Artgerechte Haltung von Rindern ist dann vorhanden, wenn die Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben dürfen. Natürliche Verhaltensweisen des Rindes Rinder leben in einer Herde mit einer Rangordnung. Daher benötigen sie Artgenossen in ihrer Umgebung. Sie müssen ausreichend Platz haben, um einander aus dem Weg gehen zu können. Rinder stehen gerne bei der Nahrungsaufnahme (10–12 Stunden pro Tag). Beim Wiederkäuen (4–9 Stunden täglich) legen sie sich meistens auf den Boden. Während eines Tages nimmt ein Rind bis zu 100 Liter Wasser zu sich. Verschiedene Haltungsformen in Österreich Rund 23 % der in Österreich gehaltenen Rinder leben in biologischer Landwirtschaft, bei den Mutterkühen sind es etwa 42 %. In der biologischen Landwirtschaft muss jedes Tier einen ausreichend großen und sauberen Liegeplatz mit natürlichem Einstreumaterial (z.B. Stroh) haben. Der ständige Zugang zum Freibereich ist an zumindest 120 Tagen des Jahres verpflichtend. Bei der Mutterkuhhaltung bleiben die Kälber nach der Geburt bei der Mutter. Diese Haltungsform wird in der Fleischerzeugung eingesetzt. Das Fleisch der Kälber hat hierbei eine sehr gute Qualität. Bei der Freilandhaltung verbringen Rinder die Sommermonate auf der Weide (Almwirtschaft) und fressen dort Gräser und Wiesenpflanzen. Durch das Abfressen der Pflanzen verhindern sie die Verbuschung der Weiden. Im Herbst werden die Tiere ins Tal getrieben und verbringen den Winter im Stall. Bei der Laufstallhaltung bewegen sich die Rinder innerhalb eines relativ großen Stalls frei. Es gibt Bereiche für das Fressen, das Liegen und für das Melken. Oft haben die Tiere Zugang zu einem Freibereich. Die sogenannte „dauernde“ Anbindehaltung ist in Österreich seit 2020 verboten. Bei dieser Form der Haltung stehen die Rinder eng nebeneinander. Meist können sie nur den Kopf zum Futter oder zum Wasser bewegen. Die Belüftung, die Fütterung und das Ausmisten des Stalls geschehen oft automatisch. Die Tiere müssen sich mindestens 90 Tage frei bewegen können. Bei der High-Tech-Haltung gibt es keine festen Melkzeiten. Die Kühe sind in Laufställen und suchen den Melkstand von selbst auf, angelockt vom dort vorhandenen Kraftfutter. Während sie fressen, reinigt ein Greifarm ihre Euter, setzt die Melkbecher an (die richtige Position ermittelt ein Laser) und desinfiziert die Zitzen. Eine Kuh, die nicht zum Roboter kommt, wird genauso registriert wie eine, deren Milchleistung geringer wird. So können die Erträge gesteigert werden. A1 Notiere die Bezeichnungen der Haltungsformen unter B1 bis B4. Für ein Bild gibt es zwei Antworten. B1 v B2 v B3 v B4 v Kurz erklärt Verbuschung: die Ausbreitung von Sträuchern und Bäumen auf Wiesen oder Weiden 122 Artgerechte Rinderhaltung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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