Grundlagen der Vererbung Gentherapien verändern Gene, um Krankheiten zu behandeln Neue Behandlungsformen, sogenannte Gentherapien, versuchen, defekte Gene zu reparieren oder zu ersetzen. Damit lassen sich Krankheiten behandeln, die früher als unheilbar galten – etwa bestimmte Blutkrankheiten oder Formen von Muskelschwund. Gentechnik in der Landwirtschaft ist umstritten In der Landwirtschaft wird diskutiert, ob gentechnisch veränderte Pflanzen langfristig sicher für Umwelt und Gesundheit sind. Es muss geprüft werden, ob sie sich mit wild wachsenden Pflanzen kreuzen, andere Pflanzen verdrängen oder die Entstehung resistenter Wildkräuter begünstigen. Auch wirtschaftliche Fragen spielen eine Rolle. Viele gentechnisch veränderte Pflanzen sind patentiert. In Österreich gibt es ein Gentechnik-Verbot. Gentechnik in der Medizin wirft viele Fragen auf Besonders problematisch sind Eingriffe in die Keimbahn des Menschen, also in Eizellen, Spermien oder frühe Embryonen. Solche Veränderungen betreffen nicht nur den entstehenden Menschen, sondern werden auch an mögliche Kinder und Enkel weitergegeben. In Österreich und vielen anderen Ländern sind solche Eingriffe verboten. Die ethischen Fragen sind hier besonders weitreichend: Ein Embryo kann nicht selbst entscheiden, ob sein Erbgut verändert werden soll. Außerdem muss überlegt werden, welche Eingriffe erlaubt sein sollten. Sollte Gentechnik nur schwere Krankheiten verhindern? Oder dürften auch Eigenschaften verändert werden, die nichts mit Krankheiten zu tun haben? Sind solche Verfahren sehr teuer, wären sie möglicherweise nur für wohlhabende Menschen zugänglich. Dadurch könnten Menschen mit mehr Geld gesundheitliche oder andere Vorteile erhalten, die anderen nicht offenstehen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Gentechnik braucht daher klare Regeln, sorgfältige Risikoabschätzung, unabhängige Forschung und eine offene gesellschaftliche Diskussion. Dabei müssen mögliche Vorteile und mögliche Folgen für Menschen, Umwelt, Landwirtschaft, Gesundheit und kommende Generationen betrachtet werden. patentiert bedeutet für die Landwirte/Landwirtinnen, dass das Saatgut rechtlich dem Saatgutunternehmen gehört. Sie dürfen es deshalb nicht selbst weitervermehren und im nächsten Jahr wieder aussäen. Es muss neu gekauft werden. Dadurch entstehen Abhängigkeiten von großen Saatgutunternehmen. Gentechnik-Verbot In Österreich wurde 1999 ein Gentechnik-Verbot beschlossen. Der Import von gv-Soja ist zwar erlaubt, wird aber kaum genutzt, da Konsumentinnen und Konsumenten gentechnikfreie Produkte bevorzugen. ethische Fragen sind Überlegungen, ob etwas richtig oder falsch ist, zB ob Gentechnik verantwortungsvoll eingesetzt wird. 17 Gentechnik ist umstritten – besonders in der Landwirtschaft. In der Diskussion um nachhaltige Landwirtschaft gibt es unterschiedliche Ansichten zur Nutzung von Gentechnik. Einige Menschen befürworten den Einsatz von genetisch verändertem Saatgut, um den Ertrag zu steigern und Ressourcen zu schonen, während andere Bedenken hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und der möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit äußern. Vergleiche die folgenden zwei Standpunkte: a) Pro Gentechnik: „Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut ist notwendig, um den wachsenden Nahrungsbedarf in der Welt zu decken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, indem weniger Pestizide eingesetzt werden müssen.“ b) Contra Gentechnik: „Gentechnisch verändertes Saatgut kann unvorhersehbare Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit haben. Wir sollten die biologische Vielfalt und natürliche Ressourcen bewahren und auf alternative nachhaltige Landwirtschaftsmethoden setzen.“ Erläutere deinen eigenen Standpunkt zu dieser Diskussion. Berücksichtige dabei im Text genannte Fakten und ethische Überlegungen, wie auch mögliche Einflüsse auf zukünftige Generationen. Du bist dran! 113 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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