sprachreif, Schreibkompetenztraining 1: Argumentative und appellative Textsorten

59 3.2 — Erörterung Argumente leserfreundlich miteinander verbinden In der vorangegangenen Übung haben Sie vier Argumente nach Wichtigkeit gereiht. Sie können nun der Leserin/dem Leser das Verständnis des gedanklichen Zusammenhangs des Textes erleichtern, indem Sie entsprechende sprachliche Mittel einsetzen. Um logische Zusammenhänge zwischen einzelnen Abschnitten und Aussagen herzustellen, eignen sich bestimmte Wendungen sowie Bindewörter (Konjunktionen und Subjunktionen) und Adverbien. Folgende Möglichkeiten eignen sich dafür: — Ein erster Grund, der dafür spricht, dass … — Darüber hinaus … — Noch wichtiger … — Der entscheidende Grund … — Für die Aneinanderreihung von Argumenten eignen sich auch Verknüpfungswörter wie „ferner“, „nicht nur – sondern auch“, „zudem“, „außerdem“ … Verfassen Sie mit den zuvor erarbeiteten Argumenten einen zusammenhängen Text, indem Sie einige dieser Wendungen und Wörter einsetzen, um den gedanklichen Zusammenhang zwischen den Argumenten zu verdeutlichen. Diese Übung eignet sich sehr gut für eine Partnerarbeit: Sie geben Ihrer Mitschülerin/Ihrem Mitschüler Verknüpfungswörter vor, zu denen sie/er Argumente finden muss, und zwar zu der Aufgabenstellung: Verfassen Sie eine lineare Erörterung zum Thema: „Begründen Sie, warum Menschen unabhängig von Alter und Geschlecht Sport betreiben sollen.“ Sie werden in der Praxis Argumente nicht nur aneinanderreihen, sondern Schlussfolgerungen ziehen, Sachverhalte gegeneinander abwägen, begründen, Widersprüche formulieren usw. Folgende Konjunktionen und Adverbien sind in der argumentativen Praxis häufig anzutreffen: — Für das Verdeutlichen von Gegensätzen: jedoch, aber, dagegen, dennoch, einerseits – andererseits, allerdings … — Für das Zusammenfassen und die Aneinanderreihung von Sachverhalten: zuerst, anschließend, abschließend, sowie, wie, sowohl – als auch — Für das Schlussfolgern: deshalb, folglich, daher — Für das Begründen: weil, da, denn, nämlich Zu diesem Thema können Sie die KI gut als Schreibpartnerin einsetzen: In seriösen Tageszeitungen finden Sie immer wieder Pro- und Kontra-Kommentare (Beispiel: „Braucht es eine Helmpflicht für E-Scooter und E-Bikes?“, derStandard, 02.10.2025). Geben Sie in eine generative KI folgenden Prompt ein: „Lies die beiden Kommentare zum Thema ‚…‘ [Texte hier einfügen.] Verbinde die beiden Texte und schreibe eine schulische Erörterung (400 bis 450 Wörter).“ Dafür kann man zwei unterschiedlich Muster anzuwenden: In der ersten Erörterung sollen zuerst alle Pro-Argumente, dann alle Kontra-Argumente angeführt werden. In der zweiten soll jedes Pro-Argumente sofort mit dem jeweiligen Gegenargument verknüpft werden. Führen Sie obiges Beispiel aus. Überprüfen Sie, ob die beiden Ergebnisse tatsächlich dem geforderten Schema einer Erörterung entsprechen. Markieren Sie in beiden Texten die Verknüpfungen, Konjunktionen und Adverbien. Überprüfen Sie, ob Sie die von der generativen KI gewählten Verknüpfungen für geeignet halten. Fordern Sie eventuell im Falle von Unklarheiten, Wiederholungen etc. eine Überarbeitung. Nutzen Sie das Ergebnis, indem Sie nun selbst nach diesem Schema zwei Gegensatzkommentare zu einer Erörterung verbinden. Aus dem folgenden Text „Tattoo – Ein Gesundheitsrisiko“ sind Verknüpfungswörter entfernt worden („aber“, „allerdings“, „auch“, „denn“, „doch“, „jedoch“ „nur“, „ob“, „so dass“, „während“, „wenn“, „wie“ …). Überlegen Sie, welches Verknüpfungswort in welche Textlücke passt. Überprüfen Sie das gedankliche Verhältnis zwischen den jeweiligen Aussagen, bevor Sie sich entscheiden. Es kann sein, dass Sie ein Wort mehrmals verwenden müssen. Ü6 Ü7 Ü8 Ü9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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