Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Genetik und Sexualität Die Mendelschen Gesetze der Vererbung Was man heute über den Bau der Gene und ihre Vererbung weiß, ist das Ergebnis von über eineinhalb Jahrhunderten Forschung. Als Gregor Mendel 1865 seine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit präsentierte, stieß er auf Unverständnis. Niemand interessierte sich dafür. Erst 17 Jahre nach Mendels Tod wurde die Bedeutung seiner Forschungen erkannt. Heute gilt Johann Gregor Mendel als „Begründer der Vererbungslehre“. 1. Mendelregel: Uniformitätsregel und Entdeckung der Dominanz Mendel kreuzte rotblühende mit weißblühenden Erbsenpflanzen. Die Nachkommen – also die 1. Folgegeneration (F1-Generation) – hatten alle rote Blüten. Mendel schloss daraus: Bei Erbsenpflanzen ist die rote Blütenfarbe dominant – sie überdeckt die weiße. Das Merkmal „weiß“ wird unterdrückt, es ist rezessiv. In der Abbildung 23 auf Seite 115 ist das Kreuzungsschema dazu: „R“ steht für die dominante Variante (rote Blüten), „r“ für die rezessive Variante (weiße Blüten). Alle Pflanzen der F1-Generation tragen die Kombination Rr – sie sind also mischerbig, zeigen aber das dominante Merkmal – rote Blüten. In seinen Experimenten beobachtete Mendel, dass immer ein Merkmal dominierte. Zum Beispiel waren glatte gegenüber runzeligen Samen dominant und gelbe waren dominant gegenüber grünen. Mendels Ergebnisse aus diesen Versuchen wurden in der Uniformitätsregel ( Abb. 19) zusammengefasst. Kreuzt man zwei Individuen einer Art, die sich in einem Merkmal voneinander unterscheiden und in Bezug auf dieses Merkmal reinerbig sind, sind alle Nachkommen in diesem Merkmal untereinander gleich. 2. Mendelregel: Das rezessive Merkmal taucht wieder auf Mendel kreuzte die Mischlinge aus seinem ersten Versuch (die F1-Generation) untereinander. In der folgenden F2-Generation hatten drei Viertel der Nachkommen rote Blüten, ein Viertel hatte weiße Blüten. Das zeigt: Das rezessive Merkmal (weiße Blüten) der Großeltern (Elterngeneration) kann wieder auftreten, auch wenn es in der F1-Generation nicht sichtbar war. Aus diesem Ergebnis wurde später die Spaltungsregel abgeleitet ( Abb. 21). Kreuzt man die Mischlinge der F1-Generation weiter, spaltet die F2-Generation auf: Die Merkmale aus der Elterngeneration erscheinen in einem bestimmten Zahlenverhältnis wieder. 18 Johann Gregor Mendel Folgegeneration Nachkommen der beiden Ausgangsformen; die erste Folgegeneration wird als F1 bezeichnet, die Nachkommen der ersten Folgegeneration als F2 u.s.w. Kreuzungsschema Die Vererbung von Merkmalen kann mithilfe eines Kreuzungsschemas dargestellt werden ( Abb. 23). Rezessive Gene werden mit kleinem, dominante mit großem Buchstaben dargestellt, meist geschieht dies mit demselben Buchstaben Uniformitätsregel uniformis (lat.) = gleichförmig Elterngeneration Ausgangsgeneration; wird als P bezeichnet, da die Elterngeneration auch als Parentalgeneration bezeichnet wird; parentes (lat.) = Eltern 19 Uniformitätsregel 20 Hülsenfrucht mit Erbsensamen 21 Spaltungssregel 22 Rot- und weißblühende Erbsenpflanzen 114 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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