Siedlungsökologie Verkehr, Umwelt und Gesundheit Der Autoverkehr trägt wesentlich zur Luftverschmutzung bei, besonders in Städten und entlang stark befahrener Straßen. Feinstaub entsteht unter anderem im KFZ-Verkehr In Städten ist der KFZ-Verkehr Hauptverursacher von Feinstaub. Ein Teil stammt aus Abgasen, ein weiterer großer Teil aus Reifen- und Bremsabrieb. Beim Fahren lösen sich kleinste Partikel von Reifen und Bremsen und gelangen als Feinstaub in die Luft. Eingeatmeter Feinstaub kann in der Lunge Entzündungen sowie Husten oder Atemnot verursachen. Die Entzündungen können auch das Herz-Kreislauf-System belasten. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck. Auch Stickoxide aus Abgasen sind ein Problem. Sie können die Lunge reizen und Atemwegserkrankungen verschlimmern. Unter dem Einfluss von Sonnenlicht reagieren Stickoxide mit anderen Stoffen aus Abgasen. Dabei entsteht unter anderem bodennahes Ozon. Dieses Gas kann die Atemwege schädigen und die Leistungsfähigkeit der Lunge verringern. Besonders an heißen Sommertagen, wenn viel Sonne scheint und kaum Wind geht, kann sich Ozon in der Stadtluft anreichern. Verkehrslärm kann krank machen Dauerhafter Lärm kann zu Stress, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf- Problemen führen. Verkehrsberuhigte Bereiche, Tempo-30-Zonen und gut ausgebaute Rad- und Fußwege können dazu beitragen, den Verkehrslärm in Städten zu verringern. KFZ-Verkehr verbraucht Fläche Straßen, Parkplätze und Autobahnen nehmen viel Platz ein. Besonders große Verkehrsanlagen wie Autobahnkreuze oder mehrspurige Straßen versiegeln riesige Flächen. Diese Flächen stehen dann nicht mehr für Natur, Landwirtschaft oder Erholungsräume zur Verfügung. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel schont die Umwelt Weniger Autoverkehr und eine stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel helfen, den Flächenverbrauch zu verringern. Busse, Straßenbahnen und U- Bahnen können viele Menschen gleichzeitig befördern und benötigen dafür deutlich weniger Platz als Autos. Auch kürzere Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen entlastet die Umwelt und ist gleichzeitig gut für die Gesundheit. Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt Muskeln, Herz und Kreislauf und fühlt sich insgesamt fitter. Wo Autos notwendig sind, kann E-Mobilität die Umweltbelastung verringern. Elektrofahrzeuge stoßen beim Fahren keine Abgase aus und sind leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Für eine faire Beurteilung muss man die Umweltbilanz betrachten: Dabei werden Herstellung, Rohstoffgewinnung, Strombereitstellung, Nutzung, Lebensdauer und Recycling berücksichtigt. Durch die Batterie entstehen bei der Herstellung zunächst oft höhere Belastungen als bei Verbrennern. Über die gesamte Lebensdauer schneiden Elektroautos derzeit aber meist deutlich klimafreundlicher ab, besonders wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden. Zudem nutzen Elektromotoren die eingesetzte Energie wesentlich effizienter als Verbrennungsmotoren. 23 Große Verkehrsanlagen wie Autobahnkreuze versiegeln viel Bodenfläche und zerstören damit wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. 24 Begrünte Straßenräume, gut ausgebaute Radwege und eine kompakte Stadtplanung – also kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Freizeit – machen Städte lebenswerter, gesünder und umweltfreundlicher. Stickoxide sind gasförmige Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die unter anderem beim Verbrennen von Benzin und Diesel in Motoren entstehen. Autobahnkreuze Der österreichische Stadtplaner Roland Rainer (1910– 2004) stellte fest, dass ein Autobahnkleeblatt (kleeblattförmiges Autobahnkreuz) die Fläche der gesamten historischen Altstadt von Salzburg beansprucht, die aus 4 000 Wohnungen in 920 Häusern, 430 Gewerbebetrieben, 16 Kirchen, 13 Schulen und einer Universität besteht. E-Mobilität bedeutet die Fortbewegung mit Verkehrsmitteln, die mit elektrischem Strom betrieben werden, zB Elektroautos, Elektrobusse, E-Bikes. 78 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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