Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft im Wandel Renaturierung – ein Beitrag zum Naturschutz Neben dem Schutz bestehender Lebensräume ist auch die Wiederherstellung geschädigter Lebensräume wichtig. Diese Wiederherstellung nennt man Renaturierung. So können Feuchtwiesen, die durch Entwässerung oder intensive Nutzung verloren gegangen sind, wiederhergestellt werden. Dazu werden zum Beispiel Drainagen entfernt oder natürliche Wasserflüsse wiederhergestellt. Wenn der Wasserstand wieder ansteigt, können sich typische Pflanzen und Tiere erneut ansiedeln. Auch Flüsse werden mancherorts wieder naturnäher gestaltet oder in alte Flussräume zurückgeführt ( Abb. 53). Dadurch entstehen wieder Auen und natürliche Überschwemmungsflächen. Diese können Hochwasser besser aufnehmen. Renaturierung hilft daher nicht nur der Biodiversität, sondern kann auch zum Hochwasserschutz beitragen ( Abb. 54). Solche Projekte gab es bereits vor dem EU-Renaturierungsgesetz. Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Regulation) trat 2024 in Kraft. Sie schafft einen gemeinsamen Rahmen für Renaturierungsmaßnahmen in den EU-Staaten, um geschädigte Lebensräume wie Wiesen, Moore, Flüsse oder Wälder wiederherzustellen und die Biodiversität zu stärken. Renaturierung re- (lat.) = wieder, zurück; natura (lat.) = Natur, Beschaffenheit Drainagen Entwässerungssysteme, die Wasser aus dem Boden ableiten. Sie bestehen meist aus Rohren oder Gräben, die unter oder entlang von Feldern verlegt sind. Bodenschutz ist Klima- und Lebensraumschutz Böden speichern weltweit etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie die gesamte Atmosphäre. Sie sind damit ein zentrales Element des Kohlenstoffkreislaufs ( Seite 7) und bedeutend für den Klimaschutz. Intensive Landwirtschaft, häufiges Pflügen oder Entwässerung setzen diesen Kohlenstoff frei und verstärken den Klimawandel. Dieser wirkt zurück: Trockenperioden fördern Erosion und schädigen das Bodenleben. Gesunde Böden hingegen fördern artenreiche Pflanzengemeinschaften, die Insekten, Vögel und andere Tiere ernähren. Wird der Boden geschädigt, bricht diese Kette zusammen. Kenn ich das? 53 Renaturierung an der Salzach, ein Bagger gestaltet das Ufer. 54 Auwälder schützen vor Hochwasser. 1. Erkläre anhand eines Beispiels den Unterschied zwischen Schutz und Renaturierung. 2. Vor mehr als dreißig Jahren wurde die Mur, vor allem um landwirtschaftlichen Flächen zu gewinnen, begradigt. 2021 fanden umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen statt. Betrachte Abbildung 53. Notiere eine Vermutung zu den ökologischen Folgen der Wiederherstellung des natürlichen Flussverlaufes. Beschreibe, wie du deine Vermutung wissenschaftlich überprüfen würdest. 3. Finde in deiner Umgebung einen Ort, der durch den Menschen verändert wurden – zB einen Bach, eine Wiese, einen Park oder ein Wohngebiet. Erörtere eine Möglichkeit, um diese Flächen ökologisch zu verbessern, etwa durch mehr Grünflächen, Rückbau versiegelter Flächen, Anlage von Teichen oder renaturierte Bäche. Zeichne eine Skizze, um deine Maßnahme zu veranschaulichen. Du bist dran! 59 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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