Lösungen sodass das andere Bankende nach oben gegangen ist. Dort sitzt ein viel kleinerer Mann, der mit seinem Löffel nicht mehr an die viel kleinere Schüssel kommt. Der dicke Mann sagt zum kleinen Mann: „Selber schuld“. Die Bildunterschrift lautet „Armut“. Die Karikatur kritisiert auf diese Weise, dass die Reichen auf Kosten bzw. zu Lasten der Armen leben würden und diese auch noch in die Verantwortung nähmen. Die Karikatur macht auf diese Weise darauf aufmerksam, dass Armut immer auch die Folge von Reichtum ist. 6 Hier ist zu bedenken, dass man als Armutsbetroffener womöglich skeptischer auf die Karikatur blickt: Armut ist natürlich kein Spaß und so sollte man mit Armut auch keine Späße machen. In einer insgesamt reichen Gesellschaft kann eine Karikatur aber ein durchaus angemessenes Mittel sein, um ein Problem in Erinnerung zu rufen und ein bestimmtes Verhalten – Arme sind eben in der Regel nicht selbst schuld – zu kritisieren. 7 Da Armut in der Regel vererbt wird, kann von individueller Schuld kaum die Rede sein. Umgekehrt kann man auch kaum behaupten, ein Millionenerbe verdiene sein Vermögen. Sicher ist in jedem Fall, dass eine große Vermögensungleichheit (von der man in Österreich aber tatsächlich vergleichsweise weit entfernt ist) den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. Seite 50/51 1 1. richtig; 2. falsch; 3. richtig; 4. falsch 2 Die Grafik zeigt in Form von Prozentangaben und Kreisgrößen die Armutsgefährdung von bestimmten Personengruppen. Insgesamt armutsgefährdet sind in Österreich nach den Angaben im Diagramm ca. 1,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher. Die armutsgefährdetste Gruppe sind dabei Arbeitslose ab 12 Monaten Arbeitslosigkeit (57 Prozent dieser Personengruppe ist armutsgefährdet) gefolgt von Ein-Eltern-Haushalten (36 Prozent) sowie Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft (34 Prozent). 3 Um die Armut vor allem der Arbeitslosen zu verringern, könnte die Arbeitslosenversicherung aufgestockt und ein höheres Arbeitslosengeld bezahlt werden. Nicht-EU-Bürger und EU-Bürger könnten bei Sozialversicherungen und Sozialleistungen gleichgestellt werden. 4/5/6 individuelle Lösungen Seite 52/53 1 individuelle Lösungen in Bezug auf den nächsten SOMA. – Sozialmärkte sammeln überschüssige Waren von Unternehmen und verkaufen diese in speziellen Märkten zu einem sehr günstigen (symbolischen) Preis an Bedürftige (d.h. Menschen, die nachgewiesenermaßen über ein nur niedriges Einkommen verfügen). 2 weitere Beispiele: Adjektive: sauber, vielfältig, reichhaltig, bunt, … – Verben: betrachten, prüfen, auswählen, benötigen, … – persönlich gefärbte Eindrücke: beschämend/beschämt sein, Neugier erweckend, überraschen, … 3/4 individuelle Lösungen 5 Die Präsidentin des Samariterbundes Wien, Susanne Drapalik, stellt klar, dass die Nachfrage im Laufe des vergangenen Jahres um 40 Prozent gestiegen sei. Registrierte Kundinnen und Kunden, aktuell seien es rund 22.000, könnten neben den günstigen Waren auch eine kostenlose Sozialberatung in Anspruch nehmen. – Georg Jelenko, Leiter der Sozialmärkte des Samariterbundes Wien, sagt, dass es in den vergangenen Jahren vor allem um die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung gegangen sei. Seit einem Jahr sei das anders. Die Menschen kämen, weil sie schlicht mit ihrem Geld nicht mehr auskämen. Das gehe von Angestellten über alleinerziehende Mütter bis hin zu Pensionistinnen und Pensionisten mit der Mindestpension. – Der Sozialmarkt Wien betreibe drei Geschäfte in der Bundeshauptstadt, wie Alexander Schiel, Gründer des Wiener Sozialmarkts, erklärt. Es gehe ihnen darum, dass sozial benachteiligte Menschen ihre täglichen Grundbedürfnisse abdecken und ein Leben in Würde führen könnten. 6 Informationen aus den Aussagen: Nachfrage nach SOMAs in Wien um 40 Prozent gestiegen (aktuell 22.000 Berechtigte); neben günstigen Waren kann auch eine kostenlose Sozialberatung in Anspruch genommen werden – großer Betroffenenkreis (von Angestellten über alleinerziehende Mütter bis hin zu Pensionistinnen und Pensionisten) – Sozialmarkt Wien mit drei Geschäften Seite 54/55 1 Beispiele: • Hintergrundinformationen: Caritas: JUCA-Einrichtungen Anlaufstelle für junge Erwachsene ohne festen Wohnsitz – wegen der hohen Inflation ist der Bedarf derzeit besonders groß – „JuCantine“ Lernküche für junge obdachlose Erwachsene – für wohnungslose Menschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren – JUCA-Haus sowie kleinere Wohngemeinschaften: 95 Plätze […] • persönliche Eindrücke: läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Der Duft nach frisch angebratenen Zwiebeln steigt einem in die Nase und im Backrohr bräunen drei Strudel. Am Herd zischt und brodelt es […] 2 Bei den persönlichen Eindrücken handelt es sich um konkrete Beschreibungen von Ereignissen bzw. Vorgängen vor Ort, die man nur als Beobachter/in wahrnehmen kann. Die Wortwahl ist genau und anschaulich, häufig finden sich Wertungen. 3 Statt der Ich-Form werden unpersönliche Ausdrücke (einem, man, es, …) verwendet. 4 Die Reportage ist überwiegend im Präsens verfasst, was die Unmittelbarkeit des Eindrucks steigert (man hat also das Gefühl, direkt mit dabei zu sein und das Dargestellte unmittelbar mitzuerleben). 5 Beispiele: läuft einem das Wasser im Mund zusammen: Geschmackssinn; Der Duft nach frisch angebratenen Zwiebeln steigt einem in die Nase: Geruchsinn; und im Backrohr bräunen drei Strudel: Sehsinn; Am Herd zischt und brodelt es: Hörsinn 6 folgende Aspekte erfüllt der Text: direkter Einstieg mit persönlichen Eindrücken (Atmosphäre wird mit der Schilderung von Sinneswahrnehmungen vor Ort geschaffen) – Wechsel von Sachinformationen und persönlichen Eindrücken im Hauptteil – Schluss fällt mit dem Tagesende in der Lehrwerkstatt zusammen (es gibt also einen „runden“ Ausstieg aus dem Text) 7 individuelle Lösungen Seite 56/57 1 Beispiel: Das JUCA bietet speziell für junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, Unterstützungsangebote wie Beratung, Lernküchen und Freizeitaktivitäten an. 2 individuelle Lösungen 3 Beispiel: Ein würziger Duft von frisch gebratenen Zwiebeln und gebackenen Strudeln erfüllt die Küche. 4 individuelle Lösungen 5 Beispiel: Die „JuCantine“ ist ein Teil des JUCA-Hauses: Hier arbeiten Jugendliche, die früher obdachlos waren, nicht immer einen einfachen Start ins Leben und zu Hause viele Probleme hatten. Die Jugendlichen sind froh, hier sein zu und gleichzeitig gutes Essen kochen und lernen zu können. Manche hoffen, später eine Arbeit zu finden. (Es gibt hier auch einen Raum, wo man sich ausruhen kann.) 6 Beispiele: a. Die meisten Kundinnen und Kunden sind schon früh vor Ort. b. Für die angebotenen Waren muss man nur einen symbolischen Preis bezahlen. c. Viel zu viele Menschen in Österreich können sich auch notwendigste Ausgaben nicht mehr leisten. 7 individuelle Lösungen Seite 58/59 1 Ausgeschlossen sein kann man zunächst aufgrund von Sprachschwierigkeiten bzw. mangelnden Sprachkenntnissen, wenn man also öffentliche Debatten und/oder Nachrichten nicht versteht. Einschränkungen ergeben sich auch aus gesundheitlichen Gründen (wenn man z.B. wegen Krankheit an bestimmten Veranstaltungen nicht teilnehmen kann). Viele Menschen sind aber auch aufgrund ihrer Armut ausgeschlossen (sie können sich also z.B. keine Informationsmedien wie eine Zeitung oder ein Sachbuch leisten oder haben kein Geld für ein Museum oder einen Vortrag). 2 Besonders wichtig ist es, dass allen Menschen über politische (gesetzgebende) Entscheidungen informiert sind. 3 Hier könnte an Erklärfilme ebenso gedacht werden wie an Text in einfacher (leichter) Sprache. 4 individuelle Lösungen 5 individuelle Lösungen – Vergleich: Texte in einfacher Sprache bestehen überwiegend aus Hauptsätzen und vermeiden Fremdwörter. Der Informationsgehalt ist dabei nur unwesentlich geringer. 6 individuelle Lösungen – b. Unabhängig von persönlichen Vorlieben kann festgehalten werden, dass Piktogramme sprachunabhängig verständlich sind und damit einen größeren Personenkreis erreichen als Texte. 7 individuelle Lösungen – Auch wenn die Seite viele Bildelemente beinhaltet, so sind doch wesentliche Informationen nur über die Sprache zugänglich. Immerhin werden unterschiedliche Sprachen angeboten. 8 individuelle Lösungen Seite 60/61 1 individuelle Lösungen – Mit Blick auf den Text kann vermutet werden, dass Flüchtlinge oft auch ein Armutsproblem haben und buchstäblich um ihr Überleben kämpfen müssen (statt zu gedeihen). 2 […] Neben dem schwierigen Zugang zum Arbeitsmarkt betonen Expertinnen und Experten, dass (S) die sprachliche Barriere das (A) Hauptproblem darstelle, das (P) die Integration erschwere. In verschiedenen Städten des Landes werden Integrationskurse angeboten, die darauf abzielen, das (A) Erlernen der deutschen Sprache zu fördern. Dennoch berichten viele Flüchtlinge, dass (S) diese Maßnahmen nicht ausreichen würden, um eine nachhaltige Integration zu gewährleisten. Das (A) Fehlen eines stabilen sozialen Netzes und die Möglichkeit, einem ordentlichen Beruf nachzugehen, sind weitere Faktoren, die die Situation verschärfen. […] Einige Erfolgsgeschichten zeigen jedoch, dass (S), wenn die richtigen Unterstützungsstrukturen vorhanden sind, Flüchtlinge einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten können. „Es ist das (A) Engagement der Gemeinschaft und der politischen Entscheidungsträger, das (P) erforderlich ist, um sicherzustellen, dass (S) Flüchtlinge nicht nur überleben, sondern in ihrer neuen Heimat gedeihen können“, so Khaled. Es bleibt die Hoffnung, dass (S) durch verstärkte Anstrengungen und das (A) Bewusstsein für die Bedürfnisse der Asylsuchenden eine inklusivere Gesellschaft entstehen kann, in der Armut kein unüberwindbares Hindernis darstellt. 3 Beispiel Beginn: Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, wie ihr sicher wisst, sind derzeit viele ukrainische Kinder bei uns. – Beispiel Ende: Und deshalb bitte ich euch herzlich, unsere Aktion kräftig zu unterstützen. Eure/Euer NAME 4 Ersuche um Terminverlängerung – Schlüsselbund verloren – Reklamation aufgrund schadhafter Lieferung 5 Beispiel: Projekt zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge 6 Beispiel: Es gibt derzeit von der Caritas die Aktion „Kilo gegen Armut“. Die Caritas ruft alle Schulklassen zur Teilnahme auf und bittet, lang haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel für ukrainische Flüchtlinge zu sammeln (ein Drittel der ukrainischen Flüchtlinge sind armutsgefährdet!). Wir 184 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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