29 2.4 — Ein erweitertes Grundmuster des Argumentierens: Die Einräumung (Konzession) Verfassen Sie zu oben stehendem Text einen kurzen Leserbrief. Bearbeiten Sie dabei folgende Arbeitsaufträge: — Geben Sie ein Argument wieder, zu dem Sie Stellung nehmen möchten. — Erläutern Sie Ihren Standpunkt. — Beurteilen Sie eventuelle Auswirkungen. Schreiben Sie zwischen 180 und 220 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen. AUFGABE Ein Leser der Onlineausgabe der „Presse“ hat genau diese Vorgangsweise (wie in der Schreibaufgabe gefordert), die für Leserbriefe und noch viel mehr für Postings üblich ist, gewählt. Er hat sich die Aussage „Natürlich ist die Verkehrsorganisation gefordert, unnötige oder zu lange rote Ampelsignale zu vermeiden“ hergenommen und diese zu seinem entscheidenden Argument gemacht: Das ganze Thema steht und fällt mit dem beiläufigen Satz „Natürlich ist die Verkehrsorganisation gefordert, unnötige oder zu lange rote Ampelsignale zu vermeiden.“ Rote Ampeln werden überall dort missachtet, wo sie (für Fußgänger) keinen Sinn ergeben. Ein Beispiel: Jeden Tag in der Früh gehen die Massen bei Rot über die Lassallestraße in Höhe Radingerstraße. Warum? Weil der Durchzugsverkehr bei einer vorigen Ampel Rot hat und weit und breit kein Auto zu sehen ist. Ganz selten naht ein zuvor auf die Lassallestraße abgebogenes Auto heran. Wenn die Verkehrsorganisation hier versagt, ist es kein Wunder, wenn sich die Stimmen mehren, das Gehen bei Rot zu legalisieren. Oder anders ausgedrückt: die Verkehrsorganisation darf sich ruhig ein wenig mehr an den Bedürfnissen des Fußgängerverkehrs orientieren, anstelle den Autoverkehr dort zu bevorrangen, wo es nicht erforderlich ist. Dann bedarf es auch keiner Diskussion mehr. quelle: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/1502355/ Rot-oder-rascher-tot-Das-Rotlicht-soll-Rotlicht-bleiben; 16.02.2019 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Lesen Sie Postings zu dem Artikel „Wenn einen Ampeln nötigen, bei Rot über die Straße zu gehen“ in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard“ unter https://www.derstandard.at/story/3000000230093/ wenn-einen-ampeln-noetigen-bei-rot-ueber-die-strasse-zu-gehen. Arbeiten Sie mit copy and paste und stellen Sie in einer Tabelle Pro- und Kontra-Argumente zusammen. Pro-Argumente Kontra-Argumente Schritte zum Kompetenzaufbau: — Ermitteln und analysieren Sie die Argumente eines Textes. — Geben Sie wesentliche Argumente mit eigenen Worten wieder. — Ergänzen Sie Argumente, die Ihnen wichtig scheinen. — Schreiben Sie zu Argumenten, die Ihnen nicht plausibel scheinen, Gegenargumente. Ein erweitertes Grundmuster des Argumentierens: Die Einräumung (Konzession) Zum erfolgreichen Argumentieren gehört, dass man seine Meinung mit einem oder mehreren guten Argumenten begründen kann. Besonders erfolgreich wird die Argumentation dann, wenn man Gegenargumente in seine Argumentation einbezieht und sie entkräftet. Diese Argumentationsweise verläuft oft nach dem „Natürlich-Aber-Schema“: Man gesteht zuerst einer anderen Meinung zu, dass diese etwas Richtiges aufweist. Das nennt man Einräumung (Konzession): „Natürlich ist es richtig, dass…“ Dann entkräftet man diese Einräumung mit einem Argument: „Aber …“ Die Einräumung kann durch verschiedene sprachliche Muster verwirklicht werden: Natürlich …; Selbstverständlich …; Ja, es ist …; Zugegeben, es ist …; Man muss zugeben, dass …; Es ist offensichtlich, dass … Ü12 2.4 – Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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