Alles Geschichte! 8, Schulbuch

21 2013 zogen zwei neue Parteien in den Nationalrat ein: NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum und Team Stronach. Die Partei des austrokanadischen Industriellen Frank Stronach war nur für eine Gesetzgebungsperiode vertreten. Den ÖVP-FPÖ-Koalitionen folgten von 2007 bis 2017 unterschiedlich lang andauernde SPÖ-ÖVP-Koalitionen unter den SPÖ-Bundeskanzlern Alfred Gusenbauer, Werner Faymann und Christian Kern. Neue politische Entwicklungen 2017 gab es eine neue ÖVP-FPÖ-Koalition unter Bundeskanzler Sebastian Kurz. Im Mai 2019 musste die Regierung nach einem Misstrauensantrag der Opposition, verursacht durch die Ibiza-Affäre, zurücktreten (s. Alles Geschichte! 6, S. 35). Daraufhin wurde von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eine Beamtenregierung bis zur Neuwahl eingesetzt. Die Juristin Brigitte Bierlein übernahm als erste Frau in der Geschichte Österreichs das Bundeskanzleramt. Nach der Neuwahl bildete 2020 die ÖVP eine Koalition mit den Grünen unter Bundeskanzler Kurz. Im Oktober 2021 folgte ihm Alexander Schallenberg und im Dezember 2021 Karl Nehammer als Kanzler. Nach der Nationalratswahl 2024 bildete sich im März 2025 erstmals eine Dreier-Koalition unter dem ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker mit der SPÖ und den NEOS. Bundeskanzler Christian Stocker (2025) „Verschiedene Blickwinkel sind keine Schwäche, sondern eine Stärke, die unsere liberale, pluralistische Grundhaltung ausmacht.“ In den Koalitionsverhandlungen hätten sich die Parteien nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner „runterverhandelt“, sagte Stocker […]. Vielmehr habe man es in den Verhandlungen geschafft, dass die Schwerpunkte aller drei Parteien sichtbar werden. M4: Aus: ORF-News 07.03.2025. Online auf: https://orf.at/stories/3386939/ (17.3.2025). Die Umsetzung der Reformen führte jedoch zu einer hohen Staatsverschuldung. Mit dem Verlust der absoluten Mehrheit 1983 trat Kreisky als Kanzler zurück. Sein Nachfolger Fred Sinowatz ging mit der im Vergleich zu später eher liberal orientierten FPÖ eine Koalition ein, womit die FPÖ erstmals seit ihrer Gründung eine Regierungsbeteiligung erlangte. Neue Parteien, wechselnde Koalitionen Nachdem 1978 die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf durch eine breite Anti-Atomkraft-Bewegung verhindert wurde (s. Alles Geschichte! Band 7, S. 158), formierten sich 1984 Umweltbewegungen gegen den Bau eines neuen Donaukraftwerks bei Hainburg. Nach der Besetzung der betroffenen Au erfolgte zum Jahreswechsel 1984/85 ein Baustopp. Die zwei im Zuge der Umweltbewegungen 1982 neu gegründeten Parteien schlossen sich 1986 zu einer Partei zusammen und konnten als die Grüne Alternative in den Nationalrat einziehen (seit 1993: Die Grünen). Nach einer rechtspopulistischen Umorientierung der FPÖ unter dem neuen Parteiobmann Jörg Haider kündigte der neue SPÖ-Kanzler Franz Vranitzky die Regierungskoalition mit der FPÖ auf. Die folgende Nationalratswahl brachte eine Neuauflage der Großen Koalition unter den SPÖ-Bundeskanzlern Vranitzky und Viktor Klima. Die Neuausrichtung der FPÖ unter Jörg Haider hatte zunächst Erfolg. 1994 fiel die SPÖ-ÖVP-Koalition unter die für Verfassungsänderungen notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Das Liberale Forum, das sich 1993 von der FPÖ abgespalten hatte, erlangte 6 % der Wähler/innenstimmen und war bis 1999 im Nationalrat vertreten. M3: Roland Schlager: Großdemonstration gegen die österreichische Bundesregierung. Fotografie, 19.2.2000 Die „Wende“ im Jahr 2000 Unter Kanzler Wolfgang Schüssel kam es 2000 zu einer Koalition der ÖVP mit der FPÖ, die – nach der Neuwahl 2002 – bis 2007 Bestand hatte. 2005 spaltete sich nach parteiinternen Auseinandersetzungen das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) unter Jörg Haider von der FPÖ ab (s. S. 26). Jetzt bist du dran: 1. Arbeite anhand von M1 die angesprochenen Wählergruppen heraus. Bemerkung: Die beiden Grafiker der Wahlplakate waren miteinander bekannt und arbeiteten auch gelegentlich miteinander. 2. Analysiere M2 in Hinblick auf seine Gestaltung und seine Botschaft und arbeite die durch das Wahlplakat angesprochene Wählergruppe heraus. 3. Arbeite aus M3 und dem Video zur Demonstration im Jahr 2000 (www.mediathek.at/atom/1EFA8F02-3C20006C-00001458-1EF9A4AD) die Gründe für den Protest heraus. 4. Diskutiere anhand von M4 die Vor- und Nachteile einer Dreier-Koalition. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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