52 4. Die Europäische Union und politische Systeme im Vergleich 4.1 Der „Brexit“ Wusstest du, dass … … ca. 60 000 Menschen aus den 27 EU-Mitgliedstaaten für eine EU-Institution arbeiten? … es in der EU 24 Amtssprachen gibt? … Österreich zum EU-Alpenraum gehört, gemeinsam mit Frankreich, Deutschland, Slowenien und Italien? … drei Nicht-EU-Mitgliedstaaten zum europäischen Binnenmarkt gehören? Das sind Norwegen, Island und Liechtenstein. … der „EuroVelo 13“ mit ca. 10 000 Kilometern der längste Radweg Europas ist? Er führt entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“ durch 20 Länder. … die EU 2012 den Friedensnobelpreis für die Förderung von Frieden und Stabilität in Europa erhielt? … es einen „Gröxit“ gab? Grönland, als Teil von Dänemark, ist nicht Mitglied der EU. Schweden Dänemark Deutschland Tschechien Österreich Ungarn Kroatien Slo. Zypern Malta Slowakei Rumänien Bulgarien Griechenland Italien Polen Estland Litauen Lettland Finnland Irland Portugal Spanien Frankreich Belgien Niederlande Lux. Fläche: 4 Mio. km2 Bevölkerung: 450 Mio. = 50 Mio. Menschen Staaten der EU Abkürzungen: Lux. Luxemburg Slo. Slowenien M1: Großbritannien und die EU Mit der Ausweitung der EGKS auf die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Abschaffung aller Zölle zwischen den sechs Mitgliedstaaten erfolgte jedoch ein sichtbarer Wirtschaftsaufschwung in diesen Ländern. Um wirtschaftlich und politisch nicht abgehängt zu werden, stellte Großbritannien 1961 ein Beitrittsansuchen an die EWG. Wichtig war Großbritannien dabei, seine traditionelle Vermittlerrolle zwischen den USA und Europa beizubehalten. Die USA unter John F. Kennedy unterstützten das Ansuchen. Doch der französische Präsident Charles de Gaulle lehnte den Beitritt Großbritanniens ab. Erst 1973 trat Großbritannien schließlich den Europäischen Gemeinschaften bei, zusammen mit Irland und Dänemark. Mit einer knappen Mehrheit wurde der European Community Act im britischen Parlament angenommen. Die Skepsis Großbritanniens gegenüber den Europäischen Gemeinschaften blieb bestehen und bereits 1974 wurde über einen Austritt diskutiert. Nach erfolgreichen Nachverhandlungen zugunsten Großbritanniens stimmte das Parlament für den Verbleib und auch zwei Drittel der britischen Bevölkerung stimmten in einem Referendum mit Ja. Als das erhoffte hohe wirtschaftliche Wachstum vor allem in der Landwirtschaft ausblieb, handelte die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher 1983 den sogenannten Briten-Rabatt aus. Großbritannien erhielt einen finanziellen Ausgleich für die Eigenmittelzahlungen an die Europäischen Gemeinschaften in der Höhe von etwa zwei Dritteln seiner Nettozahlungen. Dieser Betrag wurde von den anderen Mitgliedstaaten aufgebracht. 1952 trat der von Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnete Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Kraft. Diese Organisation markiert den Beginn der Integration in Richtung der Europäischen Union (EU) von heute. Großbritannien konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht zu einer Teilnahme entschließen. Es sah sich innerhalb des Commonwealth abgesichert und fühlte sich in der geografischen Sonderrolle ganz wohl. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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