. Diese Methode wird oft als „genetische Schere“ bezeichnet, weil sich DNA damit an bestimmten Stellen schneiden und verändern lässt. Dadurch können einzelne Gene gezielt bearbeitet werden. CRISPR-Cas9 wird in der Medizin bei bestimmten schweren Erkrankungen erforscht und bereits bei einzelnen Erkrankungen eingesetzt. Auch in der Landwirtschaft wird die Methode genutzt, etwa um Pflanzen robuster gegen Schadinsekten, Krankheiten oder Trockenheit zu machen. Gentechnik soll helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen Gentechnik wird auch im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen diskutiert. Ziel 2 heißt „Kein Hunger“. Dazu gehört, Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit zu verbessern und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten dazu beitragen, Ernten zu sichern, wenn sie zum Beispiel höhere Erträge liefern oder unter schwierigen Klimabedingungen besser wachsen. Ein bekanntes Beispiel ist Golden Rice. Diese gentechnisch veränderte Reissorte enthält Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Vitamin-A-Mangel kann zu schweren Sehschäden bis hin zur Erblindung führen. Golden Rice wurde daher entwickelt, um Menschen zu unterstützen, die sich sehr einseitig von Reis ernähren und zu wenig Vitamin A aufnehmen. Golden Rice zeigt aber auch, warum Gentechnik sorgfältig diskutiert werden muss. Kritikerinnen und Kritiker fragen, ob eine einzelne gentechnisch veränderte Pflanze das Problem von Mangelernährung lösen kann. Sie verweisen darauf, dass Armut, fehlender Zugang zu abwechslungsreicher Ernährung, Anbaukosten, Saatgutrechte und die Beteiligung der betroffenen Bevölkerung ebenfalls eine Rolle spielen. Auch mögliche Folgen für Umwelt, Landwirtschaft und Ernährungssysteme müssen geprüft werden. Ein weiteres Beispiel sind gentechnisch veränderte Sojapflanzen (gv-Soja). Ein großer Teil des weltweit gehandelten Sojas stammt von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dieses Soja wird vor allem als Tierfutter verwendet. Dadurch hängt Gentechnik in der Landwirtschaft auch mit Welthandel, Fleischproduktion und Massentierhaltung zusammen. Gentechnik kann zu Gesundheit und Wohlergehen beitragen Auch Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ wird durch Gentechnik unterstützt. Bereits seit den 1980er-Jahren wird Insulin zur Behandlung von Diabetes gentechnisch hergestellt. Früher musste dieses Hormon aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren gewonnen werden, heute wird es mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien in gleichbleibender Qualität produziert. Auch manche Impfstoffe und bestimmte Hormone werden mithilfe gentechnischer Verfahren hergestellt. CRISPR-Cas9 CRISPR sind kurze, sich wiederholende DNA-Abschnitte, die ursprünglich in Bakterien entdeckt wurden. Cas9 ist ein Protein, das die DNA an einer bestimmten Stelle schneiden kann. Reis weltweit ernähren sich rund 130 Millionen Menschen fast ausschließlich davon 13 Erbgutänderung mit Hilfe von CRISPRCas9 Nachhaltigkeitsziel 2 Kein Hunger 14 Ziel 2 „Kein Hunger“ zielt darauf ab, den weltweiten Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit zu gewährleisten und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. 15 Golden Rice (hinten) im Vergleich zu weißem Reis Nachhaltigkeitsziel 3 Gesundheit und Wohlergehen 16 Ziel 3 „ Gesundheit und Wohlergehen“ zielt darauf ab, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters zu ermöglichen und Krankheiten weltweit besser zu bekämpfen. 112 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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