Genetik und Sexualität Hormone steuern die Veränderungen in der Pubertät Vor der Pubertät erzeugen die Hoden und die Eierstöcke nur geringe Mengen an Geschlechtshormonen, vor allem Androgene und Östrogene. Mit Beginn der Pubertät setzt der Hypothalamus Hormone frei, die die Hypophyse anregen: das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). Abbildung 5 zeigt die Wirkung der Sexualhormone: Der steigende LH- Gehalt im Blut (1) regt Hoden (2) bzw. Eierstöcke (3) dazu an, vermehrt Geschlechtshormone zu bilden. Diese fördern das Wachstum der Geschlechtsorgane sowie die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Ein Überwiegen der Androgene fördert männliche Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, eine tiefere Stimme und eine kräftigere Muskulatur. Ein Überwiegen der Östrogene fördert weibliche Geschlechtsmerkmale wie Brustentwicklung, eine breitere Beckenform und eine stärkere Fetteinlagerung an Hüften und Oberschenkeln. Mit der gesteigerten FSH-Produktion beginnt bei Burschen die Bildung von Spermien (4). Bei Mädchen fördert FSH das Heranreifen der Eizellen (5). Außerdem schüttet die Hypophyse Somatotropin ( S.105) aus. Dieses Hormon regt das Körperwachstum an. Dadurch kommt es während der Pubertät zu einem Wachstumsschub. Hormone steuern den Eierstock- und den Menstruationszyklus Im Verlauf des Eierstock- und Menstruationszyklus laufen Vorgänge im Eierstock und in der Gebärmutter gleichzeitig ab. Im Eierstock reift eine Eizelle heran, während sich in der Gebärmutter die Schleimhaut verändert. Zu Beginn des Zyklus fördert FSH die Reifung eines Follikels im Eierstock. In diesem Follikel reift eine Eizelle heran. Gleichzeitig bildet der Follikel Östrogene. Diese fördern den erneuten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Außerdem wird der Schleim im Gebärmutterhals dünnflüssiger, sodass Spermien ihn leichter passieren können. Steigt der Östrogenspiegel stark an, schüttet die Hypophyse vermehrt LH aus. Der starke Anstieg des LH-Gehalts im Blut löst den Follikelsprung aus. Dabei wird die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt. Der zurückbleibende Follikel entwickelt sich zum Gelbkörper. Der Gelbkörper bildet vor allem Progesteron und auch Östrogene. Progesteron erhält die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut und bereitet sie auf die mögliche Einnistung eines Embryos vor. Gleichzeitig wird der Schleim im Gebärmutterhals wieder zäh, sodass Spermien ihn schwerer passieren können. Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück. Dadurch sinkt die Produktion von Progesteron und Östrogenen. Die Gebärmutterschleimhaut wird teilweise abgestoßen, und die Menstruation setzt ein. Danach beginnt ein neuer Zyklus. Menstruationszyklen können zwischen etwa 22 und 40 Tagen dauern und sowohl über das Jahr als auch im Leben einer Frau variieren. Solche Unterschiede sind normal. Die Länge der ersten Phase (von Beginn der Menstruation bis zum Follikelsprung) kann dabei stärker variieren als die zweite (vom Follikelsprung bis zum Beginn der nächsten Blutung). Östrogene oistros (griech.) = Leidenschaft Progesteron Gelbkörperhormon; erhält die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut, regt Drüsen darin zur Abgabe eines nährstoffhaltigen Sekrets an und bereitet sie dadurch auf die mögliche Einnistung eines Embryos vor. Außerdem hemmt es die Ausschüttung von FSH und LH. 5 Sexualhormone und Hypophyse Vom Kind zum Erwachsenen an. mit asalt - ke sdukfen t n olli- - poene er, Androgene andros (griech.) = Mann genos (griech.) = das Geschlecht; Das wichtigste Androgen ist Testosteron. Ein erhöhter Testosteronspiegel im Blut ist in beiden Geschlechtern u. a. auch für das Entstehen sexueller Lust verantwortlich. Östrogene oistros (griech.) = Leidenschaft Das wichtigste Östrogen ist Estradiol (häufig auch als Östradiol bezeichnet). LH luteinisierendes Hormon luteus (lat.) = goldgelb FSH follikelstimulierendes Hormon Menopause Etwa um das 50. Lebensjahr sinkt bei Frauen die Produktion der Hormone, die den Menstruationszyklus steuern. Während dieser so ge150 Die Wirkung von LH und FSH Hypophyse sekundäre Geschlechtsmerkmale sekundäre Geschlechtsmerkmale Androgene Östrogene Spermienproduktion Eizellenreifung Hoden Eierstöcke Östrogene Androgene LH FSH LH FSH 2 1 3 4 5 p8y mation 6 Androgene bewirken unter anderem den Bartwuchs bei Burschen. 118 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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