16 3.1 — Die Zusammenfassung Wenn Sie diese Übung im Rahmen des Deutschunterrichts in Einzelarbeit durchgeführt haben, können Sie nun eventuell Ihr Ergebnis mit Ihrer Sitznachbarin oder Ihrem Sitznachbarn besprechen. Überlegen Sie gemeinsam, welche Informationen erhalten bleiben sollen. Lösungsvorschlag für die Wegstreichmethode im ersten Absatz: Odisha – Es ist ein besonderer Nervenkitzel: Im offenen Jeep werden Touristen durch das Tigerreservat im SimilipalNationalpark in Odisha in Ostindien gefahren. Wenn sich eine der Großkatzen tatsächlich im Dickicht zeigt, ist die Begeisterung groß. Bereits 1973 wurde das Gebiet zum Tigerreservat erklärt. Das hatte jedoch dramatische Konsequenzen für die dort seit Generationen ansässigen Indigenen: Zwischen 1987 und 2013 gab es mehrere Vertreibungen. Bewohner der drei verbliebenen Dörfer Jamunagarh, Kabatghai und Bakua weigern sich noch umzusiedeln. Alice Bayer von der NGO Survival International (SI) war vor Ort und berichtet: „Die Familien leben außerhalb des Waldes, unter elendigen Bedingungen, ohne Häuser, nur unter Plastikplanen.“ Die Menschen berichteten ihr von vielen Jahren der Einschüchterung durch Mitarbeiter der Forstbehörde. Den Leuten werde zum Beispiel damit gedroht, dass sie als Maoisten bezeichnet und verhaftet werden. Der nach dem Wegstreichen übriggebliebene Teil des Textes ist sprachlich zerstückelt und muss neu formuliert werden. Die vorhandenen Informationen werden in grammatikalisch korrekte Sätze zusammengefasst und dabei gleichzeitig zu übergeordneten Aussagen verdichtet. Ein mögliches Ergebnis der verkürzten Neuformulierung: Um den Tourismus zu fördern, wurden im ostindischen Similipal-Nationalpark in Odisha ehemalige Wohngebiete von Indigenen gegen deren Willen in ein Tigerreservat umgewandelt. Trotz mehrerer Vertreibungsversuche und wiederholter Einschüchterungsmaßnahmen der Forstbehörde beanspruchen die Menschen das Land weiterhin als ihr rechtmäßiges Wohngebiet, auch wenn sie dort in bitterer Armut leben. Fokussierung auf wesentliche inhaltliche Informationen durch den Einsatz von W-Fragen Lesen Sie das folgende Interview aus „Spiegel Online“ vom 11. Dezember 2014. Beantworten Sie anschließend die W-Fragen, die Sie in die unten angegebene Tabelle einfügen können. Bemühen Sie sich um möglichst klare und knappe Formulierungen. Ü3 Fünf Wochen lang glaubten Freunde und Familienmitglieder, dass Zilla van den Born, 25, durch Laos, Kambodscha und Thailand reist. Dabei waren alle Urlaubsbilder, die sie auf Facebook postete, ein digitaler Schwindel – die Studentin hatte zum Beispiel Bilder von sich vor exotische Hintergründe montiert. Das „Fakebooking“ war Teil ihrer Bachelorarbeit1 im Fach Grafikdesign an der Kunsthochschule Utrecht. UniSPIEGEL: Wie reagierte Ihr Umfeld, als es von dem Betrug erfuhr? Van den Born: Meine Mutter hat eine Woche lang nicht mit mir geredet. Auch meine Großmutter war wütend. Ihr Ausspruch „Mein Gott, Zilla“ ist zum Titel meiner Bachelorarbeit geworden. UniSPIEGEL: Warum haben Sie das denn überhaupt gemacht? Van den Born: Ich wollte zeigen, dass die ideale Welt, die wir uns im Internet erschaffen, nicht existiert. Wir wissen, dass Fotos von Models mit Photoshop bearbeitet werden, aber wir sind uns nicht bewusst, dass alles, was wir täglich im Internet hochladen, ja auch irgendwie manipuliert ist. UniSPIEGEL: Inwiefern? Van den Born: Warum fotografiert niemand den Regen während des Urlaubs, das schmutzige Hotelzimmer oder die lange Warteschlange? Durch die Auswahl der Bilder wird eine geschönte Realität vorgegaukelt – ich habe das durch meine Arbeit auf die Spitze getrieben. UniSPIEGEL: Sie haben sehr viel Aufwand betrieben, um Ihr Umfeld zu täuschen. Van den Born: Ich habe zum Beispiel meine Wohnung mehrmals im asiatischen Stil umdekoriert, um nachts mit meiner Familie zu skypen – der ZeiFake-Bilder auf Facebook: Urlaubslüge nach Thailand Auf Facebook reiste sie durch Asien, in Wahrheit saß Zilla van den Born nur in ihrem Zimmer in Holland. Mit gefälschten Fotos täuschte die Kunststudentin sogar ihre eigene Familie. Im Interview erzählt sie von ihrer wochenlangen digitalen Lüge. Das Interview führte Rebecca Erken 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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