45 Alternative. Die Kernthemen der Grünen sind Klima- und Umweltschutz, Diversität und Gleichbehandlung. Die Partei ist in Ländergruppen und Teilorganisationen gegliedert, z.B. Grüne Jugend, Grüne Andersrum, Generation Plus. Von 2020 bis 2024 waren die Grünen erstmals in einer Bundesregierung vertreten. M4: Plakat der Grünen, Nationalratswahl 2024 NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum Die Partei NEOS – Das Neue Österreich wurde 2012 gegründet. Die liberale Partei trat 2013 bei der Nationalratswahl gemeinsam mit dem Liberalen Forum an und zog mit einem Stimmenanteil von 5 % in den Nationalrat (NR) ein. 2014 vereinten sich die beiden Parteien zu NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum. Bei den folgenden NR-Wahlen konnte die Partei ihr Ergebnis steigern. M5: Plakate der NEOS, Nationalratswahl 2014 Die NEOS gliedern sich in Länder- und Teilorganisationen, wie die Jugendorganisation JUNOS und die Unternehmer/ innen-Plattform UNOS. Ihre Themen sind z.B. Transparenz in der Politik, Bildung, mehr Freiheit für Unternehmen und die Vereinbarung des Klimaschutzes mit Wirtschaftstätigkeiten. Die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) Die KPÖ wurde 1918 gegründet und spielte eine wesentliche Rolle in der Arbeitslosenbewegung der 1920er- und 1930er-Jahre. 1933 wurde die Partei verboten, sie arbeitete im Untergrund weiter und war ab dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich maßgeblich am österreichischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt (s. Alles Geschichte! 7, S. 78 und 86). Nach 1990 orientierte sich die KPÖ neu und strebte einen ökologischen Sozialismus an. Sie setzt sich seitdem z. B. für Solidarität mit Benachteiligten, Chancengleichheit in der Bildung, Recht auf Wohnen und eine Kindergrundsicherung ein. Seit 2005 ist die KPÖ im Landtag der Steiermark, seit 2023 im Landtag von Salzburg vertreten. 2021 stellte sie mit Elke Kahr erstmals die Bürgermeisterin von Graz. Veränderung der Parteienlandschaft In den letzten Jahrzehnten wurde das Spektrum der politischen Mitbewerber immer größer, die Wähler/innenbasis hat sich durch gesellschaftliche Veränderungen gewandelt. Die österreichische Journalistin Renate Kromp über die neue Normalität im Parlament Dass in Österreich […] das politische Angebot an die Wählerinnen und Wähler breiter wird, bezeichnet die Politikwissenschafterin Katrin Praprotnik von der Uni Graz als „Normalisierung“ des Parteiensystems. Mit zwei bis drei starken Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ) sei Österreich „sehr lange ein Sonderfall“ in Westeuropa gewesen. Als Grund für das Auftreten neuer Gruppierungen nennt sie, dass stabile Bindungen an Parteien abgenommen haben. „Die herrschende Politikverdrossenheit bietet Chancen für neue Akteure. In Westeuropa ist es für solche Parteien in der Regel leicht, ins Parlament zu kommen. Sie sind aber in der Regel nach ein bis zwei Perioden wieder draußen.“ Team Stronach, BZÖ, Liste Pilz. „Das sind meist kurzfristige Phänomene mit einem starken Mann an der Spitze.“ M6: Kromp: Die neue Normalität im Parlament, in: News, 20.6.2024. Nationalratswahl 2024 Mit der Nationalratswahl 2024 errang die FPÖ 57 Mandate, die ÖVP 51 Mandate, die SPÖ 41 Mandate, die NEOS 18 und die Grünen 16 Mandate. Seit März 2025 bildet eine Koalition von ÖVP, SPÖ und NEOS die Regierung. Jetzt bist du dran: 1. Analysiere die Wahlplakate M1–M5. Beurteile, ob und welche politischen Inhalte der Parteien hier dargestellt werden und an welche Wähler/innengruppen sich die Plakate richten. 2. Bewerte M6. Erläutere (weitere) mögliche Gründe für die Veränderung der Parteienlandschaft. Ermittle auch die bei der letzten Nationalratswahl angetretenen Kleinparteien und welche Wähler/innen sie mit ihren Programmen ansprechen. 3. Vergleiche ein von dir gewähltes Thema in den Programmen der verschiedenen Parteien. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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