Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Leben in Siedlungsräumen Kennzeichen städtischer Siedlungen Städte unterscheiden sich vom Umland nicht nur durch viele Häuser und Menschen, sondern auch durch die Umwelt- und Klimabedingungen. Da der Boden durch Straßen und Gebäude versiegelt ist, kann Regenwasser nicht oder nur schlecht versickern. Es fließt oberflächlich ab und wird über die Kanalisation rasch abgeleitet. Bei starkem Regen kann das Kanalsystem überlastet werden, sodass es zu Überschwemmungen kommt. Versiegelung verändert aber nicht nur den Wasserhaushalt. Weil weniger Wasser versickert und verdunstet, geht auch ein Teil der natürlichen Kühlung verloren. Moderne Stadtplanung versucht daher, Regenwasser möglichst mit Grünflächen, begrünten Dächern und versickerungsfähigen Pflastersteinen vor Ort zu speichern. Die Stadt ist eine Wärmeinsel In Städten ist es am Tag, besonders aber in der Nacht, oft wärmer als im unverbauten Umland. Asphalt, Stein und Beton nehmen tagsüber viel Sonnenenergie auf, speichern sie und geben sie nur langsam wieder ab. Dadurch kühlt die Stadt nachts weniger stark ab. Zusätzlich erhöhen Abwärme aus Gebäuden sowie Treibhausgase aus Industrie, Hausbrand und KFZ-Verkehr die Lufttemperatur. Das hat mehrere Folgen: Pflanzen beginnen oft früher zu wachsen und zu blühen. Gleichzeitig steigt die Hitzebelastung für Menschen, besonders für ältere Personen, Kranke und Kinder. Hitzetage und Tropennächte können die Gesundheit stark belasten. Flurwinde bringen Abkühlung und Schadstoffe In großen Städten steigt Warmluft auf, sodass kühlere Luft aus dem Umland nachströmt. So sorgen diese so genannten Flurwinde für Abkühlung, bringen aber auch Pollen, Bakterien und Staub in die Stadt. Dort reichern sich zusätzlich Luftschadstoffe an, was die Bildung einer Staubglocke begünstigt. Feine Partikel (Feinstaub) schädigen nicht nur die Atemwege, sie können auch einen Teil des Sonnenlichts abschirmen. Die Auswirkungen auf Klima und Luft sind innerhalb von Großstädten unterschiedlich stark. In dicht bebauten Innenstädten ist die Luftbelastung meist am größten, während es am Stadtrand oft kühler und grüner ist. Diese Unterschiede hängen eng mit der Nutzung und Bebauung der verschiedenen Stadtbereiche zusammen. Hausbrand private Heizanlagen Flurwinde Land-Stadt-Winde Feinstaub entsteht ua. durch Verbrennungsvorgänge in der Industrie und in privaten Heizanlagen, durch Reifenabrieb von KFZ-Verkehr oder durch Staubbildung bei Baustellen. Die winzigen, in der Luft schwebenden Teilchen können beim Einatmen in die Lunge gelangen und die Gesundheit gefährden. Abkühlung und Verteilung Staubglocke Flurwinde 1 Flurwinde können zur Bildung einer Staubglocke über der Stadt führen. 1. In der Stadt blühen Pflanzen oft früher als am Land. Erkläre das mit mindestens zwei Ursachen aus dem Text. 2. Finde mit einer Internetrecherche heraus, welche grünen Räume (Parks, Grünanlagen, Auen, Wälder, größere Wiesenflächen usw.) den Einwohnerinnen und Einwohnern einer österreichischen Stadt oder Gemeinde deiner Wahl zur Erholung zur Verfügung stehen. Du bist dran! 2 Blühende Bäume im Stadtpark von Graz. 71 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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