Alles Geschichte! 8, Schulbuch

133 Anfang der 1980er-Jahre spalteten sich die Skinheads in linksextreme, rechtsextreme und unpolitische Gruppen auf, wobei die rechtextremen Gruppen zahlenmäßig überlegen waren. In Deutschland und den USA orientierten sich neonazistische Jugendliche am Kleidungsstil der Skinheads. Die rechte Skinhead-Szene wandte sich in Deutschland dem Musikstil des Rechtsrocks, die linke Skinhead-Szene dem Hardcore Punk zu. Heute teilt sich die Skinhead-Bewegung in Gruppierungen ohne klare politische Zuordnung (SHARP/Skinheads Against Racial Prejudice, „Oi!“-Skins, GSM/Gay Skinhead Movement), Gruppierungen mit eindeutig linksextremer Gesinnung (RASH/Red and Anarchist Skinheads, Redskins) und Gruppierungen mit eindeutig rechtsextremer Gesinnung (Blood and Honour, Hammerskins und andere). Teilweise waren und sind Skins auch Bestandteil der Hooligan-Szene. Punks Der Musikstil Punk entwickelte sich Anfang der 1970er-Jahre in New York. Vor allem in England übernahm die aus diesem Grund Punk genannte Jugendkultur diese Musik. Die größtenteils desillusionierten Jugendlichen lehnten aufgrund der durch die Wirtschaftskrise bedingten schlechten beruflichen Aussichten alle Institutionen ab und kritisierten das englische Klassensystem. Sie verweigerten die gesellschaftliche Ästhetik und die Kleidungsnormen. M6: Mary Evans: Eine Gruppe von Punks in Camden, London. Fotografie, 1986 In kurzer Zeit bildeten sich viele Bands wie die Sex Pistols oder The Clash, die mit ihren Auftritten schockierten und den Punk vor allen in Europa, Amerika und Ostasien verbreiteten. In den späten 1980ern und beginnenden 1990ern wurden Punkbands wie die Toten Hosen, Die Ärzte und The Offspring ein Teil des musikalischen Mainstreams. Hippies Die Hippiebewegung entstand in den 1960er-Jahren in den USA als gegenkulturelle Jugendbewegung. Sie vertraten die Idee eines humaneren, friedlicheren Lebens und der Naturverbundenheit. Gesellschaftspolitisch engagierten sie sich in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg. Die Musik der Hippies reichte von Space Rock, Folk Rock, Jazz Rock, Bluesrock und Progressive Rock bis hin zu Folk und Weltmusik. In den 1970ern kam der Reggae dazu. Mit selbst genähter oder bestickter Kleidung, oft angelehnt an Schnitte traditioneller Kleidungsstücke, entzogen sie sich dem Modekonsum. Ein weiteres Kennzeichen war das Tragen langer Haare bei beiden Geschlechtern. Mit der beginnenden Kommerzialisierung in den 1970er-Jahren verschwanden die Hippies als Massenbewegung. M3: David Hurn: Zuschauermenge beim Isle of Wight Festival. Fotografie, 1969 Skinheads Die Skinhead-Bewegung bildete sich Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre innerhalb der Arbeiterjugend in East London. Sie grenzte sich sowohl von den modebewussten Mods als auch von den Hippies durch das Tragen von Arbeitskleidung ab. In ihrer Frühzeit waren die Skins antibürgerlich eingestellt, aber kaum politisch interessiert. M4: (links): Unbekannt: Skinheads in Huddersfield, England. Fotografie, 1970 M5: (rechts): Bettina Flitner: Skinhead in Berlin. Fotografie, 2000 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==