122 3.6 Terrorismus deutschnationale rassistische Ideologie zu verbreiten. Er ermordete zwischen 1993 und 1996 vier Menschen, 13 wurden verletzt. Ein weiteres Beispiel für rechtsextremen Terrorismus ist der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) in Deutschland. Dessen Mitglieder erschossen zwischen 2000 und 2007 acht türkisch- und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin, neben mehreren Bombenanschlägen und Banküberfällen. Der Norweger Anders Breivik deponierte 2011 im Regierungsviertel von Oslo eine Bombe, die acht Menschen tötete. Danach fuhr er zum Sommerlager der Jugendorganisation der Arbeiterpartei auf der Insel Utøya und erschoss 69 Menschen, vor allem Jugendliche. Politisch-ideologische Motive hatte auch die linksextreme Terrororganisation „Rote Armee Fraktion“ in Deutschland in den 1970er- und 1980-Jahren. Diese war antikapitalistisch, antidemokratisch, antideutsch, antiamerikanisch, antiisraelisch, zum Teil auch antisemitisch. Die Mitglieder verübten unter anderem Anschläge auf Polizei und Justiz, auf Einrichtungen der USA und der NATO in Deutschland sowie auf deutsche Wirtschaftsvertreter. Religiöse Motive: Islamistischer Extremismus Religiöse Motive spielen im Terrorismus seit den 1980er-Jahren zunehmend eine Rolle. Bei Anschlägen, die vorrangig religiös motiviert sind, ist jedoch auch immer der politische und gesellschaftliche Kontext zu beachten. Durch die Globalisierung ist Terrorismus heute außerdem ein internationales Phänomen und meist nicht mehr auf bestimmte Regionen begrenzt. M2: Unbekannt: Terroranschlag auf das World Trade Center in New York, USA. Fotografie, 11.9.2001 Was ist Terrorismus? „Terror“ meint das gezielte Anwenden oder Androhen von Gewalt und Einschüchterung, um bestimmte Ziele zu erreichen. „Terrorismus“ geht grundsätzlich von nichtstaatlichen Gruppen oder Organisationen aus, die ihre Ziele mittels Gewalt durchsetzen wollen. Terror bietet ein Mittel, um Druck auf Staaten oder Organisationen auszuüben und sie instabil zu machen. EU-Definition des Terrorismus Nach EU-Recht sind terroristische Straftaten Handlungen, die mit dem Ziel begangen werden, • die Bevölkerung auf schwerwiegende Weise einzuschüchtern, • öffentliche Stellen oder eine internationale Organisation rechtswidrig zu einem Tun oder Unterlassen zu zwingen, • die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen eines Landes oder einer internationalen Organisation ernsthaft zu destabilisieren oder zu zerstören. M1: Online auf: www.consilium.europa.eu (10.9.2024). Terrorismus vs. Freiheitskampf Bei der Unterscheidung zwischen Terrorismus und Freiheitskampf kommt es oft auf die Perspektive an, aus der heraus die Beteiligten agieren. Während nationale bzw. ethnische Befreiungs- und Widerstandsbewegungen eher versuchen, ihre räumliche Ausdehnung bis zu einer bestimmten Grenze zu erweitern, wollen Terroristen und Terroristinnen mit ihren Gewalttaten möglichst große Aufmerksamkeit erlangen, Machtstrukturen untergraben und die Bevölkerung einschüchtern. Dass die Abgrenzung zwischen Terrorismus und Freiheitskampf nicht eindeutig ist, sieht man im 20. Jh. an den Beispielen der gewalttätigen baskischen („Baskenland und Freiheit“/ETA) und irischen („Irish Republican Army“/IRA) Unabhängigkeitsbewegungen, die viele zivile Opfer nach sich zogen. Beide Organisationen konnten mittels jahrzehntelanger Verhandlungen von einem Waffenstillstand überzeugt werden, der bis heute andauert. Politisch-ideologische Motive und Ziele Neben diesen ethnisch-nationalen Motiven gibt es weitere Gründe für den Einsatz von Mitteln des Terrorismus. Der österreichische Terrorist Franz Fuchs strebte danach, durch eine Serie von Briefbomben, die an Angehörige von Minderheiten und deren Unterstützer/innen gingen, seine Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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