Landwirtschaft als Ökosystem – auf einen Blick! Landwirtschaft als Ökosystem – auf einen Blick! Landwirtschaftliche Produkte entstehen durch Stoff- und Energieflüsse ă Stoffe werden in Agrarökosystemen immer wieder umgewandelt. Abgestorbene Pflanzenteile, Erntereste oder tierische Ausscheidungen werden von Bodenlebewesen und Mikroorganismen abgebaut. Dabei entstehen unter anderem Mineralstoffe, Kohlenstoffdioxid und Wasser, die Pflanzen wieder nutzen können. ă Durch die Ernte wird Biomasse aus dem Agrarökosystem entfernt. Deshalb müssen entzogene Mineralstoffe ersetzt werden, zum Beispiel durch Mist, Kompost oder Mineraldünger. Besonders die biologische Landwirtschaft versucht, natürliche Stoffkreisläufe möglichst gut zu nutzen. Viele Merkmale heutiger Nutzpflanzen und Nutztiere gehen auf künstliche Auslese zurück ă Menschen haben Nutzpflanzen und Nutztiere über viele Generationen gezielt ausgewählt und weitervermehrt. Dabei wurden Lebewesen mit gewünschten Merkmalen bevorzugt, zum Beispiel Pflanzen mit größeren Früchten oder höherem Zuckergehalt sowie Tiere mit hoher Milchleistung oder ruhigem Verhalten. Der Bau von Lebewesen und Lebensräumen erfüllt bestimmte Aufgaben ă Viele Merkmale von Pflanzen haben eine bestimmte Funktion. Die Blütenform vieler Pflanzen ist zB an ihre Bestäuber angepasst. Dadurch kann Pollen gezielt übertragen werden, was auch bei Obstbäumen für die Fruchtbildung wichtig ist. ă Auch Strukturen in der Agrarlandschaft erfüllen Aufgaben. Hecken und Feldraine bieten Lebensräume, bremsen Wind, schützen den Boden vor Erosion und fördern die Artenvielfalt. In Wiesen schaffen unterschiedliche Pflanzenschichten verschiedene Lebensräume für Bodenlebewesen, Pflanzenfresser und Bestäuber. Lebewesen und Landwirtschaft reagieren auf Umweltveränderungen ă Pflanzen reagieren auf Umweltbedingungen wie Licht, Temperatur und Wasserverfügbarkeit. Bei anhaltender Trockenheit können sie langsamer wachsen, kleinere Früchte bilden oder geringere Erträge liefern. ă Durch den menschengemachten Klimawandel treten Hitzewellen und längere Trockenperioden häufiger auf. Landwirtinnen und Landwirte reagieren darauf mit Maßnahmen wie angepassten Sorten, Bewässerung, veränderten Anbauzeiten, Fruchtfolgen oder neuen Anbaumethoden. Menschen nutzen Fortpflanzung zur Weitergabe gewünschter Merkmale ă Fortpflanzung bedeutet, dass Lebewesen Erbinformation an Nachkommen weitergeben. Diese Erbinformation bestimmt mit, welche Merkmale ein Lebewesen besitzt. ă Bei Nutztieren werden geeignete Elterntiere ausgewählt. Bei Nutzpflanzen werden passende Sorten vermehrt oder miteinander gekreuzt. So können Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit, Ertrag oder Tiergesundheit an die nächste Generation weitergegeben werden. 67 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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