Thema Der Mensch wird sesshaft Die Geschichte des Ackerbaus Während der letzten Kaltzeit herrschten in weiten Teilen Europas und Asiens raue, kalte Klimabedingungen. Die Menschen lebten als Nomaden. In Kleingruppen zogen sie durch das Land, um Nahrung zu finden. Sie jagten, sammelten Früchte und andere essbare Pflanzenteile. Klimawandel zwang den Menschen sesshaft zu werden Vor zirka 15 000 Jahren begannen die Temperaturen allmählich anzusteigen – Gletscher schmolzen, die Landschaft veränderte sich. Eine Folge der klimatischen Veränderungen war der Rückgang des an die Kälte angepassten Wildes (Mammuts, Wollnashörner, Riesenhirsche …). Da die Jagd nicht mehr ausreichend erfolgreich war, mussten die Menschen andere Nahrungsquellen erschließen. Schon bald fanden sie heraus, dass sie bestimmte Pflanzen anbauen konnten. Sie sammelten deren Samen und säten sie gezielt aus. Um die Felder zu betreuen, mussten sie allerdings sesshaft werden. Der Fruchtbare Halbmond – Ursprungsregion der Sesshaftwerdung Der Übergang vom Jäger und Sammler hin zu einer sesshaften, landwirtschaftlich geprägten Lebensweise fand erstmals in Vorderasien, im Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes ( S. 35 Abb. 2) statt. Mit der Sesshaftigkeit fingen die Menschen auch an, Tiere wie Schafe, Ziegen und Rinder zu domestizieren. Die Tiere lieferten nicht nur Fleisch, Milch und Leder, sie wurden auch als Arbeitstiere zur Feldarbeit eingesetzt. Vor rund 11 700 Jahren endete die letzte Kaltzeit. Es hatte sich ein stabiles, warmes Klima eingestellt mit Temperaturen, die etwa dem heutigen Niveau entsprechen. Zu dieser Zeit gab es im Nahen Osten bereits erste Dörfer, in denen mehrere Familien zusammenlebten. Unabhängig davon entwickelte sich später auch in China, Süd-, Mittel- und Nordamerika die Landwirtschaft eigenständig. Durch Migration hingegen breitete sich die neue Lebensweise aus Vorderasien über den Balkan nach Europa und über das Niltal nach Afrika aus ( S. 35 Abb. 2). Kaltzeit Die letzte Kaltzeit begann vor rund 115 000 Jahren und endete vor 11 700 Jahren. In Europa lag die Durchschnittstemperatur mit 0–2 °C ungefähr 10 Grad unter dem heutigen Temperaturniveau. Nomaden Menschen, die nicht an einem festen Ort wohnen, sondern von Ort zu Ort ziehen; nomás (griech.) = herumschweifend Fruchtbarer Halbmond Region im Nahen Osten, die sich von Israel und Palästina über den Libanon, Syrien und den Südosten der Türkei bis nach Irak und Iran erstreckt. Sesshaftigkeit Vor etwa 2,5 Mio. Jahren ( S.28) begann die Epoche der Steinzeit. Der letzte Abschnitt der Steinzeit, der durch die Sesshaftwerdung des Menschen gekennzeichnet ist, wird als Jungsteinzeit oder Neolithikum bezeichnet; néos (griech.) = neu, jung, líthos (griech.) = Stein) 1 Die Massai in Ostafrika leben heute noch als Nomaden. 34 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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