Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Siedlungsökologie Pflanzen und Tiere stehen in enger ökologischer Beziehung In Städten wachsen viele nicht heimische Pflanzenarten, also Arten, die ursprünglich aus anderen Regionen der Welt stammen. Menschen haben manche davon bewusst angepflanzt, etwa weil sie schön aussehen, rasch wachsen und städtische Bedingungen wie Wärme, Trockenheit und Abgase gut vertragen. Beispiele dafür sind die Rosskastanie, aus Südosteuropa, und der Sommerflieder, aus Ostasien. Solche Arten prägen heute vielerorts das Bild von Parks, Straßen und Grünanlagen. Wenn nicht heimische Arten in der Stadt günstige Bedingungen finden, können sie sich stark ausbreiten und in manchen Fällen heimische Arten verdrängen. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaften. Das bleibt für Tiere nicht ohne Folgen: Insekten, die auf bestimmte heimische Pflanzen spezialisiert sind, finden dann weniger Nahrung oder verlieren ihren Lebensraum. Davon können in weiterer Folge auch Vögel und andere Tiere betroffen sein, die von diesen Insekten oder Pflanzen abhängen. So kann die Biodiversität in der Stadt abnehmen, auch wenn sie auf den ersten Blick artenreich erscheint. Auch Lichtverschmutzung beeinträchtigt die Biodiversität In Städten werden Straßen, Gebäude und öffentliche Plätze oft hell beleuchtet. Dieses zusätzliche künstliche Licht in der Nacht wird als Lichtverschmutzung bezeichnet. Sie kann dazu führen, dass bestimmte Arten in der Stadt seltener werden, während lichttolerante Arten leichter überleben. So jagen manche Fledermausarten an beleuchteten Stellen, andere meiden das Licht und verlieren dadurch geeignete Jagdgebiete. Maßnahmen wie dimmbare Straßenbeleuchtung oder lichtarme Zonen können die negativen Auswirkungen verringern. Auch der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Biodiversität Manche heimische Pflanzen vertragen Hitze schlecht, andere kommen besser damit zurecht. Deshalb werden bei Neupflanzungen oft widerstandsfähige Arten gewählt, etwa der Südliche Zürgelbaum, die Gleditschie oder der Feldahorn. Veränderungen in der Pflanzenwelt wirken sich auch auf Tiere aus, weil sich Nahrung und Lebensräume verändern. Igel oder Fledermäuse finden in überhitzten Städten oft weniger Wasser und Nahrung. Gleichzeitig breiten sich wärmeliebende und nicht heimische Arten stärker aus, etwa die Grüne Stinkwanze oder die Asiatische Tigermücke. Sie können heimische Arten verdrängen und so ganze Lebensgemeinschaften verändern. Verändern sich Pflanzengesellschaften, finden spezialisierte Insekten weniger Nahrung oder verlieren ihren Lebensraum. In weiterer Folge können auch Vögel und andere Tiere betroffen sein, die von diesen Insekten oder Pflanzen abhängen. So kann die Biodiversität in der Stadt abnehmen, auch wenn sie auf den ersten Blick artenreich erscheint. 16 Lichtverschmutzung beeinträchtigt die Biodiversität Diskutiere Vor- und Nachteile nächtlicher Straßenbeleuchtung für Menschen und Tiere und schlage naturverträgliche Beleuchtungslösungen vor. Du bist dran! Asiatische Tigermücke Überträger tropischer Viruserkrankungen; breitet sich seit einigen Jahren auch in Österreich aus. Sie ist an ihrer schwarz-weiß gestreiften Zeichnung gut zu erkennen und sticht vor allem tagsüber. Die Mücke legt ihre Eier in kleine Wasseransammlungen, etwa in Blumentopfuntersetzer oder Regentonnen. Zwar überträgt sie hierzulande bisher keine Krankheiten, doch durch wärmere Temperaturen kann sich das ändern. Wichtig ist daher, stehendes Wasser regelmäßig zu entfernen, um ihre Vermehrung zu verhindern. Lichtverschmutzung stört Orientierung und biologische Rhythmen Viele Tiere nutzen natürliche Licht- und Dunkelphasen als wichtige Umweltinformationen. Sie steuern damit Orientierung, Nahrungssuche oder Fortpflanzung. Künstliche Beleuchtung kann diese Signale überlagern. Nachtaktive Insekten werden von Lampen angezogen, verlieren Energie oder werden leichter von Fressfeinden erbeutet. Zugvögel können durch starke Beleuchtung verwirrt werden und mit Gebäuden kollidieren. Zudem kann künstliches Licht Fortpflanzungszeiten und den Tag-Nacht-Rhythmus vieler Tiere verändern. Kenn ich das? 76 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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