Leben in Siedlungsräumen Siedlungsgebiete wie Dörfer, Ortschaften und Städte sind künstliche Ökosysteme. Das heißt, dass sie vom Menschen geschaffen oder stark verändert wurden. Die Siedlungsökologie untersucht, wie menschliche Siedlungen und ihre Umwelt einander beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Bebauung, Verkehr, Licht, Abfall und Grünflächen auf Klima, Boden, Pflanzen und Tiere. In natürlichen und naturnahen Ökosystemen werden Wasser, Kohlenstoff, Sauerstoff und Mineralstoffe zwischen Produzenten, Konsumenten und Destruenten ständig weitergegeben. Dadurch entstehen weitgehend geschlossene Kreisläufe – Stoffe bleiben im Lebensraum gebunden und werden immer wieder genutzt. In Siedlungsgebieten ist das anders: Nahrung, Trinkwasser und Rohstoffe werden meist von außen in die Siedlung gebracht, während Abwasser, Abfall und Abgase aus dem Siedlungsraum abgeleitet werden. Nur ein Teil der Stoffe wird durch Kläranlagen, Recycling, Kompostierung oder Biogasanlagen wieder genutzt. Je dichter ein Gebiet bebaut ist, desto stärker verändern sich die Umweltbedingungen. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und intensive Nutzung beeinflussen Wasserhaushalt, Klima sowie die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Städte zeigen diese Einflüsse besonders deutlich und gelten daher als typische Beispiele für Siedlungsökosysteme. Siedlungsgebiete Je nach Größe der Bevölkerung unterscheidet man Dörfer, Ortschaften und Städte. Großstädte sind Städte mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. natürliche Ökosysteme Ökosysteme, die weitgehend ohne menschlichen Einfluss entstanden sind und funktionieren (zB Urwälder) naturnahe Ökosysteme Ökosysteme, die vom Menschen beeinflusst wurden, deren Aufbau und Artenzusammensetzung aber noch weitgehend natürlichen Verhältnissen entsprechen (zB naturnahe Wälder, Magerwiesen) 70 Siedlungsökologie Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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