Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Siedlungsökologie Recycling hat Grenzen Nur richtig getrennter Müll kann gut recycelt werden. Werden Abfälle stark verschmutzt oder in die falsche Tonne geworfen, erschwert das die Wiederverwertung. Mülltrennung ist deshalb eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wertvolle Stoffe im Kreislauf bleiben. Recycling allein löst das Abfallproblem jedoch nicht. Viele Materialien können nicht beliebig oft wiederverwertet werden. Manche Kunststoffe verlieren dabei an Qualität, und Verpackungen aus mehreren fest verbundenen Stoffen lassen sich nur schwer trennen. Nicht alles gehört in den Restmüll In den Restmüll gehören nur Abfälle, die nicht wiederverwertet werden können, ungefährlich und nicht sperrig sind. In Österreich wird Restmüll überwiegend in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Die dabei entstehende Wärme kann genutzt werden, zum Beispiel zum Heizen. Problemstoffe, wie Batterien, Farben, Lacke, Medikamente, Chemikalien oder Energiesparlampen, müssen besonders behandelt werden. Sie können Stoffe enthalten, die Böden, Wasser und Luft belasten. Deshalb müssen sie bei Sammelstellen abgegeben werden. Auch Elektrogeräte gehören nicht in den Restmüll. Sie enthalten wertvolle Rohstoffe wie Metalle, aber auch problematische Stoffe. Deshalb werden sie fachgerecht zerlegt und behandelt. So können Rohstoffe zurückgewonnen und Schadstoffe sicher entsorgt werden. Sperrmüll, also große oder sperrige Abfälle wie kaputte Möbel, Teppiche oder Matratzen, muss ebenfalls gesondert gesammelt werden. Dafür gibt es Altstoffsammelzentren oder Mistplätze. Pfandsysteme und Mehrweg als sinnvolle Lösungen Ein besonders wirksamer Weg zur Abfallvermeidung sind Mehrwegsysteme und Pfandlösungen. Mehrwegflaschen werden nach der Rückgabe gereinigt und erneut befüllt. Dadurch entsteht deutlich weniger Abfall als bei Einwegverpackungen. Pfand sorgt außerdem dafür, dass Flaschen und Dosen nicht achtlos weggeworfen werden, sondern in den Kreislauf zurückkehren. Diese Systeme zeigen: Abfall sollte schon bei der Herstellung bedacht werden. Materialien sollten so gewählt werden, dass Produkte lange genutzt, repariert und gut recycelt werden können. Müll in der Umwelt Besonders problematisch ist Müll, der achtlos in die Umwelt geworfen wird. Verpackungen, Dosen, Zigarettenstummel oder Plastikreste verschmutzen Straßen, Parks, Gewässer und Böden. Tiere können sich daran verletzen oder Teile davon fressen. Kunststoffe zerfallen mit der Zeit in immer kleinere Teilchen. Es entsteht Mikroplastik, das sich in Böden und Gewässern anreichern kann. Eine saubere Stadt und eine saubere Landschaft entstehen nicht von selbst. Sie sind das Ergebnis eines verantwortungsvollen Umgangs mit Abfällen. 35 Müllverbrennungsanlage Spittelau, Wien 36 Mit 1. Jänner 2025 wurde in Österreich ein Pfandsystem für die Einwegverpackungen von Getränken aus Kunststoff und Metall eingeführt. 37 Mitunter sieht man Sperrmüll neben Müllcontainern entsorgt. Solche illegalen Ablagerungen sind verboten und werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Müllverbrennungsanlagen Restmüll, also nicht mehr verwertbarer Müll, wird gemeinsam mit anderen brennbaren Mischabfällen in Spezialanlagen mit Rauchgasreinigung verbrannt. Die dabei freigesetzte Wärme wird zur Energieversorgung und zur Beheizung von Gebäuden genutzt (Fernwärme). 82 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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