Stefan Schäfer Treffpunkt 4 Deutsch Arbeitsheft
Treffpunkt Deutsch 4 – Deutsch Sprachlehre, Arbeitsheft + E-Book Schulbuchnummer: 225232 Treffpunkt Deutsch 4 – Deutsch Sprachlehre, Arbeitsheft E-Book Solo Schulbuchnummer: 225236 Mit Bescheid des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung vom 12. Jänner 2026, GZ 2024-0.756.764 gemäß § 14 Absatz 2 und 5 des Schulunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 472/86, und gemäß den derzeit geltenden Lehrplänen als für den Unterrichtsgebrauch für die 4. Klasse an Neuen Mittelschulen und an allgemein bildenden höheren Schulen – Unterstufe im Unterrichtsgegenstand Deutsch (Lehrplan 2023) geeignet erklärt. Dieses Werk wurde auf der Grundlage eines zielorientierten Lehrplans verfasst. Konkretisierung, Gewichtung und Umsetzung der Inhalte erfolgen durch die Lehrerinnen und Lehrer. Liebe Schülerin, lieber Schüler, du bekommst dieses Schulbuch von der Republik Österreich für deine Ausbildung. Bücher helfen nicht nur beim Lernen, sondern sind auch Freunde fürs Leben. Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist – § 42 Abs. 6 Urheberrechtsgesetz: „Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.“ Data-Mining-Verbot Die Nutzung der Inhalte dieses Werkes für Text- und Data-Mining im Sinne des § 42h Abs. 6 UrhG ist ausdrücklich vorbehalten und daher verboten. Die Inhalte dieses Werkes dürfen auch nicht zur Entwicklung, zum Training und/oder zur Anreicherung von KI-Systemen, insbesondere von generativen KI-Systemen, verwendet werden. Umschlagbild: Thomas Przygodda, Langenhagen 1. Auflage (Druck 0001) © Österreichischer Bundesverlag Schulbuch GmbH & Co. KG, Wien 2026 www.oebv.at Alle Rechte vorbehalten. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, gesetzlich verboten. Redaktion: Magdalena Eybl-Vyhnanek, Wien Herstellung: Andrea Maria Fellner, Wien Umschlaggestaltung: Maria Becker, normaldesign GbR, Schwäbisch Gmünd Layout: Maria Becker, normaldesign GbR, Schwäbisch Gmünd Illustrationen: Thomas Przygodda, Langenhagen Satz: CMS – Cross Media Solutions GmbH, Würzburg Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Horn ISBN 978-3-209-11690-1 (Treffpunkt Deutsch AH 4 + E-Book) ISBN 978-3-209-13336-6 (Treffpunkt Deutsch AH 4 E-Book Solo) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
www.oebv.at Stefan Schäfer Treffpunkt 4 Deutsch Arbeitsheft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Inhaltsverzeichnis Erörterungen untersuchen und schreiben 1 Merkmale von Erörterungen erfassen 3 2 Zur Grammatik 4 2.1 Wortarten im Überblick 4 2.2 Adjektive und Adverbien 5 2.3 Verben: finite und infinite Formen 7 2.4 Verben: Tempus 8 2.5 Pronomen 12 2.6 Konjunktionen und Subjunktionen 14 3 Eine Erörterung planen und verfassen 16 4 Zur Rechtschreibung 19 4.1 Zeichensetzung: Nebensätze 19 4.2 Zeichensetzung: Aufzählungen, Appositionen, Anreden und Ausrufe 21 4.3 Zeichensetzung: Apostroph 22 5 Sprachverwendung 23 Reportagen untersuchen und schreiben 1 Merkmale von Reportagen erfassen 25 2 Zur Grammatik 26 2.1 Verben: Konjunktiv und Ersatzformen in indirekter Rede 26 2.2 das und dass 33 2.3 Satzglieder im Überblick 35 2.4 Objekte 36 2.5 Adverbiale Bestimmungen 37 3 Eine Reportage planen und verfassen 38 4 Zur Rechtschreibung 40 4.1 Zeichensetzung: Direkte Rede 40 4.2 Zeichensetzung: Infinitivgruppen 41 4.3 Laut-Buchstaben-Zuordnung: s-Schreibung 43 4.4 Laut-Buchstaben-Zuordnung: Dehnungs-h 44 4.5 Laut-Buchstaben-Zuordnung: langes i 45 5 Zitieren 47 Innere Monologe untersuchen und schreiben 1 Merkmale von inneren Monologen erfassen 49 2 Zur Grammatik 50 2.1 Nebensätze 50 2.2 Attribute 53 2.3 Attributsätze 55 3 Einen inneren Monolog planen und verfassen 57 4 Zur Rechtschreibung 59 4.1 Eigennamen 59 4.2 Nominalisierungen 60 4.3 Anredepronomen 62 4.4 Sonderfälle der Groß- und Kleinschreibung 63 Figurencharakteristiken untersuchen und schreiben 1 Merkmale von Figurencharakteristiken erfassen 66 2 Zur Grammatik 67 2.1 Verben: Passiv 67 2.2 Hilfs- und Modalverben 71 3 Eine Figurencharakteristik planen und verfassen 72 4 Zur Rechtschreibung 74 4.1 Getrennt- und Zusammenschreibung: Grundwort Verb 74 4.2 Getrennt- und Zusammenschreibung: Grundwort Adjektiv 76 5 Rechtschreibproben und Fehlerkorrektur 77 6 Umgang mit dem Wörterbuch 79 Lösungen Buchmitte 1 2 3 4 So kannst du mit diesem Arbeitsheft üben: Bei vielen Aufgaben kannst du dich selbst überprüfen, weil bei richtiger Lösung ein Bild entsteht oder ein Lösungswort herauskommt. Die Ergebnisse der anderen Aufgaben kannst du mit dem Lösungsteil (in der Mitte des Heftes) selbst vergleichen. Erledige diese Aufgabe in deinem Heft oder auf einem Extrablatt. Diese Aufgaben helfen dir, dein Fachwissen zu erweitern und Grundfertigkeiten zu erlernen sowie diese anzuwenden. Diese Aufgaben fordern dich auf, selbstständig Lösungswege zu finden oder etwas zu beurteilen. Dabei kann es sein, dass du zusätzliche Informationen benötigst, z.B. aus Nachschlagewerken oder aus dem Internet. N 1 1 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
1 Erörterungen untersuchen und schreiben 1 Merkmale von Erörterungen erfassen Lies die folgende Erörterung und benenne das strittige Thema sowie die Hauptargumente. Die Technik macht’s möglich: Jeder und jede hat heute ein Smartphone. Mit diesem Technikwunder kann man aber nicht nur aktiv vieles machen. Nein, das Smartphone lässt sich mithilfe spezieller Apps auch durch die Eltern kontrollieren. Doch ist das eine sinnvolle Schutzmaßnahme oder doch eher elterlicher Kontrollwahn? Die Argumente für den Einsatz von Überwachungsapps sind nicht von der Hand zu weisen: Kinder können nicht mehr verloren gehen, weil die Eltern immer wissen, wo sie sind. Das beruhigt die Eltern und erlaubt es ihnen sogar, den Kindern mehr zu erlauben. Die Kinder selbst können sich ebenfalls sicherer fühlen. Der elterliche Schutz kann dabei noch weiter gehen. Indem die Eltern Zugriff auf die Handys ihrer Kinder haben, können sie auf Mobbing oder Betrügereien aufmerksam werden und ihre Kinder besser davor bewahren. Schließlich erlauben diese Apps auch das Sperren bestimmter gefährlicher Websites. Und das Beste ist: Das alles kann geheim ablaufen, sodass es die Kinder noch nicht einmal merken. Aber warum sollten denn die Kinder nicht merken, dass sie durch Eltern überwacht werden? Dies führt unmittelbar zu den Nachteilen solcher Apps, denn es ist klar, dass Überwachung immer auch die Botschaft enthält: Ich traue dir nicht und ich traue dir auch nichts zu! Doch das ist nicht alles: Eltern, die ihre Kinder überwachen, nehmen ihnen dadurch auch die Freiheit, sich auch einmal irgendwo aufzuhalten, wo es die Eltern gerade nicht wissen sollen. Und sei es nur, um für die Eltern eine Überraschung zum Geburtstag vorzubereiten. Dass dabei die Eltern ihre Kinder besser schützen könnten, ist überdies nur bedingt richtig: Aufmerksame Eltern sollten auch ohne Handyüberwachung bemerken, wenn mit ihren Kindern etwas nicht stimmt. Vor allem spricht gegen Überwachungsapps, dass auch Kinder eine Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte haben, die geschützt werden müssen. Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu. So lautet ein bekanntes Sprichwort. Jeder, der meint, seine Kinder zu überwachen und dadurch zu schützen, sollte sich fragen: Wie fände ich es eigentlich, wenn ich überwacht würde? Durch meine Chefin etwa oder einen neugierigen Nachbarn. Die Antwort versteht sich von selbst und sollte jedem Überwachungsappbefürworter zu denken geben. strittiges Thema: Hauptargument pro: Hauptargument kontra: Beschreibe, wie die Erörterung in Aufgabe 1 aufgebaut ist. 1 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 2 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Vervollständige die Aussagen über die verschiedenen Wortarten. Numerus/Zahl – gesteigert – Genus/Geschlecht – Dinge – Vorgänge – Eigenschaften Grundwortarten Beispiele Verben (= Zeitwörter) bezeichnen Handlungen, oder Zustände; Verben sind veränderlich und dann immer bestimmt nach Person und . trinken, wollen, weinen Nomen (= Namenwörter) bezeichnen Personen, oder Gedachtes; Nomen sind veränderbar und immer bestimmt nach Kasus/Fall, Numerus/Zahl und . Tisch, Chemie, Ankunft Adjektive (= Eigenschaftswörter) benennen von Gegenständen oder Personen; Adjektive sind in derselben Weise wie Nomen veränderbar. Die meisten Adjektive können werden. alt, schnell, hoch Stellvertreter – nominalen – Nomen – Genus/Geschlecht Begleiter und Stellvertreter Beispiele Artikel begleiten und richten sich in Kasus/Fall, Numerus/Zahl und nach dem Nomen. Man unterscheidet zwischen unbestimmtem und bestimmtem Artikel. ein, eines, der, dem Pronomen (= Fürwörter) stehen als eines Nomens bzw. eines Ausdrucks und verweisen so auf etwas zuvor Genanntes oder auf etwas Gedachtes. ich, sein, dieser, man, solches Bezugswortes – übergeordneten – Empfindungen – unveränderbar – Wortgruppen – veränderbar Partikeln Beispiele Adverbien (= Umstandswörter) bestimmen Verben, Adjektive, andere Adverbien oder ganze Sätze; Adverbien sind . oft, anders, sehr Präpositionen (= Vorwörter) bestimmen den Kasus ihres und sind nicht . vor, in, auf Konjunktionen (= nebenordnende Bindewörter) verbinden Wörter, , Satzglieder oder Teilsätze miteinander. und, denn, oder Subjunktionen (= unterordnende Bindewörter) leiten Nebensätze ein und verbinden sie so mit dem jeweils Satz. dass, weil, nachdem Interjektionen (= Empfindungswörter, Ausrufwörter) drücken aus oder stellen Ausrufe dar. oh, au, ah, hallo, pst 1 2 Zur Grammatik 2.1 Wortarten im Überblick 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Nenne wie im Beispiel zu den folgenden Adjektiven jeweils die Grundform (Beispiel: am schönsten schön). a am längsten: b am besten: c am höchsten: d am meisten: Leite von den Nomen ein Adverb (Umstandswort) auf -s ab (Beispiel: der Montag montags). a der Freitag: b der Vormittag: c der Abend: d der Anfang: Handelt es sich bei den folgenden Wörtern um Adverbien (Umstandswörter) oder Adjektive (Eigenschaftswörter)? Kreuze an. Wenn es sich um ein Adjektiv handelt, bilde wie im Beispiel einen Ausdruck, bei dem das Adjektiv entweder gesteigert oder flektiert (gebeugt) ist. Wort Adverb Adjektiv gesteigerte/flektierte Form a sehr x – b leicht x eine leichte Aufgabe c häufig d immer e lang f innen g hier h selten 1 2 3 Adjektive können ein Nomen näher bestimmen, z.B. eine lange Straße; man sagt dann, das Adjektiv wird attributiv gebraucht, d.h. als Beifügung (= Attribut) zum Nomen. Adjektive können aber auch ein Verb näher bestimmen, z.B. sie schliefen lang; man sagt dann, das Adjektiv wird adverbial gebraucht, d.h. als Bestimmung zum Verb. Merke 2.2 Adjektive und Adverbien Adjektive (= Eigenschaftswörter) beschreiben das Aussehen, den Zustand, das Verhalten oder die Eigenschaften von Menschen, Tieren oder Gegenständen. Adjektive kann man in der Regel steigern und sie richten sich in Anzahl und Fall nach ihrem Bezugswort. Das heißt, Adjektive können ihre Form verändern, z.B. die lange Straße, eine lange Straße, der langen Straße. Adverbien (= Umstandswörter) bezeichnen die genaueren Umstände einer Handlung oder einer Sache. Im Gegensatz zu den Adjektiven kann man Adverbien nicht verändern und steigern, z. B. er kommt vielleicht, aber nicht: ein vielleichtes Kommen oder das ist vielleichter so. Merke 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Markiere zunächst das Adjektiv in den Sätzen. Kreuze anschließend an, ob es attributiv (als Beifügung) oder adverbial (als Bestimmung zum Verb) gebraucht wird. attributiv adverbial a Mit diesem Technikwunder kann man nicht nur aktiv vieles machen. b Doch ist das eine sinnvolle Schutzmaßnahme? c Die Kinder selbst können sich ebenfalls sicherer fühlen. d Schließlich erlauben diese Apps auch das Sperren bestimmter gefährlicher Websites. e Das alles kann geheim ablaufen, sodass es niemand merkt. Lies den Text „GPS-Tracker für Kinder: Handy-App, Armband oder Schulranzen“ und markiere in den nachfolgenden Teilsätzen a bis e das Adjektiv (Eigenschaftswort) bzw. die Adjektive. Kreuze dann an, ob sie attributiv (beifügend) oder adverbial (ein Verb bestimmend) gebraucht werden. GPS-Tracker für Kinder: Handy-App, Armband oder Schulranzen Möglichkeiten, den eigenen Nachwuchs auf Schritt und Tritt zu überwachen, gibt es heutzutage zahlreich. Die Anbieter werben mit einem Mehr an Sicherheit und schüren die Ängste der Eltern vor den Gefahren des Alltags, wie etwa des täglichen Schulweges. Die angebotenen Geräte sind dabei äußerst facettenreich. Es kann entweder direkt das Smartphone des Kindes verwendet werden oder die Kleinen bekommen einen Anhänger für den Rucksack oder den Schlüsselbund, ein Armband oder eine Halskette. Besonders populär sind auch Smart-Watches, die über eine Tracking-Funktion verfügen. Der in einem Schulrucksack verbaute Tracker des „Projekts Schutzranzen“ kann zwecks Unfallvermeidung sogar mit den IT-Systemen von Autos kommunizieren. Gemein ist allen diesen Geräten, dass sie es ermöglichen, Positionsdaten des Kindes auf dem elterlichen Smartphone anzeigen zu lassen, die dadurch jederzeit den Standort abrufen können. Es gibt auch Funktionen, den Bewegungsradius der Sender auf bestimmte Areale zu beschränken. Verlässt der Sender diesen Bereich, stößt das Empfängergerät eine Warnung aus („Geofencing“). Auch Geräte mit eingebautem Mikrophon und Geräte, die eine Sprachübertragung möglich machen, gibt es. Das nennt sich dann liebevoll „akustische Kontrolle“. Sehr nützlich, um dem kleinen Abkömmling die Leviten zu lesen, falls er von der Schulweg-Routine abweichen und außerplanmäßig und zum Unmut der Eltern im örtlichen Kiosk verweilen sollte. Quelle: https://www.dr-datenschutz.de/gps-ueberwachung-bei-kindern-fuersorge-oder-kontrollzwang/ (verändert, abgerufen am 31.03.2025) attributiv adverbial a Möglichkeiten, den Nachwuchs zu überwachen, gibt es heutzutage zahlreich. b die Gefahren des Alltags, wie etwa des täglichen Schulweges c Die Geräte sind dabei äußerst facettenreich. d Besonders populär sind auch Smart-Watches. e Das nennt sich dann „akustische Kontrolle“. 4 5 2 4 6 8 10 12 14 16 6 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Im Folgenden findest du jeweils drei Beispiele für Handlungs-, Vorgangs- und Zustandsverben. Ordne sie in die richtigen Spalten der Tabelle ein. Arbeite in deinem Heft. Handlungsverben Vorgangsverben Zustandsverben Nenne zu den folgenden unbestimmten Verbformen jeweils den Infinitiv (Nennform). a spielend: c gekauft: b liegend: d gelacht: Bilde von den folgenden Verben jeweils die beiden Partizipformen (Mittelwortformen). a Infinitiv: wandern – Partizip I: – Partizip II: b Infinitiv: reiten – Partizip I: – Partizip II: c Infinitiv: schreiben – Partizip I: – Partizip II: d Infinitiv: denken – Partizip I: – Partizip II: e Infinitiv: diskutieren – Partizip I: – Partizip II: 1 N leben verfaulen wachsen wohnen spielen erfrieren sich befinden turnen schreien Verben können ihre Form verändern. Vom Infinitiv eines Verbs lassen sich Formen bilden, die sich nach der Person und der Zahl des Subjekts richten, z.B. umarmen: Sie umarmen sich. – Sie umarmt ihn. – Du umarmst ihn. Man nennt diese Verbformen deshalb auch finite (= bestimmte) Verbformen. Neben dem Infinitiv, der selbst nicht nach Person und Zahl bestimmt ist, lassen sich zwei weitere infinite (= unbestimmte) Verbformen bilden: • Partizip I (Mittelwort der Gegenwart), z. B. liebend, lesend, flüsternd • Partizip II (Mittelwort der Vergangenheit), z. B. geliebt, gelesen, geflüstert Merke 2 3 2.3 Verben: finite und infinite Formen Verben (Zeit- oder Tätigkeitswörter) beschreiben Handlungen bzw. Tätigkeiten (z. B. arbeiten, schreiben), Vorgänge (z. B. fallen, einschlafen) oder Zustände (z.B. liegen, bleiben). Merke 7 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Vergangenheit Sprechzeitpunkt Gegenwart Zukunft Plusquamperfekt Präteritum Perfekt Präsens Futur I Futur II Futur I Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, ging ich in die Schule. Ich bin in die Schule gegangen. Jetzt habe ich Unterricht. Am Nachmittag werde ich Hausübungen machen. Sobald ich die Hausübungen erledigt haben werde, werde ich meine Freundin besuchen. Zeitverlauf Bilde nach dem Muster der Zeitfolgen im Schaubild jeweils Beispielsätze. Plusquamperfekt Präteritum: Nachdem Perfekt Präsens: Futur II Futur I: Sobald 1 Das Präsens (= Gegenwart) wird gebraucht, um • ein gerade ablaufendes Geschehen zu bezeichnen, z.B. Ich esse (gerade) zu Mittag. • eine allgemein gültige Tatsache zu bezeichnen, z. B. Drei mal drei gibt neun. • einen sich immer wiederholenden Vorgang zu bezeichnen, z.B. Das Training beginnt (immer) um 15:00 Uhr. • ein zukünftiges Geschehen anzukündigen, z.B. Das Spiel beginnt morgen um 8:00 Uhr. Merke 2.4 Verben: Tempus Im Deutschen gibt es drei Zeitstufen und sechs Zeitformen (= Tempora), von denen das Präsens (Gegenwart) und das Präteritum (Mitvergangenheit) eigene Formen haben, während die übrigen Zeitformen mit Hilfsverben gebildet werden. Merke 8 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Bestimme, welche Aufgabe das Präsens in den Sätzen jeweils erfüllt. Kreuze an. gerade ablaufendes Geschehen allgemeingültige Tatsache sich wiederholender Vorgang zukünftiges Geschehen Der Mond kreist um die Erde. Er steht jeden Morgen um sechs Uhr auf. Sie kommt in ein paar Minuten. Sie sehen gerade fern. Bilde in den Sätzen die angegebene Zeitform. a Peter (einschlafen: Futur II) schon vor einiger Zeit . b Claudia (kaufen: Futur II) sich die neue CD ihrer Lieblingsgruppe sicher bereits . c In Deutsch (bekommen: Futur I) die Schülerinnen und Schüler heute wahrscheinlich nicht allzu viele Hausübungen . Einige der folgenden Verbformen stehen im Perfekt, andere in anderen Zeitformen. Suche alle Verbformen im Perfekt und unterstreiche sie. 2 Das Futur I (= Zukunft) wird gebraucht, um • einen zukünftigen Vorgang bzw. Zustand zu bezeichnen, z.B. Die Veranstaltung wird nächstes Jahr wieder stattfinden. • Vermutungen oder Erwartungen auszudrücken, z.B. Das Essen wird den Gästen bestimmt schmecken. • einen Befehl zu formulieren, z. B. Du wirst jetzt deine Hausübungen machen! Das Futur II (= Vorzukunft) wird gebraucht, um • ein Geschehen in der Zukunft als abgeschlossen zu bezeichnen (in der Regel als Vermutung), z. B. Er wird das wohl schon gemacht haben. • in Verbindung mit dem Futur I (oder dem Präsens) die Vorzeitigkeit in der Zukunft auszudrücken, z. B. Wenn du nicht pünktlich und 20 Uhr hier sein wirst (bist), werden deine Bekannten wohl schon wieder gegangen sein. Merke 3 4 sie wird gehen ihr habt probiert ich werde gegessen haben es ist angebrannt wir sind gestanden er wird gesagt haben du kauftest ich erkannte sie haben gewonnen ihr seid geflogen wir hatten gefeiert sie hatten gefeiert sie hat übertrieben du wirst gehen 9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Bilde wie im Beispiel aus den vorgegebenen Teilsätzen sinnvolle Satzgefüge mit „nachdem“ oder „bevor“. Arbeite in deinem Heft. Plusquamperfekt Präteritum hatte ich zu Abend gegessen klingelte mein Smartphone war ich schlafen gegangen gingen wir zum Shoppen in die Stadt hatten wir zu Mittag gegessen bekamst du ein eigenes kleines Auto geschenkt hatten wir nicht genug geübt putzte ich mir noch die Zähne und ging ins Bett hattest du die Fahrprüfung bestanden konnten wir die Vokabeln nicht richtig Beispiel: Nachdem ich zu Abend gegessen hatte, putzte ich mir noch die Zähne und ging ins Bett. Bevor ich mir die Zähne putzte und ins Bett ging, hatte ich noch zu Abend gegessen. Unter den Verbformen in Aufgabe 4 finden sich auch jeweils zwei Formen im Präteritum und Plusquamperfekt. Schreibe sie heraus und nenne jeweils ihren Infinitiv. Verbformen im Präteritum Infinitiv Verbformen im Plusquamperfekt Infinitiv Das Perfekt (= Vergangenheit) wird gebraucht, um • die Verbindung von der Vergangenheit zur Gegenwart der Sprecherin oder des Sprechers herzustellen, z. B. Ich bin gerade aufgestanden (und bin jetzt wach und ausgeschlafen). • in Verbindung mit dem Präsens die Vorzeitigkeit auszudrücken, z.B. Nachdem ich aufgestanden bin, gehe ich immer sofort ins Bad. • im oberdeutschen Sprachraum (Österreich, Schweiz, Süddeutschland) über Vergangenes ohne Gegenwartsbezug zu berichten, z.B. Ich habe den Film schon letzte Woche gesehen. Statt: Ich sah den Film schon letzte Woche. Merke Das Präteritum (= Mitvergangenheit) ist die Zeitform, in der schriftliche Berichte oder literarische Erzähltexte geschrieben werden, z. B. Vor vielen Jahren lebte einst ein armes Mädchen, das aber sehr schön und klug war. Das Plusquamperfekt (= Vorvergangenheit) wird gebraucht, um die Vorzeitigkeit zu der im Präteritum erzählten Vergangenheit auszudrücken, z.B. Nachdem das Mädchen das Rätsel gelöst hatte, heiratete (= Verbform im Präteritum) sie den Prinzen. Merke 5 N 6 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Verbinde die Bestimmungen in der linken Spalte mit den passenden Verbformen in der rechten Spalte mit einem Pfeil. 2. Person Einzahl Perfekt (stehen) du standst 1. Person Mehrzahl Präteritum (rufen) ich habe gerufen 3. Person Einzahl Plusquamperfekt (stehen) du bist gestanden 1. Person Mehrzahl Futur I (rufen) sie war gestanden 3. Person Einzahl Futur II (stehen) wir riefen 2. Person Mehrzahl Futur II (rufen) wir werden rufen 3. Person Mehrzahl Futur I (stehen) er wird gestanden sein 1. Person Mehrzahl Plusquamperfekt (rufen) ihr werdet gerufen haben 2. Person Einzahl Präteritum (stehen) sie werden stehen 1. Person Einzahl Perfekt (rufen) wir hatten gerufen Kreuze an, welche Aussagen über den Gebrauch der verschiedenen Tempora (Zeitformen) richtig sind. richtig a Das Präsens wird nicht nur verwendet, um ein gegenwärtiges Geschehen zu bezeichnen, sondern häufig auch, um auf Zukünftiges zu verweisen. b Das Futur I wird unter anderem gebraucht, um ein Geschehen in der Zukunft als abgeschlossen zu bezeichnen (in der Regel als Vermutung). c Das Plusquamperfekt wird gebraucht, um die Vorzeitigkeit zu der im Präteritum erzählten Vergangenheit auszudrücken. d Das Präteritum wird im oberdeutschen Sprachraum (Österreich, Schweiz, Süddeutschland) immer durch Formen im Perfekt ersetzt. Bilde in den Sätzen die angegebene Zeitform. a Sie (verstehen: Plusquamperfekt) die Frage nicht sofort und (fragen: Präteritum) deshalb nach. b Er (anrufen: Futur II) seine Freundin sicher schon . c Sie (informiert: Perfekt) sich über ihr Urlaubsland genau . d Die Familie (übersiedeln: Futur I) nächstes Jahr wohl nach Salzburg . 7 8 9 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Verbinde die Pronomenarten mit den passenden Beispielen mit einem Pfeil. Personalpronomen jeder unser Indefinitpronomen Possessivpronomen dem jenes Reflexivpronomen Demonstrativpronomen wir sich Interrogativpronomen Relativpronomen was Setze im Text „Der sinnreiche Bettler“ von Johann Peter Hebel die folgenden Pronomen ein. Personalpronomen: ihnen, ihm, er, es, er, Ich, ihm, ich Possessivpronomen: ihre Demonstrativpronomen: das, dem Relativpronomen: die, welchem, Wer, Wer Indefinitpronomen: viel, alles Johann Peter Hebel: Der sinnreiche Bettler Sonst bemessen die Bettler dankbaren Wünsche nach dem Wert der Gabe, gereicht wird. Derjenige, von hier die Rede ist, sagt, sei grundfalsch. Wer gibt, wünscht eine hundertfältige Vergeltung von Gott. ihm aber wenig gibt, dem wünscht er eine tausendfältige oder, wenn noch weniger ist, eine hunderttausendfältige Vergeltung. Denn sagt: muss einen gleich guten Willen bei allen voraussetzen. wenig reicht, wird wenig haben. Ich muss also mehr wünschen. Soll das Meinige auch noch dazu beitragen, dass zuletzt die Reichen bekommen?“ Quelle: Johann Peter Hebel. Werke 1. Erzählungen des Rheinländischen Hausfreundes. Vermischte Schriften 1 2 2.5 Pronomen Pronomen (= Fürwörter) stehen stellvertretend für bestimmte Personen, Lebewesen, Gegenstände oder gedachte und vorgestellte Dinge. Sie vertreten im Satz dann die entsprechenden Nomen (Namenwörter) bzw. nominalen Ausdrücke. Man unterscheidet sieben Arten von Fürwörtern: • Personalpronomen (= persönliche Fürwörter): ich, meiner, du, dir, er, sie, wir, uns, … • Possessivpronomen (= besitzanzeigende Fürwörter): mein, dein, euer, ihr, … • Demonstrativpronomen (= hinweisende Fürwörter): dies, dieser …; solche, solches …; dasselbe, dieselbe … • Relativpronomen (= bezügliche Fürwörter): der, die …; welches, welchem …, wer … • Indefinitpronomen (= unbestimmte Fürwörter): etwas, man, niemand, … • Interrogativpronomen (= Fragefürwörter): wer, wem, wen, welche/welcher, … • Reflexivpronomen (= rückbezügliche Fürwörter): sich beeilen, wir sehen uns Merke 12 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Bestimme in den folgenden Sätzen jeweils das markierte Pronomen. a Sie verstehen sich gut miteinander. – Bestimmung: b Sie gab ihr in allem Recht. – Bestimmung: c Er hat mir gestern etwas erzählt. – Bestimmung: d Er fragte sich, was das wohl bedeuten solle. – Bestimmung: e Er fragte sich, was das wohl bedeuten solle. – Bestimmung: f Er hat mir gestern etwas erzählt. – Bestimmung: g Sie gab ihr in allem Recht. – Bestimmung: Lies noch einmal den Text „Der sinnreiche Bettler“ von Johann Peter Hebel. Dort findest du noch weitere Pronomen. Schreibe sie heraus und bestimme sie (insgesamt drei Personalpronomen, zwei Demonstrativpronomen, je ein Interrogativ- und ein Indefinitpronomen). Wenn du die Übersicht über die verschiedenen Pronomen genau angesehen hast, wird dir aufgefallen sein, dass manche Wörter die Aufgabe verschiedener Pronomenarten erfüllen können. Kreuze an, um welche Art von Pronomen es sich bei den markierten Wörtern in den Satzpaaren jeweils handelt. (Tipp: Mache dir mithilfe der deutschen Bezeichnungen der Pronomen klar, welche Funktion sie in den Sätzen jeweils erfüllen.) Relativpronomen Interrogativpronomen a Das war eine Sache, welche ihm missfiel. Welche der beiden Jacken gefällt denn dir besser? Reflexivpronomen Personalpronomen b Die laute Musik stört mich eigentlich nicht. Ich treffe mich später noch mit Clemens. Relativpronomen Interrogativpronomen c Ich fragte, wer denn noch alles zur Party kommen solle. Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. 3 4 5 13 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Ergänze in den folgenden Sätzen an inhaltlich passender Stelle eine der folgenden Konjunktionen. a Sollte man Kinder mit Apps überwachen nicht? b Man muss sich entscheiden, den Kindern zu vertrauen sie zu tracken. c Sie wollte ihre Tochter nicht überwachen, beschloss, ihr zu vertrauen. d Heute kann ich nicht mehr kommen, morgen dann ganz bestimmt. e Heute musste sie Hausübungen machen sonst irgendetwas lernen. f Früher überwachten sie die Uhr das Handy. Bilde mit den folgenden Konjunktionen eigene Beispielsätze. a sowie b denn c sowohl … als auch d sondern e weder … noch 1 und sondern entweder … oder aber weder … noch oder 2 Subjunktionen sind nicht flektierbar und verbinden einen untergeordneten Satz mit einem Haupt- oder Nebensatz, z. B. Er isst viel Obst und Gemüse, weil das sehr gesund ist. – Obwohl der Dorfladen sonst ein sehr gutes Angebot hatte, war heute kein frisches Obst und Gemüse da. (Weil und obwohl leiten jeweils einen Nebensatz ein.) Achtung: Subjunktionen müssen nicht immer von einem Hauptsatz abhängen, z.B. Ich gehe nicht zum Arzt, weil ich schon gesund bin, obwohl ich noch ein bisschen huste. (Obwohl ist von einem mit weil eingeleiteten Nebensatz abhängig.) Merke 2.6 Konjunktionen und Subjunktionen Konjunktionen sind nicht flektierbar und verbinden gleichrangige Wörter, Wortgruppen oder Teilsätze, z. B. Auf dem Markt kauften sie Obst und Gemüse. (Obst und Gemüse sind gleichrangig.) – Auf dem Markt kauften sie Obst, aber kein Gemüse. Ihrer Form nach unterscheidet man zwischen: • einteiligen Konjunktionen: und, aber, oder, doch, … • mehrteiligen Konjunktionen: weder … noch, nicht nur … sondern auch, … Merke 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Ergänze in den folgenden Sätzen an inhaltlich passender Stelle eine der folgenden Subjunktionen. a Er konnte sich die CD jetzt nicht kaufen, er nicht mehr genügend Geld hatte. b Ihr war bewusst, das so geht. c es euch nichts ausmacht, würde ich gerne gehen. d ihr Handy klingelte, ging sie nicht dran. e Alle waren müde, sie den ganzen Tag gearbeitet hatten. Schreibe aus dem Text „Vorsicht vor Kinderschutz-Apps“ von Barbara Wimmer alle Konjunktionen und Subjunktionen in die richtige Spalte der Tabelle. Wörter, die mehrfach vorkommen (wie z.B. und), brauchst du nur einmal aufzuschreiben. Barbara Wimmer: Vorsicht vor Kinderschutz-Apps: Kinder können sie leicht aushebeln Die Kinderaugen sind groß, wenn sie unter dem Weihnachtsbaum ihr erstes Smartphone oder Tablet finden. Doch für Eltern bedeutet das bereits vor dem Weihnachtsfest viel Arbeit und Verantwortung. Denn es ist nicht einfach damit getan, das verpackte Gerät unter den Baum zu legen. Im Idealfall sollten Eltern die Geräte bereits vorab in Betrieb nehmen, um sie kindersicher zu machen. Kinder sollten nicht nur vor digitalen Gefahren geschützt werden, sondern auch vor potenziellen Kostenfallen. Dafür gibt es neben Einstellungen, die man am Gerät selbst durchführen kann, auch eigene Apps. Eltern können ihren Kindern bestimmte Rechte geben und die Inhalte, die sie zu Gesicht bekommen, genau kontrollieren. So kann man mit Apps etwa festlegen, ob Kinder sich Inhalte selbst installieren dürfen und welche Spiele sie wie lange nutzen können. Doch bei den Apps ist große Vorsicht geboten: Die beiden Sicherheitsforscher Fabian Densborn und Bernhard Gründling von SEC Consult haben bei zahlreichen beliebten Apps dieser Art erhebliche Sicherheitslücken festgestellt. […] Bei allen getesteten Apps konnten die für die Kinder gesetzten Einschränkungen relativ einfach umgangen werden, indem man der Anwendung in den Android-Einstellungen die entsprechenden Berechtigungen entzieht. […] Auf die Idee, die Kindersicherungs-Apps zu testen, kamen die Forscher übrigens deshalb, weil sie diese selbst auch im Einsatz haben. Quelle: https://futurezone.at/digital-life/kinderueberwachung-kindersicherung-apps-eltern-google-ios/402265971 (abgerufen am 7.10.2024) Konjunktionen Subjunktionen 3 nachdem wenn obwohl dass da 4 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 15 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Im Folgenden findest du einige Argumente für das verpflichtende Erlernen eines Musikinstruments. Ergänze in den Sätzen die fehlenden Begründungswörter (die Spalte „Gewichtung“ brauchst du bei dieser Aufgabe noch nicht zu beachten). Argumente Gewichtung a Eine gründliche Musikerziehung ist wichtig, die Schülerinnen und Schüler lernen, genau zuzuhören und Dinge wahrzunehmen, was eine wichtige Voraussetzung für das Lernen überhaupt ist. b der Beschäftigung mit Tonwerten, Pausen oder den Fingersätzen werden mathematische Grundoperationen erlernt, wodurch gerade in Mathematik nachweislich bessere Leistungen erzielt werden. halte ich es für sinnvoll, wenn Schülerinnen und Schüler verpflichtet sind, in der Schule ein Musikinstrument zu erlernen. c musikalische Bildung gerade in Österreich zum allgemeinen Kulturgut gehört, sollte jedes Kind von klein auf in der Schule ein Musikinstrument erlernen. d Ich bin dafür, dass Schülerinnen und Schüler verpflichtend ein Musikinstrument erlernen sollten, das gemeinsame Musizieren z.B. im Orchester stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe, sondern die Schülerinnen und Schüler lernen auch, miteinander zu kooperieren. e Wenn Schülerinnen und Schüler verpflichtet sind, ein Musikinstrument zu erlernen, wird ihnen damit zugleich eine Möglichkeit der sinnvollen Freizeitgestaltung aufgezeigt, ich diesen Vorschlag sehr vernünftig finde. Welche der Pro-Argumente aus Aufgabe 1 hältst du für wichtig, welche für weniger wichtig? Schreibe in die Spalte „Gewichtung“ jeweils eine kurze Einschätzung des Arguments. 1 weshalb denn Weil da Aufgrund Deshalb 2 3 Eine Erörterung planen und verfassen Erörterungen liegt in der Regel eine Entscheidungsfrage zugrunde, d.h. eine Frage, die man mit Ja oder Nein beantworten muss, z.B. Sollte das Erlernen eines Musikinstruments für alle Schülerinnen und Schüler in Österreich Pflicht sein? Beim Erörtern werden dann die verschiedenen Argumente für oder gegen (pro oder kontra) eine Entscheidung gegeneinander abgewogen. Merke 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Überlege dir, welche Argumente gegen das verpflichtende Erlernen eines Musikinstruments an der Schule sprechen. Erstelle dazu in deinem Heft eine Mindmap. Trage anschließend die von dir gefundenen Argumente in die Übersicht ein. Notiere in der Spalte „Gewichtung“, welche deiner Argumente du selbst für besonders wichtig und welche du für weniger wichtig erachtest. Argumente Gewichtung 1. 2. 3. Lass dir noch einmal die Pro- und Kontra-Argumente für das verpflichtende Erlernen eines Musikinstruments durch den Kopf gehen. Formuliere anschließend kurz deinen abschließenden Standpunkt zu der Frage (samt knapper Begründung). Formuliere eine Einleitung für einen Erörterungsaufsatz zur Frage, ob das Erlernen eines Musikinstruments für alle Schülerinnen und Schüler in Österreich Pflicht sein sollte. Beachte die Hinweise in der Merkebox auf Seite 18. Um dich einem Thema zu nähern und Argumente pro oder kontra zu finden, kannst du Fragen an das Thema stellen oder Ideen in einer Mindmap sammeln. In einem nächsten Schritt solltest du die verschiedenen Argumente nach ihrer Bedeutung gewichten, d. h. für dich klären, welchem deiner Argumente du die größte Bedeutung zumisst. Merke 3 N Das Erörtern eines Sachverhaltes soll dir helfen, deinen Standpunkt zu einer Frage zu bestimmen. Das heißt, dass sich zwar dein erster Eindruck durch die Erörterung bestätigen kann, aber nicht muss. Es ist also nicht schlimm, wenn sich durch die Beschäftigung deine Einstellung zu einer Frage ändert. In jedem Fall solltest du, bevor du einen Erörterungsaufsatz planst und dann schreibst, deinen Standpunkt zumindest stichwortartig formulieren. Merke 4 5 17 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Lies den folgenden Schlussteil eines Schüleraufsatzes zu der Frage, ob das Erlernen eines Musikinstruments für alle Schülerinnen und Schüler in Österreich Pflicht sein sollte. Erkläre, ob der Schüler in seinem Schlussteil seine Meinung zusammenfasst, eine Forderung erhebt oder einen Kompromissvorschlag macht. Begründe kurz deine Meinung. Arbeite in deinem Heft. Aus den genannten Gründen ist deutlich, dass ich das verpflichtende Erlernen eines Musikinstruments nicht für sinnvoll halte. Allerdings gibt es natürlich gute Gründe dafür, dass Kinder ein Musikinstrument lernen. Die Schule sollte deshalb alles dafür tun, Schülerinnen und Schüler für die Musik und das Erlernen eines Instruments zu begeistern. Vielleicht kann sogar der Musikunterricht ausgeweitet oder an allen Schulen ein Schulorchester eingerichtet werden. Schreibe nun eine zusammenhängende Erörterung zu der Frage „Sollte das Erlernen eines Musikinstruments für alle Schülerinnen und Schüler in Österreich Pflicht sein?“. Überlege dir zuvor, wie du den Hauptteil deines Aufsatzes gliedern willst. Arbeite in deinem Heft. Eine Erörterung besteht aus drei Textteilen: • In der Einleitung schilderst du kurz das Problem, um das es geht, bzw. führst in die Problemstellung ein. • Im Hauptteil stellst du deine eigene Meinung dar und begründest sie durch Argumente und Beispiele; dabei solltest du auch Argumente der Gegenseite entkräften. • Im Schlussteil kannst du deine Meinung noch einmal zusammenfassen, eine Forderung erheben oder einen Kompromissvorschlag machen. Achte beim Schreiben einer Erörterung darauf, dass du • das Präsens (Gegenwart) verwendest, • sachlich schreibst und • deine Argumente sachlich richtig und logisch nachvollziehbar verknüpfst und begründest. Merke 6 N Für die Gestaltung des Hauptteils gibt es zwei Möglichkeiten: • Ping-Pong-Modell (= wechselnde Argumentation): Jedem Pro-Argument stellst du ein Kontra-Argument gegenüber (oder umgekehrt); es kommt dabei darauf an, dass du deine eigene Meinung jeweils als die überzeugendere darstellst. • Sanduhr-Modell (= zweigeteilte Argumentation): Im ersten Teil führst du zunächst alle Gegenargumente an und widerlegst sie nach Möglichkeit; im zweiten Teil, zu dem du mit einem oder zwei Sätzen überleiten solltest, nennst du dann die Pro-Argumente. Beachte: Nenne immer das wichtigste Gegenargument zu deiner eigenen Position als Erstes und beende deine Argumentation immer mit dem wichtigsten Argument für deine eigene Position. Merke 7 N 18 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Bilde Satzgefüge aus den Sätzen und den Einleitewörtern. Setze jeweils den nötigen Beistrich. Orientiere dich am Beispiel. Beispiel: Sie überwachen ihr Kind nicht. weil Sie vertrauen ihrem Kind. Sie überwachen ihr Kind nicht, weil sie ihrem Kind vertrauen. a Sie beschwert sich. weil Ihr Handy wird getrackt. b Alle waren enttäuscht. nachdem Sie hatten den Betrug entdeckt. c Maria fragte ihre Mitschülerin. da Sie hatte eine Frage. d Tom beschwert sich. wenn Ihm passt etwas nicht. Markiere in den folgenden Satzgefügen das Einleitewort (Subjunktion oder Relativpronomen) im Nebensatz. a Er machte so lange weiter, bis er endlich mit der Arbeit fertig war. b Das war wirklich das schönste Geschenk, das sie bekommen hatte. c Sie hatte genau dieselbe Idee, die ich eben auch hatte. d Ich mache das morgen, falls das möglich ist. e Wenn es so früh dunkel wird, bin ich auch früher müde. f Luca liest, obwohl er längst müde ist, noch etwas in seinem neuen Buch. Forme die Satzgefüge so um, dass die Subjunktion und damit der Nebensatz jeweils am Anfang stehen. Beispiel: Sie schalteten das Licht an, weil es langsam dunkel wurde. Weil es langsam dunkel wurde, schalteten sie das Licht an. a Sie radelten immer weiter, obwohl sie schon alle erschöpft waren. b Mia kauft ein Online-Ticket, weil sie nicht vor dem Museum anstehen möchte. 1 2 3 Obwohl sie 4. Zur Rechtschreibung 4.1 Zeichensetzung: Nebensätze Nebensätze grenzt man mit Beistrichen vom übergeordneten Satz ab. Man erkennt sie meist sowohl am Einleite- bzw. unterordnenden Bindewort als auch an der Endstellung der Personalform, z. B. Sie bekam genau das Buch, das (= Einleitewort) sie sich gewünscht hatte (= Personalform). Weil (= Einleitewort) ich Hunger habe (= Personalform), esse ich einen Apfel. Beachte: Sind Sätze mit Konjunktionen verbunden, werden sie ebenfalls mit Beistrich abgegrenzt, z. B. Er musste sich beeilen, denn er war schon sehr spät dran. Es regnete zwar stark, aber er musste jetzt einfach mit dem Hund raus. Merke 19 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
c Laura bespricht sich mit ihrer Freundin, wenn sie ein Problem hat. d Alles brach in Jubel aus, als das Spiel endlich abgepfiffen wurde. Schreibe wie im Beispiel die Sätze ab und füge die angegebene Konjunktion (Bindewort) an der richtigen Stelle ein. Setze dabei den fehlenden Beistrich vor die Konjunktion. Beispiel: (aber) Ich bemühe mich das verstehe ich nicht. Ich bemühe mich, aber das verstehe ich nicht. a (sondern) Ich überwache mein Kind nicht vertraue ihm. b (doch) Zuerst hatte ich Angst später wuchs das Vertrauen. c (jedoch) Sie änderte ihre Meinung spät nicht zu spät. d (allein) Er vertraute seinem Kind eigentlich er trackte es dennoch. Lies den Auszug aus dem Artikel „Ich weiß, wo du bist“ von Christina Rubarth und setze die zwölf fehlenden Beistriche bei Nebensätzen. Markiere jeweils das Einleitewort. Beachte dabei, dass der Nebensatz auch am Anfang des Gefüges stehen kann. Christina Rubarth: Ich weiß, wo du bist Werbespots für smarte Armband-Uhren, smarte Socken und GPS-Tracker versprechen: […] „Wäre es nicht schön, jederzeit zu wissen wo sich Ihre Kinder und Ihre Wertsachen gerade befinden? Häufig ist es nicht so einfach, alles im Blick zu haben und stets aufpassen zu müssen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen GPS-Tracker der Ihnen hierbei hilft. Ein beruhigender Gedanke, oder? Aus diesem Grund haben wir Spotter entwickelt.“ Kann Überwachung Eltern ihre Ängste nehmen und Kinder wirklich schützen? […] „Es gab schon Situationen wo ich wirklich froh war dass ich das hatte“, sagt Mutter Alissa Hitzemann. „Wenn ich so eine Uhr dran habe dann kann ich ja direkt schreiben oder telefonieren mit dem Freund. Und wenn jetzt irgendwie so ein Notfall ist man ist mit seinen Eltern irgendwo und verliert sie dann, da kann man sie auch anrufen zur Not. Wenn man das Handy hat dann ist das nicht mehr so wichtig, finde ich, so eine Uhr zu haben, aber ich habe noch nicht so ein Handy und deshalb würde ich auch gerne die Uhr haben“, meint Hugo. „Wir haben uns dann schlussendlich dazu entschieden, vor allem vor dem Hintergrund dass Lilith die Möglichkeit haben sollte, unkompliziert jemanden von uns zu erreichen. Es gibt ja dann auch noch diese Trackingfunktion die wir, glaube ich, bisher nur zum Test ausprobiert haben ob sie einigermaßen zuverlässig ist. Aber wenn man sich jetzt mal den absoluten Ernstfall vorstellt dann finde ich das eine beruhigende Sache dass man die Uhr orten kann, an der hoffentlich dann auch noch die Person dran ist“, sagt Vater Timm Theilmann. Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/eltern-kinder-aufsichtspflicht-kontrollzwang-100.html (abgerufen am 31.03.2025) 4 5 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Setze in den folgenden Sätzen die Beistriche, die Glieder einer Aufzählung abgrenzen. a Für das Abendessen mussten sie noch Brot Butter Käse Apfelsaft und Wurst einkaufen. b Vor dem Englisch-Test fragten die Schülerinnen und Schüler, welche Vokabeln zu lernen seien was an Grammatik zu wiederholen sei ob sonst noch etwas zu lernen sei und ob der Test schwer sei. c Vor der Fahrradtour überprüften sie noch ihre Räder packten Proviant und Regenschutz ein sahen noch einmal die genaue Route im Internet nach und buchten für die erste Nacht eine Pension. Setze in den folgenden Sätzen die Beistriche, die wegen einer Apposition stehen müssen, und unterstreiche die Apposition. a Meine Mutter eine begeisterte Köchin zaubert aus den unmöglichsten Zutaten ein köstliches Essen. b Sie planten eine Städtereise nach München der drittgrößten Stadt Deutschlands. c Ausgerechnet im August dem heißesten Monat des Jahres wollten sie lieber doch nicht nach Ägypten fahren. d Er schenkte Paul seinem besten Freund zum Geburtstag eine Ballonfahrt. 1 Appositionen (= nachgestellte Beifügungen im selben Fall wie das Bezugswort) werden durch Beistriche vom restlichen Satz abgetrennt, z. B. Er besuchte Peter, seinen ehemaligen Schulkameraden, alle paar Jahre in Frankreich. Merke 2 Anreden und Ausrufe grenzt man mit Beistrichen ab, z. B. Darf ich Sie etwas fragen, Frau Mayr? Ach, das ist aber schade! Merke 4.2 Zeichensetzung: Aufzählungen, Appositionen, Anreden und Ausrufe Glieder einer Aufzählung (Wörter, Wortgruppen bzw. Teilsätze und Sätze) grenzt man durch Beistriche ab, z. B. Nele fuhr in den Ferien nach Griechenland, Jonah machte Urlaub mit seinen Eltern am Gardasee und Artur nahm an einem Jugendcamp teil. Ein Beistrich in dieser Funktion kann immer durch das Bindewort „und“ ersetzt werden. Merke 21 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Schreibe die folgenden Wörter ab und ergänze dort den Apostroph, wo etwas ausgelassen wurde. a er hats (= es ) gecheckt: b sie schaffts (= es) sicher: c mitm (= mit dem) Rad: d das warn (= ein) Erfolg: Schreibe die folgenden Ausdrücke ab und setze jeweils den fehlenden Apostroph. a Elias Meinung: b Jannis Geburtstag: c Felix Idee: d Tobias Beitrag: Bilde jeweils die entsprechende Form mit Apostroph. a die schillerschen Dramen: b die grimmschen Märchen: 1 2 Der Apostroph kann außerdem verwendet werden, um die Grundform eines Personennamens zu verdeutlichen, z. B. Andrea’s Haarstudio (= das Studio gehört Andrea), Andreas’ Haarstudio (das Studio gehört Andreas), die Einstein’sche Relativitätstheorie (statt: die einsteinsche Relativitätstheorie). Merke 3 4.3 Zeichensetzung: Apostroph Der Apostroph (= Auslassungszeichen) dient dazu, Auslassungen in Wörtern zu markieren, z.B. ich hab’s (= ich habe es). Bei Namen im Genitiv, die auf einen [s]-Laut enden, ist das Genitiv-s nicht hörbar; es wird also ausgelassen und durch einen Apostroph gekennzeichnet, z. B. Pias Rad ([s] ist hörbar); Niklas’ Rad (kein weiteres [s] ist zu hören). Dies betrifft Namen mit den Schreibungen: „-s“, „-ss“, „-ß“, „-tz“, „-z“, „-x“, „-ce“. Merke Setze in den beiden folgenden Sätzen die Beistriche, die wegen eines Ausrufes bzw. einer Anrede stehen müssen. a Oh je das tut mir jetzt aber leid Hannes! b Marianne und Clara würdet ihr jetzt endlich mal still sein! Setze in den Sätzen die fehlenden Beistriche. a Noemi würdest du bitte nach der Schule noch schnell in den Drogeriemarkt den in der Wiener Straße gehen und Zahnpasta Servietten und eine Dose Katzenfutter besorgen? b Ach nein jetzt bin ich zu spät dran der Bus ist schon weg mein Fahrrad hat einen Patschen und meine Eltern sind auch schon zur Arbeit gefahren. c Verdammt jetzt ist mir dieser dumme Fehler derselbe wie schon gestern noch einmal unterlaufen. 3 4 22 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Erörterungen untersuchen und schreiben Lies die drei folgenden Situationen. Formuliere jeweils eine Bitte, dich vorbeizulassen, die der Person und der Situation angemessen (d.h. weder übertrieben höflich noch unhöflich) ist. Situation 1: Vor mir steht auf einer Rolltreppe ein gebrechlicher alter Mann, der mir den Weg versperrt. Ich habe es sehr eilig und möchte vorbei. – Was ich sagen könnte: Situation 2: Vor mir steht auf einer Rolltreppe eine Frau mit zwei Einkaufstaschen, die mir den Weg versperrt. Ich habe es sehr eilig und möchte vorbei. – Was ich sagen könnte: Situation 3: Vor mir stehen drei kleinere Buben, die sich streiten und mir den Weg versperren. Ich habe es sehr eilig und möchte vorbei. – Was ich sagen könnte: Im Folgenden findest du Teile von Wilhelm Buschs Gedicht „Max und Moritz“ in der Standardsprache und in neun Dialekten. Lies die Strophen und ermittle, welche der zehn Strophen in einem österreichischen Dialekt geschrieben ist. Schreibe die Nummer auf die Zeile. Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! (1) Maggs un Moridds sin zwee solsche Daachediebe, Fleeschl, Schdrolsche! (2) Schdatt dass se durch gscheide Lehra Sich zom Guada dädat kehra – (3) Händs nur allpott drüber glacht Und sich heimli luschtig gmacht. (4) Ja, zu jedm Blädsinn taugns Wia zwoa Unschuidsengal schaugns. (5) Leud veräbbeln, drangsaliern, Große, klaane, und auch Diern (6) Appel, Beer und Plumm stibietsen – Deit’n jo veel leeber mooken, (7) Brav ze sein, das reizt kee Aas, Awer Frechsein, das macht Spaß! (8) Lern’n ooch noch ? meene Jüte, Kommt ja janischt inne Tüte! (9) Obar, Freinderl, frage nicht Nach dem End von dera Gschicht. (10) 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Quelle: Manfred Görlach (Hg.): Wilhelm Busch. Max und Moritz – mundartgerecht. dtv 2007 1 Unter einem Dialekt versteht man eine regional beschränkte und historisch gewachsene Varietät einer Sprache. Dialekte weisen dabei Besonderheiten auf der Lautebene (Aussprache), der Grammatik und im Wortschatz auf. Merke 2 5 Sprachverwendung Manche Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler behaupten, dass jeder Mensch schon in der Muttersprache mehrsprachig ist, da jeder Mensch in unterschiedlichen Situationen und mit unterschiedlichen Gesprächspartnerinnen bzw. Gesprächspartnern anders spricht. So sprichst du in der Schule anders als mit deinen Eltern oder mit deinen Freundinnen und Freunden: Jeweils handelt es sich um unterschiedliche Sprachebenen. Merke 23 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Beschreibe, welche Merkmale von Jugendsprache auf die folgenden Wörter bzw. Äußerungen zutreffen. a Doppelwhopper (für „sehr dicker Mensch“): b voll fett: c Das ist ja echt irre: Nenne zu jedem der Merkmale, die in der Merkebox genannt werden, aus deinem Wortschatz einige Beispiele aus der Jugendsprache. Übertrage die ersten acht Zeilen von „Max und Moritz“ in deine Sprache, d.h. ein umgangssprachliches Deutsch (du kannst natürlich auch Dialektausdrücke oder Jugendsprache verwenden). Achtung: Deine „Übersetzung“ muss sich nicht unbedingt reimen. Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, Welche Max und Moritz hießen; Die anstatt durch weise Lehren Sich zum Guten zu bekehren, Oftmals noch darüber lachten Und sich heimlich lustig machten. Jugendsprache ist ein Sammelbegriff für verschiedene Sprechweisen Jugendlicher untereinander in unterschiedlichen Gruppen und bei verschiedenen Gelegenheiten (z.B. in der Schule, in der Disco usw.). Die gemeinsame Sprache soll die soziale Gemeinschaft festigen (man gehört zusammen, weil man die gleiche Sprache verwendet) und diese Gemeinschaft von anderen Gemeinschaften (vor allem von denen Erwachsener) abgrenzen. Häufig weist Jugendsprache folgende Besonderheiten auf: • Wörter der Alltagssprache erhalten neue Bedeutungen (z. B. anbaggern für „flirten“), • hoher Anteil an Anglizismen (= englischen Fremdwörtern; z.B. chillen für „entspannen“), • Übertreibungen zur Steigerung der Ausdrucksintensität, oft in Form von Zusammensetzungen (z. B. obercool). Aufgrund ihrer Funktion der Abgrenzung gegenüber anderen Sprechweisen ist Jugendsprache nur historisch fassbar, d. h. dass alle Besonderheiten, die man heute feststellt, innerhalb kurzer Zeit wieder „out“ sein können. Merke 3 4 5 24 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
2 Reportagen untersuchen und schreiben 1 Merkmale von Reportagen erfassen Lies den Text „Eine Zeitung für die Würde“. Eine Zeitung für die Würde Hannes Maierhofer – Spitzname „Böckl“ – mag nicht erzählen, wie er auf der Straße gelandet ist. „Is jetzt eh wurscht“, sagt er. Und dass er auch Fehler gemacht habe. Und dann der Alkohol. Natürlich. Aber jetzt im Moment ist das wirklich egal. Jetzt steht er mit seinem Packerl „Kupfermuckn“ auf der Promenade. Der Name „Kupfermuckn“ stammt aus dem Wortschatz Obdachloser und bedeutet dort „Schlafplatz“ oder ein „Unterschlupf“, zum Beispiel in einem verlassenen Gebäude oder einer Hütte. Und es ist auch der Name der Obdachlosenzeitung aus dem oberösterreichischen Zentralraum, so wie der „Augustin“ in Wien oder das „Apropos“ in Salzburg. Jeden ersten Montag im Monat erscheint die neueste Ausgabe der „Kupfermuckn“ und ist bei ihren rund 250 Verkäuferinnen und Verkäufern auf der Straße erhältlich. So wie jetzt bei „Böckl“ auf der Promenade. Eben hat er sich 10 Exemplare am Redaktionssitz der Zeitung in der nahe gelegenen Marienstraße gekauft. Für 15 Euro, 1,50 Euro das Stück. Immerhin 3 Euro kostet sie für die Käuferinnen und Käufer. Die Differenz ist sein Verdienst. Viele Menschen, berichtet er, laufen einfach an ihm vorbei, wollen nichts wissen von ihm oder der Zeitung. Manche geben aber auch 5 Euro, erklärt „Böckl“. Menschen, bei denen es auf ein paar Euro nicht ankommt. Manchmal, erzählt er, entwickelt sich auch ein kleines Gespräch zwischen ihm und seinen Kunden. „Das ist dann wie in der Trafik!“, lacht er. Und dann hat er auch einige Stammkunden. Menschen, die hier arbeiten, auf der Sparkasse oder im Landhaus. Für den Verkauf gibt es übrigens klare Regeln: Verkauft werden darf nur im nüchternen Zustand und man darf Passanten nicht bedrängen oder zum Kauf nötigen. Das ist auch Hannes Maierhofer ganz wichtig: „Es ist ein Geschäft und kein Betteln. Man bewahrt seine Würde!“ Natürlich muss er sich auch manchmal dumme Sprüche anhören. Aber auch darüber redet Hannes Maierhofer nicht so gern. Zumal, da heute der Verkauf läuft. „Das ist das Wetter“, meint er, „die Leut’ haben gute Laune.“ Obdachlosen- oder Straßenzeitungen sind übrigens ein Renner. Dabei wurde die erste Straßenzeitung erst 1989 in New York gegründet, die erste Obdachlosenzeitung in Österreich war 1995 das „Megaphon“ in Graz. Man schätzt, dass heute weltweit 200 000 Menschen Straßenzeitungen verkaufen und sechs Millionen Leserinnen und Leser erreichen. Menschen wie „Böckl“, die nicht gerne über die Vergangenheit reden, aber immer noch an die Zukunft glauben. Kreuze an, welche Aussagen über den Text und damit über Reportagen allgemein richtig sind. richtig a Reportagen wollen den Leserinnen und Lesern das Gefühl geben, an einem Geschehen beteiligt zu sein. b Reportagen sind ähnlich wie Nachrichten aufgebaut und informieren zunächst über die wichtigsten W-Fragen. c In Reportagen wird zunächst über einen Einzelfall berichtet, der dann verallgemeinert wird. d Reportagen enthalten Zitate von beteiligten Personen. 1 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 2 25 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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