Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Landwirtschaft als Ökosystem Landwirtschaft und Klimawandel Wetteraufzeichnungen in Mitteleuropa, auch in Österreich, zeigen seit etwa den 1990er Jahren eine zunehmende Häufigkeit von Hitzeperioden und längeren Trockenphasen, vor allem in den Sommermonaten. Diese Tendenz hat sich in den letzten Jahren weiter verstärkt. Hauptursache für die zunehmende Trockenheit ist der vom Menschen verursachte Klimawandel. Durch den steigenden Ausstoß von Treibhausgasen erwärmt sich die Atmosphäre, was zu veränderten Niederschlagsmustern führt. Während manche Regionen mehr Niederschlag bekommen, leiden andere unter längeren Trockenperioden. In Österreich kommt es besonders in den Obst- und Gemüseanbauregionen im Osten und Süden immer häufiger zu längeren Trockenphasen, in denen den Pflanzen Wasser fehlt. Höhere Temperaturen führen dazu, dass Wasser schneller verdunstet – aus Böden, Pflanzen und Gewässern. Dadurch wird weniger Wasser für die Pflanzen verfügbar, auch wenn die Regenmenge gleich bleibt. In landwirtschaftlichen Regionen, in denen viel Grundwasser zur Bewässerung genutzt wird, sinken die Grundwasserspiegel. Dies verstärkt die Trockenheit und kann langfristig die Wasserversorgung gefährden. Klimawandel fordert neue Lösungen in der Landwirtschaft Infolge der zunehmenden Trockenheit kommt es zu Ernteausfällen und geringeren Erträgen, besonders bei empfindlichen Kulturen wie Obst und Gemüse. Der erhöhte Bedarf an künstlicher Bewässerung belastet die Wasserressourcen zusätzlich. Um besser mit der Trockenheit klarzukommen, bauen viele Landwirte und Landwirtinnen mittlerweile Pflanzen an, die weniger Wasser brauchen. Zum Beispiel Tomatensorten, die auch bei wenig Wasser gut wachsen. Außerdem erfolgt die Aussaat oder das Setzen der Pflanzen früher im Jahr, damit die Pflanzen wachsen, wenn es noch kühler und feuchter ist – also bevor die heißen, trockenen Sommermonate kommen. Gegossen wird vor allem früh morgens, wenn die Tagestiefsttemperaturen erreicht werden und der Boden abgekühlt ist. Zu dieser Zeit ist die geringste Verdunstung zu erwarten und die Pflanzen können das Wasser besser aufnehmen. 55 Der Kauf heimischer Produkte … 56 … erspart lange Transportwege! Lies folgenden Textausschnitt genau durch: Die zunehmende Trockenheit stellt ein erhebliches Problem für den Obst- und Gemüsebau in Österreich dar. So führten im Frühjahr 2024 ein überdurchschnittlich warmer Jahresbeginn, gefolgt von Spätfrösten im April, zu erheblichen Schäden an Obstkulturen. In der Steiermark kam es zu Ertragsausfällen von bis zu 65 % bei Äpfeln und bis zu 70 % bei Birnen. Auch Marillen und Kirschen verzeichneten Ertragsminderungen von bis zu 100 %. Zusätzlich zu den Spätfrösten trugen auch Hitzewellen und Trockenperioden im Sommer 2024 zu weiteren Ernteausfällen bei. Im Gailtal beispielsweise berichteten Obstbauern von einem Ernteverlust von bis zu 80 %, da die Bäume aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Wassermangelproblematik nicht ausreichend gedeihen konnten. a) Nenne drei Wetterereignisse, die im Jahr 2024 zu Ernteausfällen geführt haben. b) Erkläre in eigenen Worten, warum die Trockenheit im Sommer ein Problem für den Obstbau ist. c) Stelle dir vor, du bist Obstbauer/eine Obstbäuerin. Welche Maßnahmen würdest du treffen, um deine Pflanzen besser vor Wetterextremen zu schützen? Beschreibe zwei Ideen. Du bist dran! 60 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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