Alle unter einem Dach Lesen: Ökonomisch lesen, Lesestrategien bewusst nach Zielvorgabe einsetzen; literarische Kompetenz um die Auseinandersetzung mit Beschaffenheit und Merkmalen von Texten erweitern und sich in der Anschlusskommunikation über Gelesenes selbstständig austauschen; handlungsorientiertes Aufarbeiten von Texten aus Büchern durch aktiven Gebrauch der Sinne Eine andere Sicht einnehmen Der folgende Text stammt aus einem Buch. Lies zuerst die kurze Vorgeschichte und die Überschrift. Worum könnte es in der Geschichte gehen? Als Mirza aus der Schule kommt, wartet sein Papa schon auf ihn. Ohne etwas zu erklären, fährt er mit ihm im vollgepackten Auto los. Sie sind sehr lange unterwegs und überqueren sogar eine Grenze. Doch der Vater sagt Mirza nicht, wohin sie fahren. Mirza wird immer unruhiger und auch wütend. 1 Der Vater fährt in sein Heimatland, ohne vorher mit seinem Sohn zu sprechen. Welche Gründe könnte er dafür haben? Heimweh Angst Sorgen Urlaub Flucht 2 Der Text in 1 erzeugt Spannung. Besprecht in der Gruppe, wodurch das gelingt. Begründet eure Vermutungen. Seht euch die Form an: Enthält der Text schwierige Wörter? Kurze oder lange Sätze? Ist er gut verständlich? 3 Versucht, eine Handlung oder ein Gefühl der Figuren in 1 in einem Standbild darzustellen, zum Beispiel: Der Vater reißt die Autotür auf / Mirza erschrickt. Überlegt, wie ihr die Szene darstellt (Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Blickrichtung der Figuren, …) Die anderen Kinder geben euch Rückmeldung. 4 In einem Standbild steht ihr einige Zeit wie eingefroren da – wie auf einem Foto. Zuhause ist woanders Wir fahren über den Brückenbogen zu dem Land auf der anderen Seite. Dann hält mein Vater an. Er reißt die Tür auf und springt raus. Er rennt weg vom Auto und schreit in den Himmel. Dann dreht er sich um. Ich sehe an seinem Gesicht, dass er froh ist, aber seine Augen sind voller Tränen. Er geht zum Auto, hebt mich aus meinem Sitz und drückt mich an sich. „Endlich, Mirza. Endlich.“ „Was, Papa?“ „Wir sind zu Hause.“ Ich weiß, dass er nicht unser Zuhause meint, sondern sein Zuhause. Das Land, in dem er aufgewachsen ist. Papa klingt froh. „Es ist nicht mehr weit zum Haus.“ „Das Haus von Opa und Oma?“ Bestimmt hat er gute Erinnerungen and das Haus. Ich nicht. Ich bin nur zweimal dort gewesen, und an das erste Mal kann ich mich kaum erinnern, so klein war ich da noch. Wir fahren weiter. Ich fühle mich unwohl. Solange ich mich erinnern kann, sind wir zusammen, mein Vater und ich. Meine Mutter starb schon, bevor ich sprechen konnte. Ich kann mich nicht an sie erinnern. Und Papa und ich sind ein Team. Wir machen immer alles zusammen. Aber jetzt fühle ich mich so anders als er. Das will ich ihm erzählen. Ich suche nach Worten. Ich will nach Hause. Mein Zuhause. Enne Koens (gekürzt) 63 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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