Alles Geschichte! 8, Schulbuch

127 Andere Klimabewegungen setzen die Protestform des friedlichen zivilen Ungehorsams ein. Die „Letzte Generation“ machte bis 2024 in Österreich und Deutschland mit Sitzblockaden auf viel befahrenen Straßen auf die Notwendigkeit aufmerksam, Maßnahmen zur Treibhausgas-Reduktion durchzusetzen. Die internationale Bewegung „Extinction Rebellion“ fordert ebenfalls eine radikale Treibhausgas-Reduktion. Außerdem soll die Zerstörung der Ökosysteme im Meer und an Land mittels internationaler Zusammenarbeit gestoppt werden. Für lokale Gruppen werden Workshops zu gewaltfreien Aktionen des zivilen Ungehorsams durchgeführt. M3: Peter Macdiarmid: Aktivisten von „Extinction Rebellion“ besetzten am 15.4.2019 Teile des Shell-Hauptquartiers in London, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Ölunternehmen schon seit Jahrzehnten von den negativen Auswirkungen fossiler Energieträger wusste. Fotografie, 2019 Corona-Maßnahmen-Proteste (2020–2021) Eine vorübergehende Bewegung formierte sich gegen die von den nationalen Regierungen verordneten Maßnahmen zu Eindämmung der Corona-Pandemie. In Österreich wurde zum Beispiel gegen den Eingriff des Staates in bestimmte Freiheitsrechte, gegen die Schließung von Schulen, Lokalen und Kultureinrichtungen sowie die Impfpflicht protestiert. Die Bewegung vereinte Menschen aus unterschiedlichen Milieus, wurde aber mit der Zeit stark durch die FPÖ und durch rechtsextreme Gruppierungen beeinflusst. Die Soziologin Leslie Gauditz über die Befragung von Teilnehmenden an Corona-Maßnahmen-Protesten in Deutschland (2023) Das Auffälligste an den Gesprächen mit den Maßnahmengegner:innen war, dass sie alle von Dringlichkeit und dem Wunsch, „mal reden zu können“, geprägt waren. Mehrere Personen bedankten sich im Anschluss bei mir für die Möglichkeit, sich mal ohne Unterbrechungen zu den Themen geäußert haben zu können. […] Die Coronaprotestteilnehmenden fühlten sich von den etablierten Medien und dem öffentlichen Diskurs stigmatisiert und in ihrer Redefreiheit eingeschränkt. M4: Gauditz: Sind manche Gruppen schwerer zugänglich als andere?, 2023, S. 156–157. M5: Erwin Scheriau: Teilnehmer/innen an einer Demonstration gegen die Corona-Regeln am 27.11.2021 in Graz. Fotografie, 2021 M6: Isabelle Ouvrard: Teilnehmer/innen an einer Demonstration gegen die Corona-Regeln am 20.11.2021 in Wien. Fotografie, 2021 Jetzt bist du dran: 1. Vergleiche die Fotos M1, M2 und M3 hinsichtlich der unterschiedlichen Protestformen und ihrer öffentlichen Wirkung. 2. Analysiere die Darstellung der Soziologin Gauditz in M4. Stelle Überlegungen an, warum es für die Teilnehmenden an den Corona-Maßnahmen-Protesten wichtig war, dass ihnen jemand zuhörte. 3. Vergleiche die Fotos von den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen (M5 und M6) hinsichtlich der unterschiedlichen Protestformen und der auf Plakaten und Banner artikulierten Botschaften. Ziehe dazu auch die Darstellung M4 heran. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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