134 LÄNGSSCHNITT Metal Die um die Musikrichtung Metal entstandene Jugendkultur entwickelte sich bis in die späten 1980er-Jahre zu einem altersunabhängigen, vielfältigen sozialen Netzwerk. Der zentrale Aspekt der Szene ist der Konsum der Musik. Modische Erkennungszeichen sind T-Shirts von Bands, schwarze Lederkleidung und lange Haare. Emotional Hardcore (Emo) Emo entstand Mitte der 1980er-Jahre in den USA. Die Bewegung fand ihren Ausdruck in Liedern mit emotionalen Melodien und Texten. Im deutschsprachigen Raum hatte die Jugendkultur in den späten 2000er- und frühen 2010er- Jahren die größte Verbreitung. Emos standen zu ihren Gefühlen, waren gesellschaftskritisch, vertraten aber keine politische Richtung. Sie bevorzugten Röhrenjeans und Retrokleidung in dunklen Farben, schwarz geschminkte Augen, mittellange schwarze Haare und eine androgyne Erscheinung. Jugendforscher Marc Calmbach über Emo (2010) Durch die Emo-Bewegung werden klassische Geschlechterrollen aufgelöst […]. Alle reden vom neuen Mann, doch jetzt, wo Jungs eine neue, weiche Männlichkeit nach außen tragen, werden sie sofort sozial sanktioniert. M9: Aus: Padtberg: Entdeck das Mädchen in dir, in: Spiegel, 11.3.2010. Online auf: www.spiegel.de (12.10.2024). Popper/Snobs Die Jugendkultur der Popper/Snobs kam Ende der 1970er-Jahre in Hamburg auf. Die Mitglieder stammten aus der Mittel- und Oberschicht und versuchten, sich über ihr Konsumverhalten von den konsumkritischen Punks und Hippies abzugrenzen. Sie trugen Markenkleidung und ihr langer Pony war ins Gesicht frisiert. Ihre Musikrichtungen waren Pop- und Synthesizer- Musik. Jetzt bist du dran: 1. Vergleiche die Fotos M1 und M2 hinsichtlich der dargestellten Jugendkulturen und des jeweiligen Erscheinungsbildes. 2. Erarbeite aus M3, welche gesellschaftlichen Normen von den Hippies in Frage gestellt wurden. 3. Vergleiche die Haltung und das Äußere der jugendlichen Skinheads auf M4 und M5. 4. Gerade in der kommunistischen DDR kam es zu einem Boom der Punk-Jugendkultur ab Mitte der 1980er- Jahre. Rekonstruiere anhand von M6 die Zukunftsaussichten der Jugendlichen in der DDR und vergleiche sie anhand von M7 mit dem Lebensstil der Popper. 5. Analysiere das Foto M8 in Hinblick auf den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ der Szene. 6. Dekonstruiere auf der Grundlage von M9 die Meinung, dass gefühlvolle männliche Jugendliche verweichlicht sind. 7. Rekonstruiere aus den Materialien und den Informationen im Autorentext, worin sich alle Jugendkulturen trotz unterschiedlicher Ausdruckformen gleichen. M7: Chris Hoffmann: Poppers am Kurfürstendamm in Berlin. Fotografie, 1980 Schwarze Szene Die Schwarze Szene entwickelte sich in den 1980er- bis in die 1990er-Jahre aus der Independent- und Dark-Wave- Bewegung. Die Mitglieder kamen aus dem Punk-, New Wave-, Gothic-, New-Romantic- oder Post-Industrial-Umfeld. In den 1990er-Jahren kam es zu Überschneidungen mit der Metal-Szene, auch die Cyber- und Elektro- sowie Wicca- und Mittelalterszene waren zeitweise vertreten. Heute bildet die Schwarze Szene eine altersunabhängige soziale Gruppe, deren Gemeinsamkeit in einem ästhetischen, selbstdarstellerischen und individualistischen Konzept liegt, ohne dabei musikalisch oder modisch eine homogene Gruppe zu ergeben. Der kleinste gemeinsame Nenner sind die Farbe Schwarz und ihr Symbolwert, als Ausdruck von Ernsthaftigkeit, Dunkelheit, Leere und Melancholie. M8: Peter Hirth: Wave-Gotik-Treffen (WGT) in Leipzig, Deutschland. Fotografie, 2002 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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