Aber was braucht es überhaupt, damit ein Begriff oder eine Redewendung in unseren alltäglichen Sprachgebrauch übernommen wird? Manfred Glauninger meint: „Die Voraussetzung ist oft die Verwendung vonseiten einer prominenten Persönlichkeit beziehungsweise durch eine Figur aus einem Film oder einer Serie.“ Das Internet, das mittlerweile sämtliche Lebensbereiche durchdringt, und die damit einhergehende Vernetzung sorgen außerdem dafür, dass sich Begriffe und Redewendungen rasch über ursprüngliche Bereiche hinaus verbreiten können. Ein gutes Beispiel dafür sind etwa Begriffe aus der Gaming-Szene. Reden die Generationen aneinander vorbei? Speziell zwischen den Generationen sind die sprachlichen Unterschiede teilweise enorm. Aber reden wir deshalb aneinander vorbei? Nicht unbedingt: Denn auch die Generation 60+ ist bereits regelmäßig online unterwegs – nicht zuletzt, um zu shoppen, Nachrichten zu konsumieren oder mit den weit entfernten Enkeln zu kommunizieren. Der im Netz vorherrschende Sprachgebrauch wird aber – wie auch die Jugendsprache an sich – von der älteren Generation weniger positiv wahrgenommen. Denn ältere Internet-NutzerInnen achten beim Schreiben von Mails oder beim Chatten auf WhatsApp viel eher auf eine korrekte Rechtschreibung, weshalb diese Generation angesichts des Sprachgebrauchs der Jungen einen Sprachverfall befürchtet. Aber seien wir ehrlich: Diese ablehnenden Tendenzen gab es auch schon lange Zeit vor dem digitalen Zeitalter … Was tun gegen Hate Speech? Die Verrohung der Kommunikation ist ein Phänomen, das im Internet sehr häufig beobachtet wird. Shitstorms, Cybermobbing oder Hate Speech sind problematische Steigerungen davon. Begünstigt wird das durch die (vermeintliche) Anonymität im Internet, die wiederum bei vielen UserInnen zu einer Art Enthemmungseffekt führt. Mittlerweile sind Hetze, Hass und Diskriminierung im Internet zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden, denn sie bedrohen die Meinungsvielfalt und die Demokratie. Aber was kann man dagegen tun? Tipps könnten sein, den eigenen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen. Reflektiere vor dem Abschicken eines Kommentars beispielsweise, ob dieses für bestimmte Personengruppen verletzend sein könnte (z. B. wenn man das Wort „schwul“ als Schimpfwort benutzt). Liest du von anderen UserInnen gehässige Kommentare, kannst du diese bei den jeweiligen Plattformen melden. Wenn du dich traust, kannst du den HaterInnen auch widersprechen, sodass Betroffene oder stille MitleserInnen sehen, dass Hass nicht die allgemeine Meinung widerspiegelt. 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 68 70 Nicole Nestler, https://www.a1blog.net/digitales-leben/internet-sprache (11. 9. 2024, gekürzt) Informationen zusammenfassen 54 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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