Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Der Mensch wird sesshaft Die Sesshaftwerdung brachte viele Veränderungen mit sich Mit der Sesshaftwerdung änderte sich das Leben der Menschen. Die Landwirtschaft ermöglichte es, mehr Nahrung zu produzieren, als eine Gemeinschaft sofort verbrauchen konnte, Überschüsse wurden gelagert. Da so genug Nahrung zur Verfügung stand, überlebten mehr Menschen und Familien konnten mehr Kinder großziehen. Die Bevölkerung wuchs. Die Menschen begannen sich auf bestimmte Aufgaben zu spezialisieren, manche bestellten zum Beispiel nur noch Felder, während andere Töpfe herstellten oder Werkzeuge schmiedeten. Jeder übernahm eine bestimmte Rolle in der Gesellschaft. Da die Menschen mehr produzierten, als sie selbst brauchten, entstand Handel. Besitz und Tausch wurden wichtig, was wiederum zu sozialen Unterschieden führte. Wer viel hatte oder gut handeln konnte, gewann Einfluss. Wer mehr wusste oder besser organisierte, hatte oft eine höhere Stellung. Wissen wurde zunehmend wichtiger und weitergegeben – etwa in Landwirtschaft, Handwerk oder Bauwesen. Die Sesshaftwerdung brachte nicht nur Vorteile mit sich Die Sesshaftwerdung brachte viele Vorteile, wie mehr Stabilität und die Möglichkeit, größere Gemeinschaften zu bilden. Sie führte aber auch zu neuen Herausforderungen. So verbreiteten sich durch das Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum und in der Nähe von domestizierten Tieren Krankheiten leichter. Zuvor seltene Infektionskrankheiten wurden zum Problem. Die Ernährung war oft einseitig, da sie stark von wenigen angebauten Pflanzenarten abhing. Dies führte mitunter zu Mangel an wichtigen Nährstoffen, insbesondere im Vergleich zur abwechslungsreicheren Ernährung von Jägern und Sammlern. Die steigende Bevölkerungsdichte verschärfte Probleme wie Konkurrenz um Land. 10 Ein Forschungsteam untersucht „Ötzi“, die Mumie eines Mannes, der in der Jungsteinzeit gelebt hat. Er wurde 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden. Als er gelebt hat (vor ca. 5 300 Jahren) waren die Menschen schon sesshaft. Sesshaftigkeit sichert die Nahrungs- bzw Energieversorgung besser Lebewesen brauchen Nahrung aus ihrer Umgebung, um zu überleben. Für sesshafte Menschen stellen Ackerbau und Viehzucht sichere Energiequellen dar. Überschüsse lassen sich für Zeiten von Nahrungsknappheit (zB Winter) lagern. Da sie nicht ständig neue Nahrungsquellen suchen müssen, können sesshafte Gemeinschaften ihre Versorgung langfristig sichern. Kenn ich das? vor … Jahren Bevölkerung in Mio. Jahren 12 000 4 7 000 5 5 000 14 3 000 50 (1 900)–1 700 190 (900)–800 220 180 1 000 70 2 400 0 (Stand 2025) 8 300 11 Bevölkerungsentwicklung in den letzten 12 000 Jahren 1. Stelle anhand Abb. 11 die Entwicklung der Weltbevölkerung in den letzten 12 000 Jahren in einem Diagramm dar (x-Achse: Weltbevölkerung, y-Achse: vor … Jahren). 2. Ergänze dein Diagramm mit den jeweiligen Ereignissen, die vor … Jahren  (Abb. 11) im Zusammenhang mit der Sesshaftwerdung des Menschen stattgefunden haben. 3. Erkläre den Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Weltbevölkerung und dem steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln. Begründe die Herausforderungen, die sich daraus für Landwirtschaft ergeben können. Du bist dran! 37 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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