Begegnungen mit der Natur 3, Schulbuch

Nutztiere Die Trächtigkeit der Schweine dauert knapp vier Monate In einem Schweinezuchtbetrieb werden für die Ferkelzucht geeignete Vater- und Muttertiere ausgesucht. Die Besamung der Säue erfolgt meistens künstlich. Die Eber geben daher in so genannten Besamungsstationen Spermienflüssigkeit ab. Sie wird in Tuben abgefüllt und an die Zuchtbetriebe geschickt. Die Muttertiere werden besamt, wenn sie sich in der Rausche befinden. Nach etwa 116 Tagen Trächtigkeit werden zehn bis achtzehn Ferkel geboren. In konventionellen Betrieben finden die Geburt und das Säugen der Ferkel in einem eigenen Bereich im Abferkelstall, in der so genannten Abferkelbucht, statt. Solange die Jungen gesäugt werden, bleiben sie gemeinsam mit der Muttersau in der Bucht. In den meisten Betrieben wird das Muttertier in einem Kastenstand (wird im Abferkelstall auch Abferkelstand genannt) fixiert, einem Metallgestell, das das Muttertier auf kleinem Raum hält. Die Haltung im Kastenstand wird seit vielen Jahren stark kritisiert. Sie entspricht nicht der natürlichen Lebensweise. Das Nestbauverhalten kann nicht ausgelebt werden. Durch die fehlende Bewegungsfreiheit kann Stress ausgelöst werden. Eine höhere Krankheitsanfälligkeit kann die Folge sein. Die neue österreichische Tierhaltungsverordnung (1. Tierhaltungsverordnung 2012) reagiert zumindest teilweise darauf: Bis spätestens 2033 müssen Abferkelbuchten so gestaltet sein, dass der Abferkelstand geöffnet werden kann und sich das Muttertier einige Tage nach der Geburt frei in der Bucht bewegen darf. Viele Betriebe, die im Sinne einer ökologischen Landwirtschaft arbeiten, verzichten komplett auf die Fixierung im Kastenstand. Mit sechs Monaten sind die Schweine schlachtreif Vier bis fünf Wochen lang säugt die Mutter die Ferkel. Danach werden sie in den Aufzuchtstall gebracht. Mit etwa zwölf Wochen werden sie in den Maststall übersiedelt. Sie haben zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von etwa 30 kg. Mit sechs Monaten haben die Tiere das Schlachtgewicht (etwa 110 kg) erreicht. Der Transport in den möglichst nahe gelegenen Schlachthof erfolgt meist mit einem Lkw. Die Schlachtung findet unter strenger tierärztlicher Kontrolle statt: Es wird u.a. überprüft, ob die Tiere gesund sind, ob bei der Aufzucht eventuell unerlaubte Präparate verwendet wurden, ob es Rückstände von Antibiotika im Fleisch gibt usw. Rausche Zeit, in der die Sau trächtig werden kann Kastenstand dient nicht nur dazu, „Ferkelverluste“ (es kommt vor, dass bei dichter Haltung das Muttertier unbeabsichtigt Ferkel erdrückt) zu vermindern, sondern bringt auch einen wesentlich geringeren Arbeitsaufwand. Beide Punkte stellen einen hohen wirtschaftlichen Faktor dar. 179 Abferkelbucht mit Kastenstand 180 Fleischteile vom Schwein und ihre Verwendung 1. Sammle Informationen zur Kastenstandhaltung im Europavergleich. 2. Erstelle eine Liste von Produkten, die Schweine außer Fleisch noch liefern. Du bist dran! Schopfbraten zum Braten und Herausbacken Kopf alles zum Kochen langes Karree zum Braten, Grillen und Herausbacken kurzes Karree zum Braten, Grillen und Herausbacken Schlögel zum Dünsten, Braten und Herausbacken hintere Stelze zum Kochen, Braten und Faschieren Bauchfleisch zum Braten und Faschieren vordere Stelze zum Kochen, Braten und Faschieren Schulter zum Kochen, Braten, Herausbacken und Faschieren Lungenbraten zum Grillen und Herausbacken 91 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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