Das Immunsystem Viele Schutzimpfungen müssen aufgefrischt werden Bei einer Infektionskrankheit kommt das Immunsystem mit dem gesamten Erreger (zB Virus oder Bakterium) in Kontakt. Es reagiert dabei auf viele verschiedene Bestandteile des Erregers, auch auf innere Strukturen. Dadurch kann eine umfassende Immunantwort entstehen, die manchmal sehr lange anhält. Auch Impfstoffe lösen eine Immunreaktion aus, ohne dass man die Krankheit durchmachen muss. Sie enthalten abgeschwächte Erreger, Teile von Erregern oder Baupläne dafür. Impfstoffe werden sorgfältig geprüft, damit ihr Nutzen deutlich größer ist als mögliche Risiken. Einige Impfstoffe, etwa gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung), können einen langanhaltenden bis lebenslangen Schutz bieten. Bei vielen Impfstoffen lässt die Schutzwirkung mit der Zeit nach. Deshalb sind Auffrischungsimpfungen nötig. Bei der Impfung gegen FSME wird zum Beispiel eine erste Auffrischung nach drei Jahren empfohlen, danach etwa alle fünf Jahre. Natürliche Infektionen führen nicht immer zu dauerhaftem Schutz Es gibt natürliche Infektionen, die zwar die Bildung von Antikörpern auslösen, nicht aber die Produktion von Gedächtniszellen. Dadurch wird keine lebenslange oder langfristige Immunität entwickelt. Ein Beispiel dafür ist Tetanus, eine Erkrankung des Nervensystems, die durch Bakterien verursacht wird. Die Erreger kommen in Erde, Staub, Schmutz und Ausscheidungen vor. Eine natürliche Infektion bietet keinen länger anhaltenden Schutz. Deshalb muss die Tetanusschutzimpfung regelmäßig aufgefrischt werden: bis zum 60. Lebensjahr alle zehn Jahre, danach alle fünf Jahre. Es gibt auch Erreger, die sich immer wieder verändern (zB Grippe- und Coronaviren). Da die im Körper bereits gebildeten Antikörper gegen die neuen Varianten nicht mehr wirksam sind, muss mit einem neu angepassten Impfstoff erneut geimpft werden. 6 Aktive Immunisierung 7 Passive Immunisierung abgeschwächter Erreger abgeschwächter Erreger Heilimpfung Antikörper Schutzimpfung Plasmazelle Gedächtniszellen IMMUNSYSTEM unspezifische Abwehr ( S. 89) verfügbar ab Geburt (angeboren) Funktion allgemeine Abwehr Leukozyten zB Fresszellen, Mastzellen „Gedächtnis“ nein spezifische Abwehr ( S. 90) verfügbar ab wird im Laufe des Lebens erworben Funktion Abwehr gegen bestimmte Erreger Leukozyten zB T-Helferzellen, B Zellen „Gedächtnis“ Immunität 8 Immunsystem im Überblick Tetanus oder Wundstarrkrampf ist eine Erkrankung des Nervensystems, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Die Erreger gelangen durch Wunden in den Körper, wo sie zu einer krampfartigen Starre der Muskeln führen. Ist die Atemmuskulatur betroffen, besteht Lebensgefahr. 93 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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