3 Innere Monologe untersuchen und schreiben 1 Merkmale von inneren Monologen erfassen Lies den Auszug aus dem Text „Nora hat Hunger“ von Sibylle Berg und nenne die Person, die spricht. Sibylle Berg: Nora hat Hunger Ich wiege mich jeden Morgen. Morgens ist es immer ein bisschen weniger. Seit einem halben Jahr esse ich nur noch Gurken, Äpfel und Salat. Alles ohne Zusätze, versteht sich. Zuerst war mir übel. Ich hatte Bauchkrämpfe. Aber jetzt geht es einfach. Wenn ich Essen rieche, habe ich keinen Hunger mehr. Mir wird direkt schlecht, wenn ich Essen rieche. Gestern waren es 40 Kilo. Ich bin 1,75 groß. Vielleicht wachse ich noch. Dünner werde ich auf jeden Fall. Ich habe es mir geschworen. Seit ich nicht mehr esse, brauche ich niemanden mehr. Meine Eltern sind fremde Personen geworden. Es ist mir egal, ob sie mich beobachten oder nicht. Ich bin sehr stark. Meine Mutter hat geweint, neulich. Ich hab zugesehen, wie das Wasser ihr Make-up verschmiert hat. Und bin rausgegangen. Es sah hässlich aus. Ich habe auch gesehen, wie dick sie ist. Sie sollte etwas dagegen tun. Ich verstecke mich in der Schule nicht mehr. Als ich noch dick war, bin ich in der Pause immer aufs Klo gegangen, damit sie mich nicht ignorieren können. Jetzt stehe ich offen da und denke mal, dass sie mich beneiden. Quelle: S. Berg: Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. Reclam 1997 Lies den kurzen Text „Mein Gott“ und nenne die Person, die erzählt. Erläutere den Zusammenhang zwischen den beiden Texten. Schreibe in dein Heft. Mein Gott, warum macht sie das nur? Nora hungert sich ja noch zu Tode. Und ich erreiche sie einfach nicht. Was habe ich nicht schon alles probiert. Nein, verdammt, jetzt heule ich schon wieder und mein Make-up verschmiert. Alles egal, wenn ich ihr doch nur helfen könnte. Zum Psychologen, ja, ich gehe mit ihr zum Psychologen. Nora braucht professionelle Hilfe. Wir beide brauchen das. Quelle: S. Berg: Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. Reclam 1997 Ergänze in den folgenden Aussagen über innere Monologe jeweils das fehlende Wort. a In einem inneren Monolog werden die Gedanken und Gefühle einer Figur ganz unmittelbar durch die Figur selbst in der wiedergegeben. b Werden in einem inneren Monolog Gedanken und Gefühle beschrieben, wird das Tempus verwendet. 1 2 4 6 8 10 12 14 2 N 2 4 3 49 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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