Der Pflug revolutionierte den Ackerbau Die Erfindung des Pfluges ermöglichte eine bessere Bearbeitung der Böden. Die ersten Pflüge, einfache Hakenpflüge, die nur zum Auflockern der Erde geeignet waren, gab es im Vorderen Orient bereits vor mehr als 5 000 Jahren. Sie bestanden aus Holz und wurden in der Regel von Menschen oder Tieren, meist Ochsen, gezogen ( Abb. 7). Vor rund 3 000 Jahren wurden die Geräte mit Pflugscharen aus Eisen ausgestattet. In Mitteleuropa setzten sich Hakenpflüge aus Holz vor etwa 4 000 Jahren durch. Pflüge mit Eisenbeschlägen waren erst vor rund 2 500 Jahren verbreitet. Vor 1700 bis 1 900 Jahren wurde im Römischen Reich der erste Pflug mit Rädern und eiserner Schar entwickelt. Er ermöglichte eine bessere Steuerung und tiefere Bodenbearbeitung. In Mitteleuropa verbreiteten sich die verbesserten Pflüge erst vor 1100 bis 1 400 Jahren. Vor etwa 800 Jahren wurden in Nordeuropa die ersten sogenannten Wendepflüge eingesetzt. Sie wenden beim Pflügen Erdschollen. Dadurch werden Mineralstoffe von unten nach oben gebracht, unerwünschte Pflanzen begraben und der Boden belüftet. Ertragssteigerung durch Dreifelderwirtschaft Vor 800 bis 900 Jahren wurde in Europa die Dreifelderwirtschaft eingeführt. Durch sie konnten die Erträge enorm gesteigert werden. Die Anbaufläche eines Dorfes wurde dabei in drei Felder aufgeteilt, eines mit Wintergetreide (zB Weizen oder Roggen) bestellt, das zweite mit Sommergetreide (zB Gerste, Hafer). Das dritte blieb ungenützt. Es diente als Viehweide. Es wurde dadurch gedüngt und konnte sich erholen. Jedes Jahr wechselte die Nutzung der Felder. Ertragssteigerung durch Intensivierung der Landwirtschaft Die Entwicklung und der Einsatz von Mineraldünger gegen Ende des 19. Jahrhunderts sowie der Einsatz von Maschinen wie Traktoren, Mähdreschern etc. im 20. Jahrhundert brachten eine deutliche Steigerung der Ernteerträge. Dies trug wesentlich zur Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung bei. Die Intensivierung der Landwirtschaft brachte leider aber auch viele Umweltprobleme mit sich. So wurden beispielsweise Hecken ( S. 44) und Feldraine entfernt und Kleingewässer zugeschüttet und dadurch die Lebensräume von Pflanzen und Tieren vernichtet. Pflug landwirtschaftliches Gerät, das zum Auflockern und Wenden des Ackerbodens eingesetzt wird Pflugschar Der Teil des Pfluges, der den Boden durchschneidet und auflockert. Eisen Die Entdeckung der Eisenverarbeitung vor rund 3 500 Jahren war für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, da sie eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Werkzeuge ermöglichte. Wintergetreide wird im Herbst ausgesät und im nächsten Sommer geerntet; die Samen (Getreidekörner) benötigen die kalten Temperaturen im Winter, um im nächsten Jahr Blüten und wiederum Samen bilden zu können. Aufgrund der längeren Entwicklungsphase liefert Wintergetreide meist höhere Erträge als Sommergetreide. Sommergetreide die Samen benötigen keine Kältephase im Winter, sie werden im Frühjahr angebaut und im Sommer desselben Jahres geerntet Feldrain schmaler, meist von Gräsern oder anderen Wildpflanzen bewachsener Streifen am Rand eines Ackers, der das Feld vom nächsten Acker, von Wegen, Gräben oder anderen Flächen trennt; er ist Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und schützt den Boden vor Erosion. 7 Skulptur eines Holzpfluges, 2000 v. Chr., Ägypten 8 Wendepflug aus dem Mittelalter 9 Hecken und Feldraine sind Rückzugsräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel auf landwirtschaftlichen Flächen kann auch die angrenzenden Hecken und Feldraine beeinträchtigen. Begründe diesen Zusammenhang. Du bist dran! 36 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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