126 4.2 Bewegungen im 21. Jahrhundert Die verschiedenen wirtschaftlichen, umwelt- und klimabezogenen, sozialen, politischen und anderen Herausforderungen im 21. Jh. haben Menschen dazu bewogen, sich in unterschiedlichen Bewegungen öffentlich zu engagieren. Soziale Bewegung Die oft sehr unterschiedlichen Mitglieder einer sozialen Bewegung verbindet als gemeinsames Ziel eine bestimmte soziale, politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Veränderung. Durch öffentliche Aktionen versuchen sie, ein Bewusstsein für ihr Anliegen zu schaffen. Wenn die Aktionistinnen und Aktionisten ihr Ziel zumindest teilweise erreicht haben, gehen sie wieder auseinander und die Bewegung löst sich auf. Globalisierungskritiker/innen Die Globalisierung der Warenproduktion und des Handels mit Waren und Finanzprodukten hat nicht nur positive Folgen. Ab den 1990er-Jahren beschäftigten sich immer mehr Einzelpersonen und Gruppierungen mit den negativen Auswirkungen dieser Entwicklungen im Globalen Süden. Dazu zählen wachsende Ungleichheit, zunehmende Macht multinationaler Unternehmen, Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten, Ausbeutung von Arbeitskräften und Umweltzerstörung. M1: Denis Balibouse: Demonstrierende beim Weltwirtschaftsforum (WEF) am 14.1.2024 in Davos. Fotografie, 2024. Beim WEF besprechen Unternehmer/innen, Politiker/innen, Journalistinnen und Journalisten sowie Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus der ganzen Welt wirtschaftspolitische Themen. Umweltbewegungen Es gibt die verschiedensten Umweltbewegungen – je nach Anliegen umfassen sie beispielsweise Natur-, Arten- und Tierschutz oder den Schutz vor Umweltgefahren wie Plastikmüll, Vergiftung von Böden und Gewässern mit Chemikalien und Bauprojekten wie Staudämmen. Globale Umweltbewegungen gibt es bereits seit dem 20. Jh., zum Beispiel den World Wildlife Fund (seit 1961) und Greenpeace (seit 1971). Klimabewegungen Am Beginn der bekanntesten Klimabewegung „Fridays for Future“ (FFF) stand der dreiwöchige „Schulstreik für das Klima“ der damals 15-jährigen Greta Thunberg, der von den schwedischen, dann von Medien weltweit aufgegriffen und verbreitet wurde. Thunberg hatte sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Treibern des Klimawandels auseinandergesetzt und stellte nun die Forderung an Einzelpersonen, Gesellschaft und Politik, Gegenmaßnahmen zu setzen. Die daraus entstehende Klimabewegung „Fridays for Future“ wird von vielen lokalen Gruppen auf der ganzen Welt getragen. Ihr Hauptanliegen ist die Umsetzung des auf der Pariser Klimakonferenz der Vereinten Nationen Ende 2015 gesetzten Zieles, die CO2-Emissionen weltweit zu reduzieren. Damit soll die Erderwärmung auf einen Anstieg von maximal 1,5 Grad begrenzt werden. Als Protestformen werden Klimastreiks veranstaltet, die an Freitagen statt des Schulbesuchs stattfinden. Allerdings ruft FFF nicht zu gewaltfreiem zivilem Ungehorsam auf. Ziviler Ungehorsam Bei dieser Protestform verstoßen Aktivistinnen und Aktivisten bewusst gegen Gesetze, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Aktionen des gewaltfreien zivilen Ungehorsams können Sitzblockaden, die Besetzung von Gebäuden oder Grundstücken oder unangemeldete Demonstrationen sein. M2: Anushree Fadnavis: Klimastreik von „Fridays for Future“ in New Delhi am 27.9.2019. Fotografie, 2019. Bei Die-Ins lassen sich die Aktivistinnen und Aktivisten plötzlich gleichzeitig zu Boden sinken und bleiben liegen, als wären sie tot. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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