123 Die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 (kurz: 9/11) haben sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt. Selbstmord-Attentäter der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida zerstörten mit insgesamt vier entführten Passagierflugzeugen die Türme sowie Teile des Kapitols. Ein weiteres Flugzeug stürzte über einem Feld ab. Es gab insgesamt knapp 3.000 Todesopfer. In der Folge wurden verschärfte Antiterrorgesetze erlassen und die Sicherheitsmaßnahmen in Flughäfen, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Bereichen wurden massiv ausgeweitet (Poller, Sicherheitskontrollen). Der deutsche Gewalt- und Terrorismusexperte Peter Waldmann über Antiterrormaßnahmen (2001) Es besteht die Gefahr der Aushöhlung rechtsstaatlicher Garantien, um die Verfolgung und Festnahme von Gewaltaktivisten zu erleichtern. M3: Waldmann: Terrorismus. Provokation der Macht, 2001, S. 179 f. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) entwickelte sich aus dem irakischen Zweig der Al-Qaida. Ihr Anführer rief in den vom IS kontrollierten Gebieten des Irak und Syriens ein Kalifat aus, dem sich Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt anschließen sollten. Mit gezielter und beliebten Videospielen nachempfundener Propaganda in den sozialen Medien erwarb der IS große Popularität und rekrutierte weltweit vor allem jugendliche Anhänger/innen. M4: Standbild aus einem Propagandavideo von ISIS (später IS). Irak, 15.6.2016 Auch der Attentäter von Wien, der am 2.11.2020 vier Menschen erschoss und viele zum Teil lebensgefährlich verletzte, hatte Verbindungen zum IS. Cyberterrorismus Cyberterrorismus nutzt Schwächen von Computersystemen, Netzwerken oder anderen digitalen Infrastrukturen aus, um politische, soziale oder wirtschaftliche Einrichtungen zu schädigen, Angst zu verbreiten oder eigene Interessen zu vertreten. Besonders gefährdet sind kritische Infrastrukturen (Wasser- und Energieversorgung, Finanz- und Gesundheitssystem). Deradikalisierung Im Kampf gegen religiösen und politischen Terrorismus setzt man in Österreich unter anderem auf Deradikalisierungsprogramme sowohl in der Prävention (z.B. in Schulen, Einrichtungen für Jugendliche, in der Justizwache) als auch mit wegen terroristischer Taten Verurteilten. Das Wiener Netzwerk Deradikalisierung und Prävention klärt außerdem Jugendliche und junge Erwachsene über das Phänomen Extremismus auf. Terrorismusbekämpfung Polizei, Militär und Geheimdienste sind gefordert, um dem Terrorismus gemeinschaftlich entgegenzuwirken. Ein Fokus liegt auf der internationalen Zusammenarbeit und dem intensiven Informationsaustausch. Doch bis heute besteht auch die Sorge, dass Antiterrormaßnahmen rechtsstaatlich garantierte Freiheiten der Bürger/innen aushöhlen könnten. Jetzt bist du dran: 1. Begründe auf Basis der EU-Definition M1, des Fotos M2 und des Autorentextes, warum der Anschlag auf das World Trade Center als terroristisch gilt. 2. Befrage zwei bis drei Verwandte oder Bekannte, welche Erinnerungen sie an den 11. September 2001 haben. Entwickle dafür einen kurzen Interviewleitfaden mit vier bis fünf Fragen. 3. Lies den Quellentext M3. Erkläre in eigenen Worten, was Waldmann mit seiner Aussage meint. 4. Recherchiere auf der Homepage des Innenministeriums und auf der Website des Parlaments www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVII/I/849, welche Antiterrormaßnahmen und -gesetze es in Österreich gibt. 5. Beschreibe und analysiere das Standbild M4 aus dem Werbevideo von ISIS/IS in Hinblick auf seine propagandistische Wirkung auf junge Menschen. 6. Bildet Kleingruppen und recherchiert zentrale Informationen (Herkunft, Zeit, Ziele, heutige Relevanz) zu einer der folgenden Terrororganisationen: Narodnaya Wolya, IRA, RAF, ETA, Hamas, Boko Haram. Präsentiert eure Ergebnisse in der Klasse. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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