sprachreif, Schreibkompetenztraining 2: Analytische und interpretatorische Textsorten

94 Lösungen: Zusammenfassung S. 20: Ü 8: Konjunktiv II: hülfe, stürbe, fühlte, gäbe, unterhielte; Umschreibung mit würde: würde sich bestimmt wohler fühlen, geben würde, unterhalten würde S. 23: Ü 10: sind … fest verankert = Zustandspassiv. Ausgehend von der Entwicklung der Schweiz zu einer Wohlstandsgesellschaft = umfangreiche Partipizialkonstruktionen. … legt … eine kritische Parabel von der subversiven Macht des Geldes vor, vor dem Hintergrund des Kalten Krieges steigert er in den Physikern diese Kritik zur Negativutopie privatwirtschaftlicher Omnipotenz = Komplexe Satzkonstruktion, Nominalphrase; Fremdwörter, Fachtermini, Komposita. Ü 11: Ein juristischer Fachtext (= Gesetzestext): Gemeinde Afritz am See; Thema: Hundehaltung. Allgemein: Komplexe Satzkonstruktion. Wird … gehalten = uneingeleiteter Gliedsatz; Passiv. verendeten, getöteten, abgegebenen oder sonst wie abhanden gekommenen Hundes = Verkürzung der Aussage durch Partizipien/Passiv. … entrichtet wurde = Passiv. Abgabenschuldner = juristischer Fachterminus. … die Verpflichtung zur Leistung der Hundeabgabe nur hinsichtlich des Differenzbetrages = umfangreiches Attribut. Auf das Vorliegen der Voraussetzungen dieses Absatzes ist bei der Meldung gemäß § 9 Abs. 1 besonders hinzuweisen = Nominalisierung; Fachvokabular/fachspezifische Abkürzungen; unpersönliche Ausdrucksweise Zusammenfassung: Wurden von einer Hundehalterin/einem Hundehalter in einer Gemeinde für das laufende Jahr bereits alle Abgaben für einen Hund geleistet, so sind bei Abhandenkommen dieses Tieres für einen neuen Hund derselben Abgabekategorie keine Abgaben zu entrichten oder nur mehr der Differenzbetrag bei einem größeren Tier. S 24: Ü 12: Formulierungen für das eigene Bundesland: Mustersätze finden sich in der Grafik auf S. 23, z.B. Auffälligkeiten: Frauen sind zwar in allen Ausbildungsberufen zu finden, dominieren aber im Verkauf (Einzelhandel, Bürokaufleute). Nach wie vor ergreifen wenige weibliche Lehrlinge einen technischen Lehrberuf. Textanalyse S. 39: Ü 2 Aspekte zur Analyse von Sachtexten Satzbau Kurze, mittellange und längere Sätze wechseln einander ab; Erläuterungen und Nachfragen erfolgen z.T. in elliptischer Form; überwiegend erweiterte Hauptsätze und Satzgefüge (meist mit Gliedsätzen ersten Grades); mehrere Sätze beginnen mit adverbialen Bestimmungen („Wirklich ‚zentral`…, „Ab 2015 …, „Interessanterweise“) bzw. mit Konjunktionaladverbien („vielmehr“, „andernfalls“) oder mit einem Gliedsatz („Wer also …“). Wortwahl Viele Begriffe aus dem semantischen Feld Schule („Schule“, „Zentralmatura“, „Leistung“, „Prüfung“, „Lehrer/in“, „Fünfer“, „Durchkommen“, „Maturazeugnis“); entsprechende Abkürzungen (AHS, BHS); Fachbegriffe („Mindestniveau“, „subjektiven Faktors“, „Bewertungskriterien“); z.T. Bildungssprache („veritabel“, „Status“, „Faktoren“). Rhetorik Etliche Aufzählungen; Asyndeton („diskutiert, konferiert, lamentiert“); rhetorische Fragen („Gibt es einen moralischen Anspruch auf Durchkommen bei der Matura?“); Metaphern („Blindheit“, „letzten Schritt“, „Schwelle“, „Türöffner“); Anspielung auf das Hamlet-Zitat „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“ („Haben oder nicht haben, war hier die Frage“). Stil Typische sprachliche Kennzeichen eines Zeitungskommentars; knappe Informationen werden teilweise abwägend und erklärend formuliert („zwar, aber“, „nämlich“), zum Großteil aber meinungsbetont kommentiert („zumal“, „ohnehin“, „Vielmehr“, „unzweifelhaft“, „Anderenfalls“ „Interessanterweise“); der Text beginnt mit einem Personalpronomen, das keinen vorangehenden Bezug aufweist - dies steigert die Neugier der Leserin/des Lesers; etliche Wörter und Wortgruppen stehen in Anführungszeichen, um Zitate zu kennzeichnen oder Begriffe zu relativieren. S. 46: Ü 4 zurück: Sonntag, noch acht Tage Ferien Tropfensalven wühlen das brackige Wasser des Flusses auf. Je länger man schaut, desto schaumiger und unruhiger wirkt die Oberfläche. Ein wildes Brodeln. Reinste Weltuntergangsstimmung. Da lässt sich nicht schönreden: – Hunde und Katzen, sage ich. Es puckert und klopft in einer Tour gegen den Schirm meiner Mütze. Ich ziehe sie tiefer in die Stirn. Rücke mit dem Hintern auf dem durchnässten Sand näher an das von mir gebuddelte Loch heran. Die Bandagen an meinen Händen erinnern an Kleidungsstücke, die man ungeschleudert aus der Waschmaschine holt. – Die kommen nicht mehr, höre ich Mauser sagen. Seine Stimme: weit weg und undeutlich (wie die hallenden Worte eines Predigers in einer halbleeren Kirche). Selbst meine eigene Stimme klingt im Kopf seltsam hohl wegen des Geprassels. – Ja, es schütte Dobermänner und Säbelzahntiger, sage ich. Baggere eine Handvoll Matsch an die Oberfläche. Mein Arm schwenkt aus: Das Zeug tropft auf die Zinne der Tropfburg. Mauser: – Die Sache ist ein Flop, ein Fiasko, eine Honigdusche im Bärenzwinger. – Dusche ja, Honig nein, sage ich. Beschirme mit der Hand die Augen, spähe flussaufwärts. Der Strand, die Promenade: menschenleer. Das Einzige, was sich im Moment bewegt, sind die struppigen Büsche vor der Flutschutzwand. Ihre Ästchen: winkende Arme (wie die von Zuschauern beim Rodeo). Mauser: – Und dafür fährt man jetzt durch die ganze Stadt, einmal von der einen zur anderen Seite. – Dafür natürlich nicht. Ich schnippe mit dem Nagel des Zeigefingers gegen eine Tropfburgzinne, schaue den auseinanderstiebenden Sandteilchen beim Auseinanderstieben zu. Wende mich um. Linse im Sitzen über die Schulter. Zum x-ten Mal der Kontrollblick zur Treppe. Vom Strand führt sie vorbei an Ziergärtchen und schmucken Häuschen mit verwaisten Hochterrassen den grünen Hang hinauf. Ein verschwommenes Bild (wie frisch hingetuscht mit zu viel Wasser). Nichts. Zwei Figuren: Ich-Erzähler und Mauser; warten am Stadtrand am Ufer eines Flusses auf jemanden/etwas; starker Regen S. 51: Ü 5 Am Beginn des Romans „Die Zeit der Wunder“ stellt der Ich-Erzähler sich seinen Leserinnen und Lesern vor. Sie erfahren seinen Namen (Blaise Fortune), sein Alter (12 Jahre am Beginn der Handlung, Geburtsdatum: 28. 12. 1985), den Geburtsort (Mont-Saint-Michel am Ärmelkanal), bekommen mitgeteilt, dass er das Foto seines Reisepasses verloren hat und Zollbeamte ihn ergriffen und festnahmen, weil sie seiner Geschichte nicht glaubten. Der Handlungsbeginn lässt Vermutungen entstehen, die Handlung könnte von jemandem erzählen, der versucht, in einem fremden Land sein Glück zu finden. Ü 6 Gedicht umfasst 14 Zeilen, Reimschema: abba; abba; ccd; eed → Gedichtform: Sonett: zwei Vierzeiler, zwei Dreizeiler. Metrum: Alexandriner; viele Zäsuren nach dem dritten Verstakt; männliche (a, d) und weibliche Kadenzen (b, c, e). Ausgewählte Stilmittel: Personifikationen („die Nacht schwingt ihre Fahn“, „Traurt itzt die Einsamkeit“), Metaphern („der Glider Kahn“, „Thal der Finsternüß“), Vergleich („Gleich wie diß Licht verfil“), Antithese (Tag-Nacht), Parallelismus (Der schnelle Tag ist hin/die Nacht schwingt ihre Fahn“), Anapher („Laß“), Alliteration („Der Menschen müde Scharen“) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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