Organsysteme des Menschen Immunität durch Impfen Mit der Bildung der Gedächtniszellen nach einer Infektion hat der Körper auf natürlichem Weg Immunität erworben. Immunität kann aber auch durch eine Schutzimpfung erlangt werden. Schutzimpfungen bereiten das Immunsystem darauf vor, bestimmte Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu erkennen und zu bekämpfen. Eine Möglichkeit ist, abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger zu impfen, oder Teile davon, die noch Antigene zeigen. Das Immunsystem beginnt dann mit der Produktion von Antikörpern und Gedächtniszellen. Auf diese Art kann man sich zB vor der Virus-Erkrankung FSME schützen, die durch Zecken übertragen wird: Bei der Impfung werden unschädlich gemachte FSME-Viren gespritzt. Die mRNA-Technologie ist relativ neu Eine andere Immunisierungsmethode, die im Zuge der COVID-19-Pandemie erstmals weltweit angewendet wurde, ist die Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff. Die mRNA, die zur Vorbeugung einer Coronaerkrankung eingeimpft wird, ist ein Molekül, das in den Coronaviren die Ausbildung von sogenannten Spike-Proteinen bewirkt. Mit ihrer Hilfe gelingt es den Viren in Wirtszellen einzudringen. Wird diese mRNA einem Menschen eingeimpft, so produziert sein Körper Spike-Protein ( Abb. 4 A). Da es für den Körper ein Fremdstoff ist, kommt es zu einer Immunreaktion. Es werden Antikörper und Gedächtniszellen gebildet. Die Antikörper zerstören die Spike-Proteine ( Abb. 4 B), die gemeinsam mit der mRNA innerhalb weniger Tage vom Körper abgebaut werden. Kommt es zu einer Infektion mit Coronaviren ( Abb. 4 C), werden diese sofort von den Antikörpern bekämpft ( Abb. 4 E). Es kommt zu keiner Erkrankung beziehungsweise treten nur schwache Krankheitssymptome auf. Eine Heilimpfung wirkt sofort Ist bereits eine Infektion erfolgt, ist es zu spät für eine Schutzimpfung. In manchen Fällen ist zur raschen Bekämpfung der Krankheitserreger eine Heilimpfung ratsam. Dabei werden Antikörper, die aus immunisierten Menschen oder Tieren gewonnen wurden, direkt eingeimpft ( S. 93 Abb. 8). Besteht zum Beispiel nach einem Hundebiss akut die Gefahr einer Tollwuterkrankung, kann eine Heilimpfung verabreicht werden. Da die geimpfte Person dabei nicht selbst Antikörper produzieren muss, spricht man von einer passiven Immunisierung. Sie bietet nur vorübergehende Immunität (also keinen längerfristigen Schutz), da die durch die Impfung eingebrachten Antikörper nach einiger Zeit vom Körper abgebaut werden. Schutzimpfung Durch Impfen wird das eigene Immunsystem wie nach einer Infektion aktiv. Es bildet Antikörper und Gedächtniszellen. Man spricht auch von einer aktiven Immunisierung. FSME Frühsommer-Meningoenzephalitis; Gehirn- und Hirnhautentzündung, die durch Viren hervorgerufen wird. Zu den Symptomen zählen zunächst Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen; unbehandelt führt die Erkrankung zu Lähmungen und Atmungsstörungen. COVID-19-Pandemie weltweiter Ausbruch einer Krankheit, die durch das als SARS-CoV-2 bezeichnete Virus verursacht wird; die Krankheit trat erstmals Ende 2019 in China auf und breitete sich schnell auf der ganzen Welt aus. Tollwuterkrankung Tollwut-Viren werden durch Biss- oder Hautkontakt mit infizierten Tieren (Füchse, Hunde, Katzen …) übertragen. Zwei Wochen bis drei Monate nach der Infektion treten die ersten Symptome auf: Fieber, Übelkeit; Erbrechen; die Krankheit endet tödlich, wenn nicht eine sofortige Heilimpfung nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt verabreicht wird. 4 Immunisierung durch Einimpfen von Coronaviren-mRNA (Schema) A B C D Virus Virus 5 Coronavirus (gefärbtes, elektronenmikroskopisches Bild) Spike- Proteine 92 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==