global 8. Geographie und Wirtschaftskunde, Schülerbuch

9 Chancen und Gefahren der Globalisierung erörtern zusammengesetzt sind als vermutet. Dadurch folgt eine größere Vielfalt an Produkten, die Notwendigkeit einer Auswahl und die Entwicklung eines mehr oder weniger bewussten Ernährungsstils. Die Ernährungsweise ist daher weniger an einen bestimmten Ort gebunden, sondern an subjektive Entscheidungen. 2) Wer technischen Support benötigt oder ein Flugticket umbuchen muss, stellt mit Hilfe der Servicenummer den entsprechenden Telefonkontakt her und landet in einem Call Center zum Beispiel in Indien. Dort arbeiten vielfach gut ausgebildete, deutsch sprechende Menschen, die eine flexibilisierte und unsichere Arbeit meist in Teilzeit oder ohne Vertrag ausführen. Sie stellen kostengünstige Arbeitskräfte für Firmen dar und treten auf Grund ihrer niedrigen Entlohnung in direkte Konkurrenz zu Arbeitskräften in Europa. Ähnliches gilt zum Beispiel für Bereiche wie Softwareprogrammierung, Lohnverrechnung und Schreibarbeiten. M2 Globalisierung (Andreas Prüstel, 2016) M3 Ausbeutung (Jan Tomaschoff, 2016) (…) Globalisierung ist kein „natürlicher“, objektiven ökonomischen Gesetzen folgender Prozess, sondern Folge vornehmlich politischer Entscheidungen. Diese lassen sich nicht einfach zurücknehmen, da sie in internationalen Verträgen festgeschrieben sind, viele Unternehmen sich an ihnen orientieren und es zur Änderung in der Regel eines internationalen Konsenses bedarf. Aber die Regeln können unterschiedlich interpretiert und angewendet, können abgeändert und schrittweise weiterentwickelt werden. Dies haben auch viele Kritiker erkannt, die Globalisierung nicht einfach länger nur verhindern, sondern sie gestalten wollen. (aus: „Globalisierung gestalten“, S. 13 f.) M4 Globalisierung ist kein Naturgesetz Der britische Soziologe Anthony Giddens definiert Globalisierung als die Zunahme weltweiter Vernetzung, nämlich als „eine Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen, durch die entfernte Orte in solcher Weise miteinander verbunden werden, dass Ereignisse an einem Ort durch Vorgänge geprägt werden, die sich an einem viele Kilometer entfernten Ort abspielen, und umgekehrt“ (1995, S. 85). Aus dem Kompaktlexikon Wirtschaft: „Allgemein: weltweite Ausdehnung. Volkswirtschaft: internationale Ausdehnung wirtschaftlicher Aktivitäten. Durch Globalisierung wird der internationale Wettbewerbsdruck erhöht. Betriebswirtschaft: Globalisierung ist die Strategie eines international tätigen Unternehmens, Wettbewerbsvorteile weltweit durch Ausnutzung von Standortvorteilen aufzubauen. Umweltpolitik: Globalisierung ist verknüpft mit der Tatsache, dass auch lokale anthropogene Handlungen (zB CO2-Emissionen) globale Auswirkungen (zB auf das Klima) haben können. Ethik: Im Zuge der Globalisierung nehmen sowohl Kooperationsmöglichkeiten als auch Konflikte zu. („Wettbewerb“ 2015, S. 241 f.) M5 Erklärungsversuche von Globalisierung 1 Erläutern Sie den Begriff „Globalisierung“. 2 Begründen Sie die Anführungszeichen in M1, wo es um die Produktion einer „österreichischen“ Jeans geht. 3 Analysieren Sie die beiden Karikaturen M2 und M3 im Hinblick auf die angesprochenen Probleme. 4 Begründen Sie die Aussage „Globalisierung ist kein Naturgesetz“ und finden Sie Beispiele dafür. 5 Vergleichen Sie die beiden Erklärungsversuche von Globalisierung im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Anmerkung: Unter „sozialen Beziehungen“ versteht Giddens unter anderem auch wirtschaftliche Beziehungen. " { { { { Nur zu Prüfzwecken – Eige tum des Verlags öbv

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